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Rückmeldung der Fachöffentlichkeit: Die Bundesarbeitsgemeinschaft Prävention & Prophylaxe e.V. ist bereits seit mehreren Jahren engagiert tätig, um die Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit von Mädchen und Jungen zu überwinden, die Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind. Angela May und Norbert Remus sind als Lehrerin bzw. Lehrer in Integrationsklassen tätig und verfügen über umfangreiche Erfahrungen in der Lehreraus- und –fortbildung, um PädagogInnen Für mögliche Ursachen „abweichenden" Verhaltens ihrer Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren und um ein Thema, das Für viele Menschen auch heute noch ein Tabu ist, zur Sprache zu bringen. Erstmals legen die beiden Herausgeber, unterstützt von zahlreichen BeiträgerInnen aus der Bundesarbeitsgemeinschaft ein Buch vor, das speziell die Situation von Kindern mit Behinderung thematisiert. In ihrer Einleitung stellen Angela May und Norbert Remus fest: „Das Prinzip des Machtanspruchs gegenüber Schwächeren ist auch hier tragend, die Folgen der Gewalt die gleichen wie bei nicht behinderten Menschen. Verschieden sind allerdings die Möglichkeiten von Hilfe und Verarbeitung, sie wird nur oft Für behinderte Menschen allzu häufig schlichtweg gar nicht angeboten. Nicht zuletzt deshalb, weil sexualisierte Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen nicht nur stärker tabuisiert ist, sondern auch, weil die Tendenz wegzuschauen und nicht einzuschreiten hier noch stärker verbreitet ist. (...) Nähe und Abhängigkeit zwischen Täter und Opfer sind bei Menschen mit Behinderungen oft viel evidenter, als bei nicht behinderten." (S.7) Es wird die besondere Situation von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen und von Menschen dargestellt, die als geistig behindert bezeichnet werden; zwei Beiträge widmen sich der Situation von Menschen, die wegen einer Hörschädigung ganz besondere Probleme haben, sich zu diesem Thema bei ihrer Umwelt „Gehör zu verschaffen". Verschiedene Ansätze werden vorgestellt, in denen Chancen und Grenzen von Prävention und Prophylaxe gegenüber sexualisierter Gewalt deutlich werden. Nach meiner Einschätzung ist der Praxisteil am wichtigsten: Auf 40 Seiten werden zahlreiche verschiedene Beispiele vorgestellt, wie dieses Thema behutsam und zugleich ohne Beschönigungen, ohne die Kinder zu überfordern, in schulischen Situationen zur Sprache gebracht werden kann. Sowohl Jungen als auch Mädchen können sich in ihrer speziellen Situation angesprochen fühlen. Einfühlsame Geschichten, Vorschläge Für Gesprächsführung, kleine Projekte sind sowohl Für Integrationsklassen als auch in Klassen an Sonderschulen geeignet. Ein Beispiel ist in einer Klasse Für geistig Behinderte erprobt worden und wird von der Lehrerin vorgestellt. Das Buch wird ergänzt durch eine Fülle spezieller Literaturempfehlungen und Kontaktadressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. (Prof. Dr. Jutta Schöler, Berlin) | ||||||
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