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 Soziogenese von Tätern

Entwicklung von Tätern hinsichtlich sexuellem Mißbrauchs aufgrund bestimmter gesellschaftlicher Umstände

 Studienarbeit in FB II Erziehungswissenschaften

eingereicht bei: Dr. Angela May 

Eingereicht von: Inken Petersen, Sorauerstr. 20, 10997 Berlin

Datum: 01.12.99

1. Einleitung

Sexueller Mißbrauch ist jahrzehntelang verschwiegen und tabuisiert worden, in den letzten Jahren ist es zu einem großen und wichtigen Thema geworden.

Sexueller Mißbrauch ist eine Erfahrung vieler Kinder. Ihr zukÜnftiges Leben kann dadurch zerstört werden, die Folgen sind erheblich, z.B. Selbsthaß, Beziehungsunfähigkeit, suizidale Wünsche und die Wiederholung sexuell ausbeutender Situationen mit wechselnden Geschlechtspartnern.

Die Arbeit mit Opfern, die Hilfe und die Bewältigungsstrategien die angeboten werden, sind wichtige Themen.

In dieser Arbeit geht es allerdings nicht um die Folgen sexueller Ausbeutung, auch nicht um die Arbeit mit Opfern, sondern um die Soziogenese von Tätern aufgrund bestimmter gesellschaftlicher Faktoren. Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, weil ich diesen Aspekt Für die zukÜnftige präventive Arbeit als sehr wichtig erachte. An welchen Punkten können wir ansetzen, um mißbrauchendes Verhalten schon in seiner Entstehung zu verhindern? Welche gesellschaftlichen Faktoren in der Entwicklung eines Jungen oder männlichen Jugendlichen begÜnstigen eine spätere Täterschaft? Welche Aspekte im Leben eines erwachsenen Mannes fÜhren dazu, Täter zu werden?

Ich beziehe mich in meiner Arbeit auf männliche Täter, da sich die Literatur hauptsächlich mit ihnen beschäftigt hat. Auf die weiblichen Täter gehe ich im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter ein. Diese Thematik verdient eine eigene Ausarbeitung. Für interessierte LeserInnen verweise ich auf das Buch von Claudia Heyne "Täterinnen", 1993.

Ich beginne in Kapitel 2 mit einer Definition von Mißbrauch, an die sich die Darstellung verschiedener Tätertypen anschließt (2.1.).

Der Schwerpunkt der Arbeit befaßt sich mit:

  • dem Bild, das in der europäischen Kultur und Gesellschaft von Weiblichkeit und Männlichkeit besteht (Kap. 3).

  • der Sozialisation von Mädchen und Jungen (Kap. 4)

  • der Umgang mit Sexualität und Gewalt in unserer Gesellschaft (Kap. 5) und hier insbesondere der Umgang männlicher Jugendlicher mit Sexualität (Kap. 5.1.)

  • Aspekte der männlichen Sozialisation, die eine spätere Täterschaft begÜnstigen (Kap. 6) und der Umgang mit jugendlichen Straftätern (Kap. 6.1.).

Kapitel 7 beinhaltet die Darstellung von Tätern in den Medien. Das Kapitel 8 hat die gesellschaftliche Akzeptanz und den Umgang der Justiz mit dem Thema Mißbrauch zum Inhalt. Am Schluß werden in Kapitel 9 Präventionsmöglichkeiten hinsichtlich der Sozialisation von Jungen aufgezeigt.

2. Definition von Mißbrauch

Unter den verschiedenen Erklärungsmodellen zum Begriff sexueller Mißbrauch, hat mir das von C. Heyne(1993) am meisten zugesagt.

"Ich verstehe darunter Kontakte, die darauf angelegt sind, im Kind, im Erwachsenen oder in beiden sexuelle Wünsche zu wecken und/oder zu befriedigen. Dabei nutzt der Erwachsene mittels des ausgeprägten Machtgefälles zwischen ihm und dem Kind die emotionale und existentielle Abhängigkeit des Kindes aus, um eigene Bedürfnisse (Bedürfnisse sexueller Natur, Bedürfnisse nach Macht und Kontrolle, Bedürfnisse nach emotionaler Nähe) ohne RÜcksicht auf die Bedürfnisse des Kindes zu befriedigen". Sie berÜcksichtigt in ihrer Erklärung auch die Situation, in der sexuelle Bedürfnisse geweckt werden, ohne daß diese in eine konkrete Handlung umgesetzt werden.

Außerdem macht sie in ihrem Modell darauf aufmerksam, daß es sich bei sexuellem Mißbrauch um Bedürfnisse nach Macht und Kontrolle handelt, die an Unterlegenen ausgeÜbt werden.

D.h., daß es nicht nur um das Ausleben sexueller Wünsche und Phantasien geht, sondern das Macht und deren AusÜbung meines Erachtens zentrale Themen des Mißbrauchs sind.

Erwachsene und Jugendliche, die Kinder mißbrauchen, tun dies aus verschiedenen BeweggrÜnden. Einer kann z.B. sein, daß der Erwachsene nicht in der Lage ist, eine sexuelle Beziehung zu einem Gleichaltrigen aufzubauen, es kann sich um das Ausleben sadistischer Phantasien handeln oder um eine starke Vater-Tochter-Beziehung, die bis zum Inzest fÜhrt.

Grundsätzlich aber ist zu sagen, daß es dem Mißbraucher nie um das Kind geht. Er sieht dieses als Gegenstand oder Objekt an, das er benutzen kann. Eine Täterschaft beginnt dort, wo der Erwachsene sein eigenes sexuelles Verhalten nicht mehr kontrollieren kann oder will. Das Bild des potentiellen Täters, die Täterpersönlichkeit, den Kinderschänder gibt es nicht.

 2.1. Tätertypen

Es werden fÜnf Täter Typen unterschieden, die ich kurz auffÜhren werde:

  • Fixierter Täter Typ:

Hierbei handelt es sich meist um Pädophile, die eine unreife Persönlichkeit aufweisen und kaum altersentsprechende sexuelle Beziehungen haben. Ihre Opfer sind in der Regel Jungen unter 10 Jahren.

  • Regressiver Täter Typ:

Für ihn ist das Opfer Ersatz eines gleichaltrigen Sexualobjekts. Er hat durchaus sexuelle Beziehungen zu Gleichaltrigen. Seine sexuelle Devianz entsteht erst im Erwachsenenalter als Folge von Streß, Ehekrisen,u.a..
Seine Opfer sind meist Mädchen, oder weibliche Jugendliche und dienen ihm als Erwachsenenersatz.

  • Erlebnis Täter Typ:

Er braucht Abwechslung und die Aufregung des Neuen. Er ist nicht auf Kinder fixiert, probiert auf dem sexuellen Bereich aber alles aus. Er sammelt Erfahrungen und Objekte, ist meist beziehungsunfähig. In seine "Sammlung" gehört auch sexueller Kontakt mit Kindern.

  • Soziopathischer Täter Typ:

Er ist aggressiv und sadistisch orientiert. Seine Haltung anderen Menschen gegenüber ist abwertend. Seine Opfer verkörpern all das, was er haßt. Sexualität bedeutet Für ihn Beherrschung und Erniedrigung. Er kennt kein Mitleid und bedient sich abstoßender Formen des sexuellen Mißbrauchs. Er vergeht sich an Kindern, da sie Für ihn leichte "Beute" sind.

  • Inzest-Täter:

Er durchzieht die Bereiche des fixierten und regressiven Täter-Typen. Seine Opfer sind Kinder und Jugendliche der Kernfamilie. Die Täter haben die Position des Vaters, Stiefvaters, Bruders, Onkels oder Freundes der Mutter.

Die meisten Inzesthandlungen werden vom regressiven Täter-Typen begangen, als Folge diverser Krisen in seinem Leben. Seine sexuellen Interessen an Kindern mÜssen nicht überdauernd sein.

Die verschiedenen Tätertypen können sich auch mischen, so kann ein Pädophiler (fixierter Typ) durchaus auch sadistische Veranlagungen haben(soziopathischer Typ).

3. Das Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit in der Kultur und Gesellschaft

Kulturen, in denen es keine Unterscheidung zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit gibt, sind eher selten. Die Gesellschaft von Tahiti und das Volk der Semai in Zentralmalaysia gehören zu den wenigen. Dort ist das Konzept Männlichkeit nicht vorhanden bzw. ohne Bedeutung. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering, beide erfÜllen überwiegend die gleichen Aufgaben.

In der Regel haben alle Kulturen der Erde eine Definition davon, was einen "echten" Mann ausmacht. Ein "echter" Mann zu sein ergibt sich nicht aus einem natÜrlichen oder individuell psychischen Zustand. Es ist ein Status der "erkämpft" werden muß. Man kann an dieser Stelle von einem kulturellen Produkt sprechen. Offenbar gibt es keine Kultur, die davon ausgeht, daß Männer an sich stark, tÜchtig und potent sind.

Sie mÜssen PrÜfungen, Leiden und soziale Zwänge erdulden, bevor sie dem Mythos des "wahren" Mannes entsprechen. Im Gegensatz hierzu bedarf es Für den Beweis "echter" Weiblichkeit selten PrÜfungen, vielmehr wird sie meist als biologische Gegebenheit vorausgesetzt. Ich nehme an, das liegt an der potentiellen Gebärfähigkeit. In Gesellschaften, in denen "wahre" Männlichkeit betont wird, treten als Anforderung an den Mann drei moralische Gebote: Erzeuger, BeschÜtzer und Versorger.

Keine leichte Aufgabe, wie ich finde. Sie setzt den Mann unter enormen Leistungsdruck. Erstens soll er seine Frau schwängern, dann muß er sie und die Kinder, womöglich die ganze Familie, vor Gefahren schÜtzen und sie noch ernähren.

Auch wenn sich durch die Moderne, die Individualisierungsprozeße, die Auflösung der Großfamilie und den Trend zum Singledasein viel geändert hat, besteht das traditionelle Bild von Männlichkeit nach wie vor.

Da es sich in dieser Arbeit um die Soziogenese von Tätern hinsichtlich sexuellem Mißbrauch handelt, möchte ich hier nicht auf die Aspekte des Mannes als Versorger und BeschÜtzer eingehen, sondern viel mehr auf die Geschlechteridentität in der männliche Sozialisation.

"Der kalifornische Therapeut Zilbergeld formuliert zehn Mythen männlicher Sexualität, deren permanente Reproduktion in Romanen, im Film und in pornographischen Schriften z.B. durch die Verharmlosung von Vergewaltigung und durch die Darstellung des Penis als wichtigste "Waffe" des Mannes, zu beobachten sei(...). Eng verknÜpft mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit sind die beiden ersten Mythen, die

a) dem Mann verbieten, bestimmte Gefühle zu zeigen und

b) Sexualität mit Leistung gleichzusetzen.

Um es nochmals kurz mit meinen eigenen Worten darzustellen, der "echte" Mann in unserer Gesellschaft ist ein stets potenter Mann, der dies gerne heftig bezeugt und hierbei keine Gefühl sregung zeigt, Gefühl sduselei ist eher Frauensache. Mann kann immer und Gespräche über Probleme sind Für ihn nicht vorgesehen. In der Tat ist dies eine recht grobe Darstellung, doch im Großen und Ganzen,so glaube ich, stimmt sie mit der Realität überein.

Ein weiteres Bild, das zur Männlichkeit gehört, ist das des Eroberers, der sich notfalls auch gegen den Willen der Frau durchsetzt.

Frauen dagegen wird eher die passive Rolle zugeteilt. So schreibt C. Heyne(1993): "Frauen,so heißt es , sind das friedliebende, Männer hingegen das aggressive und gewalttätige Geschlecht.".

Keinesfalls möchte ich behaupten, daß es tatsächlich so ist, auch Heyne bezweifelt dies stark, doch der Mythos "Weiblichkeit" besteht nicht anders, als der der Männlichkeit.

Häufig wird die Frau per se als der bessere Mensch beurteilt. Sie ist diejenige, die sich unterwirft, die nicht kämpft, ist passiv und Märtyrerin, die Gute, die sich ihrem Schicksal ergibt.

Ich finde, dies könnte auch eine gute Umschreibung Für die Rolle eines Opfers sein.

Alle Gefühle, die dem Mann abgesprochen werden, werden ihr angedichtet. Die Frau wird meist als ein Sammelsurium aus Gefühlen gesehen, das nicht mit dem Verstand handelt sondern emotional und intuitiv. Die dargestellten Bilder der Geschlechter in Gesellschaft und Kultur stimmen nicht mit der inneren Wirklichkeit überein. Jedoch prägen sie stark den Wunsch, so zu tun, als entspräche man diesem Bild. Dies gilt jedenfalls Für die meisten Jugendlichen und Erwachsenen.

Ich glaube, daß weibliche Jugendliche und Erwachsene zumindest äußerlich dem ihnen gezeichneten Bild nicht entsprechen möchten, daß sie jedoch in vielen Verhaltensweisen noch zu passiv und duldsam sind.

Nach außen wirken sie oft energisch und selbstbewußt, in wichtigen Situationen entpuppt es sich dann manchmal doch nur als Fassade.

Die Gründe, warum beide Geschlechter häufig nach außen den von mir beschriebenen Darstellungen entsprechen, liegen in ihrer Sozialisation und damit komme ich zum nächsten Punkt dieser Arbeit.

4. Sozialisation von Mädchen und Jungen

Ich möchte diesen Abschnitt mit zwei Zitaten beginnen:

"Für die Entwicklung unterschiedlicher Verhaltensweisen bei Mädchen und Jungen bzw. Frauen und Männern werden heute im wesentlichen soziale EinflÜsse in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter verantwortlich gemacht, mit denen sich die Sozialisationsforschung beschäftigt. Für die zum heutigen Zeitpunkt nachweisbaren Unterschiede bleibt festzuhalten, daß diese nirgendwo ab der Geburt vorhanden sind, sondern sich erst mit fortschreitendem Alter einstellen.".

"Beide Geschlechter werden auf Rollen festgelegt, die mit Verletzung und Verzicht verbunden sind; daher kann kein Zweifel daran bestehen, daß stereotype Vorstellungen von Männlichkeit einen einengenden und hemmenden Einfluß auf die Persönlichkeitsentwicklung haben.".

Heiliger und Engelfried(1995) nennen acht Aspekte der männlichen Sozialisation, die sehr prägend sind. Sie benutzen daFür die Begriffe "Außen", "Benutzen", "Stummheit", "Alleinsein", "Rationalität", "Gewalt", "Körperferne" und "Kontrolle", im folgenden werde ich diese Aspekte näher beschreiben.

"Außen" steht mit dem späteren Berufsleben in enger Verbindung und zeigt sich schon in der Auswahl Für Jungenspielzeug, das zum Großteil Für draußen bestimmt ist. Außen steht Für Stärke und negiert die Nähe zu sich selbst. Draußen sein und kämpfen, ein harter Mann sein, der nicht weint. Emotionen sind hinderlich und mÜssen verdrängt werden.

"Benutzung": das erste Objekt, das der Junge als zu benutzen betrachtet, ist seine Mutter. Sie wird in der Versorgungerinnenrolle wahrgenommen: waschen, nähren, aufräumen und sonstige Dinge, die sie Für ihn macht, gehören zu dieser Rolle. Da Mädchen im Versorgungsbereich besser "ausgebildet" zu sein scheinen, wertet er diese ab, um sich auf diesem Wege über sie zu erheben und sich als der Bessere zu fÜhlen.

"Stummheit", meint die Hemmungen der Jungen über sich, ihre Emotionen und Ängste zu reden. Der stumme Mann entspricht dem Bild das "lonesome Cowboy", der keine Worte braucht. Gespräche unter Männer kreisen meist nur um Hobby, Arbeit und Sport. Konkurrenz und Homophobie verhindern, daß Männer ihre Beziehung untereinander thematisieren.

"Alleinsein": das Probleme mit sich alleine klar zu bekommen, wird zum Zwang und ist gekoppelt mit der Angst, verlassen zu werden.

"Rationalität": sie entsteht zum Teil durch die Abspaltung emotionaler Anteile der frÜhkindlichen Phase und kann nicht in Einklang gebracht werden mit Emotionen.

"Kontrolle": sie dient der Aufrechterhaltung der überlegenheit, die Unsicherheit und Verletzbarkeit überdecken soll und wird der männlichen Allmachtsphantasie zugerechnet.

"Gewalt", wird unter Umständen eingesetzt bei Kontrollverlust, um eine überlegenheit wiederherzustellen. In einem gewissen Rahmen wird Gewalt zur Durchsetzung dieses Zieles auch gesellschaftlich akzeptiert. Männer gehen mit ihren Geschlechtsgenossen und sich selbst eher rauh um. Liebevolle Umarmungen und zärtliche Worte gehören nicht zur Tagesordnung.

"Körperlichkeit", braucht der Mann, um nach außen seine Kräfte zu zeigen. Die Trennung von Körper und Geist entspricht der traditionellen Männerrolle.

Ich denke, das Stummheit, Alleinsein, Rationalität, Kontrolle, Gewalt und Körperlichkeit in einem sehr engen Zusammenhang stehen und dem kulturellen und gesellschaftlichen Bild sehr nah kommen, das ich in Kap.3 beschrieben habe.

Der Mann, der nicht viele Worte macht, seine Probleme kraft seiner Rationalität allein bewältigt, der die Kontrolle nicht verliert, in keine Für ihn peinlichen Situationen kommt und falls doch, diese mit seiner Körperkraft behebt.

Das erinnert mich an den Mann aus der Malborowerbung und hört sich an wie ein funktionsfähiges Computerprogramm.

Trotzdem weiß ich aus eigener beruflicher Erfahrung, ich habe zehn Jahre als Erzieherin gearbeitet, daß viele Jungen in ihrem Verhalten den soeben aufgeführten Aspekten entsprechen.

Wenn die 4jährigen Jungen mit Plastikkampffiguren spielten, spielten sie immer aus der Position des Stärkeren ,den nichts töten konnte. NatÜrlich sind nicht alle so, aber das Gegenteil ist eher die Ausnahme. Wenn die Jungen nach der Kinderladenzeit in die Schule gingen, war deutlich merklich, wie eine Veränderung auftrat. Sie wurden "cooler", alberten nicht mehr soviel herum, waren stummer geworden und wollten Sportvereinen beitreten. Ich habe viele Kinder in diesem übergang erlebt, da ich sowohl im Kinder- als auch dem angegliederten SchÜlerladen gearbeitet habe. Ungefähr ab der zweiten Klasse wurde das Bestreben ein "großer und starker" Junge zu sein, deutlich. Die meisten von ihnen orientierten sich an neuen Freunden, die Für sie Stärke verkörperten. Diese taten das z.T. dadurch, daß sie besondere Sportarten betrieben oder Fußballvereinen angehörten. In dieser Zeit wurden lange Gespräche und Albereien mit den Jungen zur Seltenheit. Und trotz aller Diskussionen über das Verhalten seitens der Jungen, den Mädchen gegenüber, fielen die Jungen schon im Kinderladenalter immer wieder darin zurück , die Mädchen zu unterdrÜcken.

Als massiv grenzüberschreitend empfand ich das Verhalten in einer gemischten Jugendwohngruppe (Alter 12- 13 Jahre), die ich ein Jahr lang als Vertretung betreute.

Die Jungen haben sich in abfälligster Weise über die Figur, die BrÜste, das Aussehen der Mädchen überhaupt, ausgelassen. Es war unverkennbar, daß sie dieses brauchten, um sich damit selber aufzuwerten. Die schlimmsten Beleidigungen kamen von zwei schwarzen Jungen, die zum Teil unter ihrer Hautfarbe und ihrer mangelhaften Schulbildung litten. In dem Moment, in dem sie die Mädchen nieder machten, fühlt en sie sich stark.

Wie gehen Mädchen mit dieser Herablassung um?

Aus meiner Erfahrung behaupte ich, sie nehmen sie hin. Der eher seltene Fall, den ich erlebt habe, ist, daß sich Mädchen wehrten. Zwar hat der Großteil es verbal versucht, doch mit dem Hauptargument der Jungen: "Ich haue Dir eine rein.", haben es die wenigsten probiert. Für mich entsprechen damit auch die Mädchen dem von mir aufgezeigten Bild der Märtyrerin. Dirk Bange schreibt in diesem Zusammenhang, daß den Mädchen in ihrem Sozialisationsprozeß nahegelegt wird, behutsam, einfÜhlsam, verständnisvoll, lieb und ängstlich zu sein. Viele Mädchen nehmen dies Für ihr Selbstkonzept an und werden dadurch z.T. das ideale Opfer, das keinen Widerstand leistet.

Mädchen lassen übergriffe (z.B. festhalten oder betatscht werden) mit sich geschehen, lächeln, wo ihnen zum Weinen zu Mute ist und es ist die Ausnahme, wenn sich eine wehrt.

Und so werden Mädchen denn auch von Jungen wahrgenommen, als die Sorte Mensch, mit denen "Mann" machen kann, was "Mann" will.

Ich werde jetzt nicht weiter auf weibliche Sozialisationsaspekte eingehen, da mir dies Für das eigentliche Thema nicht maßgeblich erscheint.

5. Vom Umgang mit Sexualität und Gewalt in der Gesellschaft

"Die Bedeutung der Jungensozialisation Für die Entstehung sexueller Gewalt kann nicht oft genug betont werden. Jungen wird von Geburt an systematisch abgewöhnt, Gefühle zu zeigen. Jungen sollen hart und stark sein. Gefühle und Zärtlichkeiten werden zu Schwäche. Jungen mÜssen sich durchsetzen können, sollen dominieren - vor allem in sexueller Hinsicht. Die meisten Jungen verinnerlichen diese Worte und möchten dem Bild des "ganzen Mannes" entsprechen. Dadurch sind viele Jungen von einem Teil ihrer Gefühle abgeschnitten.".

"Verletzung in der Kindheit und Jugend, aber auch die ganz alltägliche Erfahrung, daß es mit der männlichen überlegenheit nicht soweit her ist, lassen viele Jungen und Männer innerlich unsicher und ängstlich werden. Eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit entsteht, die durch besonders männliches Verhalten notdÜrftig verdeckt werden soll. Dem Jungen werden, um mit dieser Situation fertig zu werden, Sexualität und Aggressivität als taugliche Mittel nahe gelegt. Eine "freie" Sexualität soll ihnen über jede Krise hinweghelfen. Sexuell erfolgreich zu sein, wird so zum Gradmesser männlichen SelbstwertgefÜhls und Wohlbefindens. Doch auch hier klaffen oft genug Anspruch und Wirklichkeit auseinander.".

Wie aus den eben aufgeführten Zitaten zu entnehmen ist, wird bei Jungen im Gegensatz zu Mädchen, Aggressivität und ein starkes sexuelles Verhalten gebilligt, ist geradezu erwÜnscht. Gesellschaftlich gesehen wÜrde ein Mädchen mit dem selben Verhalten als "Schlampe" oder schlimmer noch als "Hure" bezeichnet werden.

Das Bild vom sexuell ausbeutenden Mann, der die Frau auch notfalls mit Gewalt in Besitz nimmt, wird in Literatur, Schlagertexten und der Wissenschaft als kultureller Wert anerkannt. Es gibt diverse Erscheinungsformen sexueller Gewalt, die breite Palette findet in unterschiedlicher Ausprägung tagtäglich in allen gesellschaftlichen Institutionen an Mädchen und Frauen aller Altersstufen statt. Sexuelle Gewalt wird in den Medien so dargestellt, als entspräche sie der Norm. In pornographischen Zeitschriften, die heutzutage allerorts öffentlich zugänglich sind, wird die Frau so dargestellt, als sei sie allzeit verfÜgbar.

In diesem Kontext habe ich mich über die folgende Geschichte, die ich zitieren möchte, nicht weiter gewundert:

"1978 hatte das Bundessozialgericht über einen Anspruch aus dem Opferentschädigungsgesetz zu entscheiden. Bei einem Straßenfest hatte ein Mann ein ihm völlig unbekanntes 16jähriges Mädchen in die Luft geworfen, das daraufhin schwer stÜrzte. Ihre Klage auf Entschädigung Für die dabei auftretenden schweren gesundheitlichen Folgeschäden (dauerhafte Lähmung) wies das Bundessozialgericht ab, und zwar mit folgender BegrÜndung: Solche Verhaltensweisen von Männern gehören zu ihren "Alltagsrechten". Der fremde Mann hob die Klägerin hoch, wie sonst "allgemein Erwachsene kleine Kinder hochzuheben pflegen". Es handelte sich "um eine nicht ganz ungewöhnliche Übung, eine Frau, die sich nachts auf der Straße aufhält, durch einen derartig spielerischen scherzhaft zu verstehenden harmlosen "Zugriff" in das gesellige Treiben einzubeziehen". "Es habe sich um einen "harmlosen Kontakt" gehandelt, Für einen ernsthaften Eingriff in die weibliche sexuelle Selbstbestimmung bestehe "keinerlei Anhalt". Das Verhalten des Täters sei dem nach als "sozial angemessen" zu bewerten und der Anspruch auf Entschädigung abzulehnen; dieser hätte einen vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff gegen eine Person vorausgesetzt.".

Es ist zu hoffen, daß sich heute, 21 Jahre nach der Entscheidung des Bundessozialgerichts, ein derartiges Urteil nicht noch einmal wiederholen wÜrde.

Bestimmte Verhaltensweisen als "Alltagsrechte" von Männern zu deklarieren, ist anmaßend. Im Fall des betroffenen Mädchens stellte das "Alltagsrecht" des Mannes nicht nur einen massiven Eingriff in ihre persönliche Freiheit dar, sondern hatte auch schwerste körperliche Schäden zur Folge.

Der Umgang mit Vergewaltigungsopfern im Erwachsenenbereich läßt vermuten, daß solche Urteile immer noch möglich sind.

Das Thema Sexualität und Gewalt in unserer Gesellschaft, läßt mich nachdenklich werden. Ich glaube, daß die juristische Umgangsweise mit der Thematik die Gewaltbereitschaft von Männern fördert. Sie läßt uns Gewaltverbrechen an Frauen als normal oder gar als Kavaliersdelikte hinnehmen und dient damit in keiner Weise abschreckend Für Täter von Sexual- und Gewaltdelikten.

Bevor ich genauer auf Aspekte eingehe, die eine Täterschaft begÜnstigen, möchte ich noch ein paar Worte über den Umgang männlicher Jugendlicher mit Sexualität schreiben.

 5.1. Männliche Jugendliche und Sexualität

Die Jungen, die dem Bild des "wahren" Mannes entsprechen möchten und dieses wollen die meisten schon allein deshalb, um nicht als Schwächling, Sonderling oder gar als Homosexueller angesehen zu werden, haben sich eine harte und einsame Aufgabe ausgesucht. Durch die Industrialisierung und der daraus folgenden Arbeitsteilung, sind die Väter zu Hause nicht mehr anzutreffen. In den ersten Lebensjahren wächst der Junge folglich in einer Umgebung von Frauen auf (Mutter, Erzieherin, Grundschullehrerin). Ihm fehlt das Vorbild eines Mannes und dies ganz besonders dann, wenn die Mutter alleinerziehend ist. Trotzdem werden ihm von außen Bilder von Männlichkeit vermittelt. Er weiß aus Büchern, Fernsehen, Liedern und von seinen besten Freunden, wie er zu sein hat. Doch wie er das mit sich selbst in Einklang zu bringen vermag, weiß er nicht. An diesem Punkt seiner Entwicklung erlebt er das Gefühl von Hilflosigkeit.

Ich erinnere hier an die acht Aspekte der männlichen Sozialisation nach Heiliger und Engelfried(Kap.4), er kann also gar niemanden um Rat fragen und vielleicht noch nicht einmal sich selbst seine Unsicherheit und Hilflosigkeit eingestehen. Keinesfalls möchte ich das generalisieren, doch aus dem, was ich mit Jungen und männlichen Jugendlichen in meinem Beruf erlebt habe, glaube ich, es trifft auf die meisten zu.

Die Mädchen haben es in dieser Hinsicht erheblich leichter, sie werden ermuntert über sich und ihre Gefühle zu reden. Sie brauchen kein "Theater" zu veranstalten, um ihre Weiblichkeit zu beweisen, dies geschieht mit Einsetzen der Menstruation von selbst. Im Gegensatz hierzu muß der Junge seine Männlichkeit aktiv beweisen, dazu braucht er das Wesen, das er ansonsten zu seiner eigenen Erhöhung gerne abwertet: das Mädchen oder die Frau. Eine andere Möglichkeit Für den Beweis seiner Männlichkeit ist das zur Schau stellen seiner Körperkräfte, dies kann im Kampf, beim Sport o.ä. geschehen.

Der ganze "wahre" Mann aber ist der, der eine Frau erobert hat.

Aber was macht er mit ihr, dem Mädchen, der Frau, wenn seine einzige sexuelle Erfahrung aus Masturbation und/oder dem Konsumieren von Pornos besteht?

Er weiß, er muß potent sein. "Die Jungen haben nicht nur genaue Vorstellungen, wie der perfekte Mann auszusehen hat, sondern auch wie der perfekte Liebhaber zu sein hat. Können sie diesen Erwartungen nicht genÜgen, dann sind sie verzweifelt und fÜhlen sich als Versager.".

Ich denke, daß mit diesem Druck, kein entspannter sexueller Kontakt zustande kommen kann. Ich stelle mir vor, daß das Mädchen sich gezwungener Maßen an ihre Rolle, des liebenden und zurück haltenden Wesens hält und der Junge versucht seiner Rolle zu entsprechen. Dann ist das Ganze nicht mehr, als eine gemeine Theatervorstellung, bei der beide Parteien glÜcklich sind, wenn der Vorhang fällt und die Veranstaltung beendet ist.

 6. Gesichtspunkte männlicher Entwicklung, die eine spätere (potentielle) Täterschaft begÜnstigen

Ich bin der Meinung, daß die von mir beschriebene männliche Sozialisation, das kulturelle Männerbild und der Umgang mit Sexualität und Gewalt in unserer Gesellschaft Für sich allein schon genug Aspekte beinhalten, Männer zu potentiellen Gewalt- oder Sexualtätern werden zu lassen. Mir ist bewußt, daß meine Aussage sehr plakativ ist, doch entspricht sie dem, was ich im Laufe meiner Arbeit zu diesem Thema an Gefühlen und Gedanken entwickelt habe.

Bei Heiliger und Engelfried (1995) fand ich eine Zusammenstellung einer Vielzahl von Faktoren, die zu einer Täterschaft fÜhren können, die ich im folgenden nennen werde:

"1. Vorgeschichte sexueller Vergehen ohne nachfolgende Behandlung,

2. Vorgeschichte als Opfer sexueller Vergehen,

3. Vorgeschichte, in der ein Kind von der Mutter verlassen und/oder vom Vater zurück gewiesen wurde,

4. Vorgeschichte physischer Mißhandlung,

5. Vorgeschichte von Alkohol- bzw. Drogenmißbrauch oder -abhängigkeit,

6. Sexualisieren des AusdrÜckens von Zuneigung - Pansexualität,

7. Geringes SelbstwertgefÜhl,

8. Eine Persönlichkeit voller SchamgefÜhl,

9. Unfähigkeit, zwischen sich und anderen zu differenzieren,

10. Indirekter Ausdruck von Gefühlen - Mißdeutung von Gefühlen,

11. Fixierung oder Regression der Entwicklung,

12. Charakterliche Defizite oder narzißtische Persönlichkeit,

13. Verleugnung als primäre Abwehr von Schmerz,

14. Autokratischer Umgangsstil mit Familienmitgliedern,

15. Orthodoxie (rigides Moral-/Wertesystem, rigider oder fundamentalistischer/religiöser Glaube),

16. Frauen werden als übermächtig betrachtet, man selbst als schwach, unzulänglich und überwältigt,

17. Unzulängliche soziale Fertigkeiten - in zwischenmenschlichen Beziehungen isoliert,

18. Geheimniskrämerischer Kommunikationsstil.".

Ich meine, daß fast alle Faktoren in der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen eine Rolle spielen, aber gerade in der Entwicklung von männlichen Kindern eine spätere potentielle Täterschaft begÜnstigen könnten. Ich werde mich im folgenden auf die Gesichtspunkte beschränken, die mir persönlich als sehr bedeutsam erscheinen.Ich möchte mich als erstes auf den Punkt 17 beziehen, da er mir als außerordentlich wichtig erscheint. Unzulängliche soziale Kompetenzen und soziale Isolation stehen in engem Zusammenhang mit dem Konzept der Empathie. Unter Empathie versteht man die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellung anderer Menschen einzufÜhlen.

Der Junge erlernt diese Fähigkeit durch seine Mutter, wenn diese in seinen ersten Lebensjahren Für seine Erziehung zuständig ist. "Ein positives, manchmal sogar überhöhtes Frauenbild prägte sich den Jungen am Beispiel ihrer Mutter ein, die ihnen ermöglichte, Emotionalität zu empfinden und zu zeigen.".

Grundwerte, wie Verläßlichkeit, Geborgenheit und feste Regeln gehören zu den Dingen, die die Mutter dem Jungen in diesem Rahmen vermittelt. Sie setzt ihm Grenzen, die ihm aufzeigen, in welchem gesellschaftlichen Spektrum er sich bewegen kann und darf.

"Zur Mutter wird - u.a. deshalb, weil sie im Alltag präsent ist und in der Regel Emotionen in der Interaktion eher zulassen kann - mehr emotionale Nähe gespÜrt als zum Vater. Gleichzeitig - und hier wird nun der Widerspruch sichtbar - werden Jungen im Laufe ihrer Sozialisation immer wieder mit der Botschaft konfrontiert, sich von der Mutter, die in diesem Kontext Weiblichkeit symbolisiert, abzugrenzen. Um zum Mann zu werden, scheint es unumgänglich, sich mit dem eigenen Geschlecht gegen Weiblichkeit zu verbÜnden, um die männliche Identität zu "sichern".". Der Einfluß des Vaters ist bezÜglich der Sozialisation von Jungen nicht zu unterschätzen.

Das eigene Geschlecht wird in dem Vater erkannt, dieser soll nun Vorbild sein und sich mit ihm gemeinsam gegen die Mutter verbÜnden. Hierbei muß der Junge allerdings lernen, daß die Abgrenzung zur Mutter nicht durch Erniedrigung oder Verletzung ihrer Grenzen geschehen darf.

Die Angst des Jungen vor der überlegenheit des Weiblichen, die durch die Glorifizierung der Mutter entstehen kann, sollte nicht durch die Abwertung des anderen Geschlechts überwunden werden. Darum mÜssen Jungen frÜhzeitig Grenzen gesetzt werden und es muß verhindert werden, daß sie ihre eigene Unfähigkeit auf das weibliche Geschlecht projizieren.

Geschieht dieses nicht und können Jungen ihre SelbstwertgefÜhle nur durch die Abwertung anderer erfahren, kann dieser Aspekt eine spätere Täterschaft begÜnstigt.

"Eine Unfähigkeit, Empathie Für andere Menschen zu empfinden, ist beim sexuellen Gewalttätern generell besonders stark ausgeprägt.".

Wächst der Junge in einem Elternhaus auf, in dem der Vater (oder Stiefvater, Freund der Mutter, etc.) stark dominiert und dies z.B. durch Schlagen unterstreicht, wird dem Jungen ein Bild vermittelt, daß ihn glauben läßt, Gewaltübergriffe, Grenzüberschreitungen u.ä. seien normal. Folglich wird er dieses Bild in sein Selbstkonzept übernehmen. Erfährt er selbst Mißbrauch an Seele und Körper, werden seine Grenzen permanent überschritten, wird ihm kein Recht auf autonome Persönlichkeitsentwicklung zugestanden, so wird die Grenze zwischen dem Ich und dem Gegenüber Für den Jungen undifferenziert bleiben.

"Wer einen anderen Menschen aufgrund solch mangelhaft ausgebildeter Ichgrenze nun auch seinerseits nicht als eigenständige Persönlichkeit wahrnehmen kann, wiederholt ihm gegenüber, was er selbst einst erleiden mußte, indem nun er den anderen wie ein Teil seines Selbst behandelt. Er ist infolgedessen unfähig, zu erkennen, daß die eigenen Bedürfnisse /Wünsche /Gefühle mit denen des anderen nicht automatisch und selbstverständlich übereinstimmen. Aufgrund dieses Unvermögens fehlt diesen Menschen auch die Fähigkeit, sich in andere einzufÜhlen; mit diesem Mangel wiederum geht die Tendenz einher, sich über die Grenzen und Rechte anderer hinwegzusetzen - nicht etwa deshalb, weil man dies beabsichtigte, sondern weil man sie schlicht und ergreifend nicht wahrnehmen kann. Dieser "Empathiedefekt", der zur Folge hat, daß andere Menschen wie verfÜgbare Objekte behandelt werden, ist z.B. typisch Für sexuell mißbrauchende Menschen.".

Ein weiterer Aspekt, den ich in der männlichen Sozialisation Für eine spätere (potentielle) Täterschaft Für wichtig halte, ist das Ungleichgewicht zwischen Innen und Außen.

Darunter ist zum einen zu verstehen, was Jungen denken und fÜhlen (Innen) und zum anderen ihr Selbstbild, das sie ihren Mitmenschen, insbesondere ihren Freunden, vermitteln möchten (Außen).

In einem guten Sozialisationsverlauf, in dem der Junge Empathiefähigkeit erlernen konnte, ist es nicht ausgeschlossen, daß sich ein Ungleichgewicht zwischen Innen und Außen entwickelt. Empathie versetzt die meisten Jungen nicht zwingend in die Lage, mit anderen Jungen über sich zu sprechen. In der Regel wissen sie so gut wie gar nichts voneinander, sie tauschen sich nicht aus, sie wagen es nicht, bestehende Rituale und Tabus der Protzerei und LÜgerei aufzubrechen.

So reiten sie sich immer weiter in ihr Dilemma. Als männlich gilt, wer eine Freundin hat, von sexuellen Erlebnissen erzählen kann und Erfahrung vorzuweisen hat. In Folge dessen wird versucht, Kontakt zu Mädchen herzustellen, in dem es darum geht, diese schnell "flach zu legen". Es geht nicht darum, das andere Geschlecht zu erleben bzw. kennen zu lernen, sondern vielmehr um den Wunsch, dem "Männerbund" an zu gehören.

Wenn der Kontakt mangels Gelegenheit, aus Angst oder anderen Gründen nicht zustande kommt, greifen viele auf eine NotlÜge zurück , in der sie sich als potenten Eroberer darstellen. Das verstehe ich unter einem Ungleichgewicht von Innen und Außen.

überall dort, wo Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts zusammenkommen, kann man beobachten, wie es seitens der Jungen - wenn sie sich in ihrem "Männerbund" befinden - zu übergriffigem Verhalten kommt. Als Beispiel nenne ich die Schulpausen , in denen das altbekannte Fangspiel gespielt wird. Hierbei geht es darum, das Jungen Mädchen hetzen und diese zu greifen versuchen. Bei eben diesem "Greifen" kommt es immer wieder zu übergriffen, bei denen Mädchen an die Brust oder zwischen die Beine gefaßt wird.

Sieht der einzelne Junge bei genauerer Betrachtung der Situation vielleicht ein, das sein Verhalten nicht okay war, so wird er dieses in der Gemeinschaft seiner Freunde schnell verdrängen und weiter kräftig zulangen.

Ein anderes Beispiel, das ich anfÜhren möchte, ist das Verhalten von Jungen in öffentlichen Schwimmbädern. Ich beziehe mich hierbei auf persönliche Erfahrungen, die ich als begeisterte Schwimmerin und Saunagängerin fast täglich im Schwimmbad erlebe. Auch hier jagen die Jungen die Mädchen gerne unter dem Vorwand, sie ins Wasser schubsen zu wollen. Deutlich erkennbar Für mich, scheint es sich dabei um die schnellste und effektivste Methode zu handeln, mit möglichst vielen intimen Körperstellen (Brust, Schenkel und Po) der Mädchen in Kontakt zu kommen. Ein ebenso beliebtes Spiel ist es, die TÜr zu den Umkleidekabinen der Mädchen und Frauen zu öffnen und sich so lange "satt" zu sehen, bis es bemerkt und kritisiert wird.

Vereinzelt habe ich solches Verhalten auch im Saunabereich erlebt, wenn es irgendwie möglich ist, mogeln sich männliche Jugendliche am Saunameister vorbei, um auf diesem Wege schnell, viele nackte Frauen zu sehen. Dies fällt in der Regel rasch auf und sie geben vor, sich verlaufen zu haben. Leider bemerke ich immer wieder, daß kaum jemand versucht, diesem Verhalten entgegenzutreten. Es wird mal hier und da gemeckert, aber kaum eine der Frauen hält die oder den betroffenen Jungen fest, um sich beim Personal zu beschweren oder eventuell auch rechtliches Einschreiten zu verlangen.

"Es sind ja nur Jungs.", höre ich immer wieder, "Regen sie sich doch nicht so auf.". Ich halte das Für verkehrt, den Jungen sollten ganz einfach Grenzen aufgezeigt werden. Ich stand einmal in einer sog. Solariumdusche, als 2 männliche Jugendliche die TÜr öffneten und ich nackt, Für andere sichtbar, dastand. Da ich schnell reagierte, schlang ich mir ein Handtuch um, schnappte mir einen der Jungen und verlangte, daß er hier sofort und vor allen Badegästen seine Badehose ausziehen solle. Aus der erschrockenen Reaktion des Jungen entnahm ich, daß er solche Grenzüberschreitung nicht wieder machen wÜrde. Hätte ich nicht reagiert, wÜrde er seiner "Beschäftigung" vielleicht immer noch nach gehen.

 6.1. Vom Umgang mit männlichen jugendlichen Straftätern

Heiliger und Engelfried (1995) beschreiben mehrere Fälle, in denen männliche Jugendliche wegen sexueller Straftaten auffällig wurden und dies sowohl Institutionen als auch Behörden bekannt wurde. Diese ergriffen aber keine effektiven Maßnahmen, um die Täterschaft zu stoppen.

Erwachsene sexuelle Mißbraucher haben im hohen Umfang bereits als Jugendliche andere Kinder mißbraucht und sind hierbei entweder nicht entdeckt worden oder ihre Taten sind hinsichtlich einer möglichen späteren Täter-"Karriere" völlig unterschätzt worden.

"Ihre erste Straftat (hatten sie) im Alter von 16 Jahren oder zumindest den Versuch dazu gemacht ..., doch selbst wenn solche Jugendstraftaten entdeckt wurden, wurden sie meist als normale, zur Entwicklung des Jugendlichen gehörende, sexuelle Neugier fehldiagnostiziert.".

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Bezug auf mein persönliches Beispiel nehmen: die Frauen in der Sauna und im Umkleidebereich des Schwimmbades,die mit eindeutig übergriffigem Verhalten folgendermaßen umgingen: "Das sind doch nur Jungen.".

Genau hier ist der Punkt, an dem Männer und Frauen anders mit Grenzüberschreitungen umgehen sollten. Ich komme darauf noch im Schlußteil meiner Arbeit zurück .

Straftaten und übergriffiges Verhalten werden nicht als solches erkannt oder als normal in der Entwicklung eines Jungen angesehen. Kleine Kavaliersdelikte, die dazugehören, wenn der Junge zum "echten" Mann heranreift.

Ich möchte den Hauptteil dieser Arbeit mit folgendem Zitat beenden:

""Sexuelle Handlungen zwischen Kindern unter 18 Jahren werden allgemein als ‚Doktorspiele‘ oder normales Experimentierverhalten abgetan. Während dies Für die Mehrheit der Fälle zutrifft, gibt es eine Gruppe von Kindern, deren Sexualverhalten sich nicht im Rahmen des als normal Betrachteten befindet und besondere Beachtung sowie Interventionen erforderlich macht." ".

7. Das Bild das die Medien vom Täter entwerfen

In der Presse werden Männer, die Kinder sexuell mißbrauchen, als Monster dargestellt. Daß es sich in der Regel bei dem Mißbraucher um den unauffälligen und rechtschaffenden Nachbarn handelt, dem so etwas nicht zugetraut wird, ist Für die Presse meist nicht relevant.

"Der mißbrauchende Erwachsene entspricht meist nicht dem Bild des "Mannes", das die feministische Kritik von der Männerherrschaft und Männergewalt entwirft: Mißbrauchende erwachsene Männer können die gesellschaftlichen Anforderungen an den "Mann" oft nicht erfÜllen, versagen unter diesen Anforderungen und fÜhlen sich gerade dadurch gedemÜtigt, minderwertig, als kein richtiger Mann. Ihre männliche Identität ist unsicher, gestört. Sie verfÜgen häufig nur über geringes Selbstvertrauen und über wenig soziale Kompetenz im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, sind in ihrer emotionalen und psychosexuellen Entwicklung behindert, so daß sie ihre Bedürfnisse nach Zuwendung und Anerkennung nicht angemessen befriedigen können. Im sexuellen Mißbrauch versuchen sie deshalb, sich zu vergewissern, daß sie doch "ein richtiger Mann" sind.".

Dieses dargestellte Persönlichkeitsbild hat nichts monströses an sich, nichts was Angst einflößen könnte. Was aber in den Schlagzeilen der Boulevardpresse steht, läßt etwas anderes vermuten, hört sich nach brutalen und grausamen Menschen an, eben solchen, die man nicht in seinem Bekanntenkreis vermuten wÜrde. Der Presse geht es um so genannte "Aufreißer", die den Absatz fördern. Wyre und Swift (1991) sind der Meinung, daß die Medien sich von ihrer besten Seite gezeigt haben und viel dazu beigetragen haben, um das Thema sexueller Mißbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen.

Das mag auch in einem gewissen Sinne wahr sein, aber wenn ich an Schlagzeilen wie "BÜrgermeister mißbrauchte Tochter 500mal", "Hunderttausende von Kindern mÜssen bei uns Für die sexuellen GelÜste Erwachsener herhalten", "Die Bestie aus Cottbus", "Sexmonster", "Blutschänder" u.a.m., denke, dann kann ich das nicht als "beste Seite" bezeichnen.

Solche Aufmacher nehmen dem Delikt sexueller Mißbrauch das "alltägliche". Es wird als etwas "besonderes" dargestellt und eben nicht als das was es ist, nämlich ein Gewaltverbrechen an Kindern, das täglich in bundesdeutschen Familien geschieht!!

Meines Erachtens hat das nichts mit Aufklärung zu tun, sondern es verwirrt viel eher.

8. Gesellschaftliche Akzeptanz und richterlicher Umgang mit Sexualdelikten

So lange niemand wirklich aus nächster Nähe Kontakt mit diesem Thema bekommt, kÜmmert es die wenigsten. Mittlerweile weiß jede und jeder, daß es "so etwas" gibt, aber das passiert in Belgien und überall, nur nicht nebenan. Das tagtäglich nackte Kinder zu

Reklamezwecken allerorts abgelichtet werden, daß man Kinder via Internet wie Socken kaufen und zum Mißbrauchen mieten kann, daß der Perversion keine Grenzen mehr gesetzt sind, all das läßt die Gesellschaft in aller Ruhe weiterleben.

Ein Fall, wie er jetzt in Amerika passiert, wo ein 11jähriger Junge des Mißbrauchs an seiner kleinen Schwester bezichtigt wird, läuft in jeder Fernsehsendung. Das ist ein Aufreißer und läßt alle kurz beteiligt sein. Aber die ganze Geschichte ist ein "Furz" gegen das, was wirklich geschieht: Kinderhandel, Kinderpornographie, Kindestötung und Kindesmißbrauch!! Diese Gewaltverbrechen passieren in unserer Gesellschaft. Es geht nicht um einen 11jährigen Jungen, sondern um das ganze System, in dem so etwas geschehen kann.

Ich möchte hier einen Täter zitieren, der die Frage nach der Reaktion seiner Umwelt auf die Verurteilung folgendermaßen antwortete:

"Die haben das nicht glauben können. Sie will dich abschieben, die will dich loswerden. Sage ich, nein, schaut her, das war so und so und es ist nicht anders gewesen. So halt das und das haben sie nicht glauben wollen...und wollen es heute noch nicht glauben."

Das soziale Umfeld will es zum Teil einfach nicht glauben, was da geschieht, es verharmlosen oder gar nicht erst hinsehen.

Wyre und Swift (1991) berichten von einem Berufsrichter, der während der Verhandlung das Sammeln von Kinderpornographie mit dem von Zigarettenschachteln verglich.

In einem anderen Beispiel beschreiben sie einen Fall, in dem der Richter, die Tatsache, daß eine Frau ihrem Mann den Geschlechtsverkehr verweigerte, als mildernden Umstand Für den sexuellen Mißbrauch seines Kindes anerkannte.

Nachfolgendes bezieht sich zwar nicht auf den Bereich Kindesmißbrauch, spiegelt aber den Umgang mit sexueller Gewalt. Ein Mann wurde vom Vorwurf der Vergewaltigung frei gesprochen, da sein Opfer einen Minirock trug und ihn dadurch herausgefordert habe.

Dazu paßt die Behauptung von Wyre und Swift (1991): "Vergewaltiger und Kindesmißbraucher brauchen die Rechtfertigungen Für ihre Taten nicht erst zu erfinden. Die Mehrheit der Gesellschaft teilt ihre Haltung."

9. Präventionsmöglichkeiten in der Sozialisation von Jungen

GÜnther Deegener (1995) schreibt vom Verantwortungsabwehrsystem der Täter, er beschreibt die Strategien sexueller Mißbraucher, die keine Verantwortung Für ihr Handeln übernehmen, Ausreden und Schuldzuweisungen sind der Regelfall. Das Opfer selbst wird zum Täter gemacht ("Meine Tochter hat mich verfÜhrt.", "Das Kind ist mir mit der Hand in die Hose gegangen.", etc.) oder die Umstände sind schuld ("Ich habe meine Arbeit verloren und zu trinken angefangen.", "Meine Frau wollte nicht mehr mit mir schlafen.", usw.). Bezug nehmend auf Deegener möchte ich an dieser Stelle ein paar persönliche Gedanken zum Thema Prävention zusammentragen.

Ein Punkt, an dem frÜh anzusetzen wäre, ist der, jungen Menschen zu vermitteln, daß sie Für sich und ihre Taten verantwortlich sind.

Das fängt beim Fangspiel an, bei dem ungeschickt oder geschickt das andere Geschlecht "begrapscht" wird. Wird dies Für Eltern, LehrerInnen, PädagogInnen ersichtlich, sollten sie unverzÜglich mit dem Jugendlichen alleine oder in der Gruppe darüber reden und Ausreden wie: "Das machen aber alle.", nicht gelten lassen. Die Devise heißt: Ich bin Für das, was ich tue verantwortlich! Dieser Satz sollte in der Sozialisation prägend sein. Genauso wie die Sätze: "Keiner darf mit mir machen, was ich nicht will." und "Mein Körper gehört mir.".

Einen anderen Ansatzpunkt sehe ich in der Auflösung des "wahren" Männerbildes. Die Jungs sind damit vollkommen überfordert, es muß ihnen ermöglicht werden, einen Zugang zu sich selbst zu bekommen und eine Balance zwischen Innen und Außen herzustellen.

Dies funktioniert nur, wenn sie auch weich sein können und dÜrfen, über sich, ihre Gefühle und Ängste reden können, ohne ausgelacht oder ausgegrenzt zu werden.

Ich meine nicht, das Jungen wie Mädchen werden sollten. Es ist wichtig, sich eindeutig als Junge oder Mädchen definieren zu können. Typisierungen wie z.B.: "Jungen sind hart und weinen nicht.", "Mädchen sind lieb und hauen nicht.", sollten allerdings aufgehoben werden.

Möglichkeiten Für solche Veränderungen sehe ich im Kindergarten, der Schule und Jugendfreizeitstätten, abgesehen von zu Hause natÜrlich.

PädagogInnen sollten umsichtig mit diesem Thema umgehen, reden und notfalls handeln, übergriffe nicht zulassen und "Mackerverhalten" diskutieren. Anhand von Geschichten, die gemeinsam gelesen werden, sollten Diskussionsrunden zum Thema eröffnet und Rollenspiele eingesetzt werden. Die verschiedenen Möglichkeiten mÜssen auf das jeweilige Alter der Kinder abgestimmt werden. Rollenspiele kann man schlecht mit 5jährigen veranstalten, wohl aber mit Älteren. Die Rollenspiele dienen dazu, sich in die Situation des anderen zu versetzten, bspw. kann der Junge mal das typische Mädchen spielen und umgekehrt. So können Kinder selbst erfahren, wie sich Grenzverletzungen anfÜhlen.

Wenn Jungen auf diesem Wege mitbekommen, daß andere Jungen auch Ängste haben, nicht immer stark sind und weinen können, dann wird es ihnen vielleicht auch helfen, über sich selbst zu reden und nach zu denken.

Wichtig finde ich, den Jungen zu spiegeln, daß sie mit ihrem "Mackergehabe" nicht imponieren können, wohl aber mit einem offenen Gespräch. In diesem Kontext sollten die Mädchen auch bestärkt werden, sich nicht von den Jungen mit ihrem Gehabe blenden zu lassen, denn diese können im Grunde auch nicht mehr als jedes Mädchen.

Zum Schluß möchte ich anmerken, daß man auffälliges grenzüberschreitendes/sexuelles Verhalten bei Jungen ernst nehmen sollte. Mit Hilfe pädagogischer und/oder therapeutischer Unterstützung sollte ihnen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Probleme aufzuarbeiten.

Es eben nicht als normale, zur Entwicklung des Jugendlichen gehörende sexuelle Neugier stehen zu lassen.

Jeder der mit jungen Menschen zu tun hat, sollte sensibel Für übergriffiges Verhalten im Alltag werden. Dieses Verhalten nicht als Scherz oder typisch männlich oder weibliches Verhalten abtun. Offensiv und direkt über das sprechen, was sie oder er wahrgenommen hat.

Literaturliste

Bange, Dirk: Prävention sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Eine Verpflichtung von Politik und Jugendhilfe.

In: Höfling, Siegfried; Drewes, Detlef; Epple-Waigel, Irene (Hrsg.): Auftrag Prävention, Offensive gegen sexuellen Kindesmißbrauch, Germany 1999, s. 140-163

Beck, Ulrich und Beck-Gernsheim, Elisabeth: Das ganz normale Chaos der Liebe, Frankfurt am Main 1990

Bruder, Klaus JÜrgen und Richter-Linger, Sigrid: Monster oder Liebe Eltern? Sexueller Mißbrauch in der Familie, Berlin, Weimar 1993

Deegener, GÜnther: Sexueller Mißbrauch: Die Täter, Weinheim, Beltz 1995

Duden Band 5, Das Fremdwörterbuch, Mannheim, Wien, ZÜrich 1997

Gallwitz, Adolf und Paulus, Manfred: GrÜnkram; Die Kinder-Sex-Mafia in Deutschland, Hilden, Rhdl. 1998

Heiliger, Anita und Engelfried, Constance: Sexuelle Gewalt; Männliche Sozialisation und potentielle Täterschaft, Frankfurt/Main, New York 1995

Heyne, Claudia: Täterinnen: Offene und versteckte Aggression von Frauen, ZÜrich 1996

Kreft, Dieter und Mielenz, Ingrid: Wörterbuch Soziale Arbeit, Weinheim, Basel, Beltz 1996

Minssen, Angela und MÜller, Ursula: Wann wird ein Mann zum Täter? „Psycho- und Soziogenese von männlicher Gewaltbereitschaft gegenüber Frauen" - Eine Literaturauswertung Hrsg. Ministerium Für die Gleichstellung von Frau und Mann des Landes NRW Dokumente und Berichte 35, DÜsseldorf 1996

Wyre,Ray und Swift, Anthony: Und bist Du nicht willig ... Die Täter, Köln 1991


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letzte Aktualisierung am: 23. June 2008