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Welche Folgen kann sexualisierte Gewalt haben?Ein Leben zum "weglaufen"?Auf diese Frage gibt es so viele Antworten wie Opfer. Jedes Mädchen und jeder Junge erlebt sexualisierte Gewalt auf seine eigene Weise und jedes Kind versucht auf seine Weise damit umzugehen.Ob Außenstehende die übergriffe als "schlimm" oder "traumatisch" einstufen, ist unwichtig. Entscheidend ist, wie erlebt es das betroffene Kind? Die Reaktionen der Mädchen und Jungen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Manche
Mädchen reagieren oft anders als Jungen. Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Trotzdem ist das persönliche Erleben der sexualisierten Gewalt häufig ähnlich. Den besten Eindruck bekommen Sie, wenn Sie einmal einen Erfahrungsbericht einer Frau oder eines Mannes lesen. Wichtig ist, dass wir darauf reagieren, wenn sexualisierte Gewalt ausgeübt wird, damit...
Danke, dass Sie sich auf die Seite der Opfer stellen.Zusammenfassung sexualisierte Gewalt kann zu einer Vielzahl verschiedener kurz- und langfristiger Folgen und Schäden führen. Viele Betroffene bleiben ihr Leben lang durch die Missbrauchserfahrungen geprägt und belastet. Die Schädigungen sind nach Einschätzung der meisten Autoren umso schwerwiegender
Eine Gewichtung der einzelnen Faktoren lässt sich kaum vornehmen; jedoch ist davon auszugehen, dass die Traumatisierung und die Langzeitfolgen in dem gleichen Maße zunehmen wie die Anzahl der gegebenen Bedingungen. Zentrales schädigendes Element bei sexuellem Missbrauch, vor allem innerhalb der Familie, ist die langfristige Verwirrung, der das Kind auf kognitiver, emotionaler und sexueller Ebene ausgesetzt ist. Es ist frühzeitig sexuell stimulierter Pseudo-Partner und zugleich strukturell abhängiges Kind, und es wird möglicherweise noch durch Gewalt bedroht. Die Verwirrung hinsichtlich der Generationszugehörigkeiten und die Vermischung der Rollen einer (väterlichen) Autoritätsfigur und sexuellen Pseudopartners wird von den Missbrauchern häufig durch die möglichst vollständige Verleugnung der Tatsache, dass überhaupt sexuelle Handlungen stattfinden, aufrecht erhalten. So ereignet sich der Missbrauch oft in völligem Schweigen und in Dunkelheit. Die körperliche Nähe und die sexuelle Erregung stehen in direktem Widerspruch zur Negierung der Realität. Damit wird dem Kind die Möglichkeit genommen, die zentralen Aspekte dieser emotional intensiven und verwirrenden Erfahrung kognitiv und sozial sinnvoll zuzuordnen - und es ist darüber hinaus noch gezwungen, diese Verwirrung geheim zuhalten. Sexualisierte Gewalt setzt das Kind also nicht nur traumatischen Erfahrungen aus, durch die seine sexuellen Gefühle und Vorstellungen in einer Weise beeinflusst werden, die seinem Entwicklungsstand und der Qualität seiner Beziehungen nicht entsprechen; wenn es entdeckt, dass eine Person, die es liebt und zu der es in einer lebenswichtigen Beziehung steht, es missbraucht und verletzt, wird es auch in seinem Vertrauen zutiefst erschüttert. Dieser Verrat durch den Missbraucher kann durch die Reaktionen der Umwelt wiederholt und verstärkt werden, wenn das Kind bei seinen Versuchen, sich mitzuteilen und sich dem Missbrauch zu entziehen, keinen Glauben und keine Unterstützung findet. Die grundlegende Missachtung seines Willens und die (fortgesetzte) Verletzung seiner körperlichen Integrität konfrontieren das Kind mit Gefühlen der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins. Und schließlich wird es in seinem Selbstvertrauen geschädigt, wenn es die Gefühle
als dem eigenen Selbst zugehörig verinnerlicht. Auch hierbei können die Gefühle des Beschädigt- und Ausgestoßenseins (Stigmatisierung) durch entsprechende Zuschreibungen von Seiten der Umwelt weiterhin verschlimmert und befestigt werden. Schädigenden sexuellen Erfahrungen, Verrat, Ohnmacht und Stigmatisierung sind leider nicht nur missbrauchte Kinder ausgeliefert; das gleichzeitige Zusammentreffen aller vier Faktoren in der Missbrauchssituation ist es jedoch, was sexuellen Kindesmissbrauch von allen anderen, möglicherweise traumatischen Erlebnissen (wie etwa Scheidung der Eltern oder auch physische Misshandlungen) unterscheidet. Das Ausmaß der Schädigungen variiert in Abhängigkeit davon, wie sich im Einzelfall diese vier Faktoren wechselseitig verstärken oder abschwächen. Als langfristige Folgen sexualisierter Gewalt von Kindern und Jugendlichen treten im Erwachsenenalter häufig auf:
Obwohl die genannten Störungen nicht nur infolge von sexuellem Missbrauch entstehen können, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Missbrauchsopfer unter einem oder meist mehreren dieser Symptomen leiden, deutlich erhöht. (aus: Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen; eine Informationsbroschüre der Senatsverwaltung Für Jugend und Familie, Berlin 1992)Dieser Text wurde in inhaltlicher Verantwortung erstellt von Mario Maier von der Fachhochschule Esslingen, Hochschule Für Sozialwesen. Zur Basisseite über sexualisierte Gewalt der FH Esslingen geht's mit diesem Link.Hier finden Sie eine Studienarbeit zum Thema "Mutismus" als mögliche Folge sexualisierter Gewalt |
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