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Aus dem Klappentext:
Tauwetter wendet sich an Männer, die als jungen sexuell
missbraucht wurden und an MitarbeiterInnen in Beratungs- und Anlaufstellen, die mit
Männern und Jungen arbeiten. Mit erleichterndem Pragmatismus und
gleichzeitig großer Anteilnahme schreiben die Autoren über die ersten
Schritte der Auseinandersetzung und Verarbeitung.
Angesprochen werden Fragen wie: „Therapie oder Selbsthilfe?„ „Wie finde
ich eine Selbsthilfegruppe, und wo treffen wir uns?„ Checklisten,
Arbeitsbögen und ermutigende Spickzettel, die sich als hilfreiche Medien
vielfach bewährt haben, runden das Handbuch ab.
Tauwetter hilft nicht nur, die
Konflikte des Alltags zu überleben. Es spricht die Fähigkeiten und
Möglichkeiten an, den eigenen Lebensweg in die Hand zu nehmen und positiv zu
bestimmen.
Ein rundum gelungenes Buch. Das
beginnt mit so scheinbaren Kleinigkeiten wie Umfang, Format und
Übersichtlichkeit. Das Buch passt in jede Männerhosentasche, vermeidet mit
seinen knapp hundert Seiten das vorzeitige Weglegen und fordert durch seine
Aufmachung (Checklisten, Spickzettel, Fragebögen) immer wieder zum Querlesen
auf. Männer, die sich mit ihrem erlittenen Sexuellen Missbrauch
auseinandersetzen wollen, haben häufig große innere Widerstände zu
überwinden, haben sie doch bisher oft den Weg der Verdrängung oder
Verharmlosung beschritten. Tauwetter zeigt fast spielerisch und doch
spannend verschiedene Möglichkeiten des Be/Verarbeitens auf und macht
deutlich, wie wichtig es gerade auch Für Männer ist zu erkennen, dass Mann
nicht alles alleine bewältigen muss, sondern geteiltes Leid, wirklich halbes
Leid ist. Dazu trägt vor allem die sehr persönliche Begleitung von Jo bei,
dem es ganz selbstverständlich gelingt, als Mann über seine Gefühle zu
sprechen ohne dabei banal zu werden.
Und noch ein Gutes hat das Buch: In der Männerarbeit
sind Materialien entstanden, die durchaus auch in anderen
Arbeitszusammenhängen zum Einsatz kommen sollten. Sehr ermutigend; weiter
so! (nr) |