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Sexualisierte
Gewalt von Kindern und Jugendlichen: Individuelle und institutionelle
Reaktionen
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Diesen Artikel fanden wir im Internet.
Finanzierung: Gefördert von der Volkswagen-Stiftung
Leitung: PD Dr. J.M. Fegert,
Prof. Dr. U. Lehmkuhl, Prof. Dr. G.
Lehmkuhl, Prof. Dr. A. Lüderitz, Prof. Dr. M. Walter
Mitarbeiterinnen: Christina Berger, Blanka Breuer, Dr. Felicitas Deget, Uta
Klopfer, Angelika Wolke
Laufzeit: 1994 - 1998
Kurzdarstellung
Mit dem Problemfeld sexualisierte Gewalt sind unterschiedlichste
rechtliche und psychosoziale Professionen konfrontiert, von deren Interventionen
entscheidend abhängt, inwieweit betroffenen Kindern und Jugendlichen gezielt und
effektiv geholfen werden kann. Strafrechtliche, vormundschafts- bzw.
familienrechtliche und beratend-versorgende Ansätze bilden dabei die
wesentlichen Interventionsstränge. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht
der Zusammenhang zwischen verschiedensten institutionellen Maßnahmen und deren
Konsequenzen Für die Betroffenen. Dabei sind folgende Fragen von Bedeutung:
- wie reagieren Institutionen konkret, wenn ein Fall von sexuellem
Missbrauch bekannt wird,
- welche Determinanten bestimmen den Umgang der Institutionen mit
dem sexuellen Missbrauch,
- was wissen und erwarten Institutionen voneinander,
- wie erleben Eltern, Kinder und Jugendliche das Handeln der
Institutionen,
- was erwarten Eltern, Kinder und Jugendliche von strafrechtlichen
und psychosozialen Interventionen,
- welches Vorgehen ist in der Verlaufsperspektive förderlich Für
das Kindeswohl.
In dem von der VW-Stiftung Für dreieinhalb Jahre geförderten,
interdisziplinären Forschungsprojekt wird diesen Fragen systematisch
nachgegangen. Der Studie unterliegt ein zweistufiges, prospektives Design.
Quantitative Fragebogenuntersuchungen und qualitative Experteninterviews dienen
als Basis Für die Analyse der ‘institutionellen Reaktionen’, wobei rechtliche
Bestimmungen besondere Berücksichtigung finden. Auf der Grundlage ausführlicher
kinder- und jugendpsychiatrischer sowie psychologischer Untersuchungen
betroffener Kinder und deren Eltern mit einer Katamnese nach 1 ½ Jahren wird das
individuelle Kindeswohl in Abhängigkeit von den institutionell eingeleiteten
Maßnahmen betrachtet.
Publikationen
Berger, C.; Klopfer, U.; Breuer, B.; Deget, F.; Wolke, A.; Fegert,
J. M.; Lehmkuhl, G.; Lehmkuhl, U.; LÜderitz, A.; Walter, M.: Institutioneller
Umgang mit strafrechtlichen Maßnahmen bei sexuellem Mißbrauch. Ergebnisse einer
Expertenbefragung. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 1996, 45:
300-307.
Berger, C.; Klopfer, U.: Sexueller Mißbrauch von Kindern. Ein
thematischer überblick Für die Kinderkrankenpflege. Kinderkrankenschwester,
1997, 16: 189-194.
Fegert, J.M.; Berger, C.; Breuer, B.; Deget, F.; Haasemann, J.;
Klopfer, U.; Wolke, A.; Lehmkuhl, U.; LÜderitz, A.; Walter, M.; Lehmkuhl, G.:
Das Dilemma zwischen familienbezogener Hilfe und staatlichem Wächteramt.
Ergebnisse einer Expertenbefragung im Hinblick auf § 42 KJHG „Inobhutnahme“ im
Zusammenhang mit dem Schutz sexuell mißbrauchter Kinder. Teil 1, Zentralblatt
Für Jugendrecht, 1996, 11: 448-451 und Teil 2, Zentralblatt Für Jugendrecht,
1996, 12: 483-486.
Walter, M.; Wolke, A.: Zur Funktion des Strafrechts bei „akuten
sozialen Problemen“ - einige rechtssoziologische überlegungen am Beispiel des
sexuellen Mißbrauchs von Kindern und Jugendlichen, MschrKrim, 1997, 80: 93-107.
Fegert, J.M.: Interventionsmöglichkeiten bei sexuellem Mißbrauch an
Kindern. Sexuologie, 1997, 2: (im Druck).
Fegert, J.M.: Kindeswohlgefährdung. Mögliche ärztliche Beiträge zur
interprofessionellen Zusammenarbeit. Forum Erziehungshilfen, 1997, 1, 13-17 (im
Druck).
Fegert, J.M.; Berger, C.; Haasemann, J.; Klopfer, U.; Bahadori, R.,
Breuer, B.; Deget, F.; Wolke, A.; Lehmkuhl, G.; LÜderitz, A.; Walter, M.;
Lehmkuhl, U.: The German legal and professional approach in the management of
sexual abuse in children and adolescents. Results of an expertz interview study
on professional cooperation. Child Abuse and Neglect, (im Druck).
Last Updated: Monday, July
21st, 1997
© 1996. C. Berger. Virchow-Klinikum der Humboldt-Universität zu Berlin.
Forschungsgruppe Kinder und Jugendliche. Abteilung Für Psychiatrie, Neurologie
und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. KAVH. Heubner Weg 6. 14050
Berlin. Tel: 030/450-66587. Fax: 030/450-66952.
URL:
http://www.rz.charite.hu-berlin.de/rv/kpsych/vw.html
und noch ein Internetartikel
Handlungsrelevante
Konzepte und therapeutische Interaktionscharakteristika aus der Sicht von
HelferInnen sexuell missbrauchter Kinder
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Diesen Artikel fanden wir im Internet.
Eine qualitative
Untersuchung von Gruppendiskussionen zu spezifischen
psychotherapeutisch-behandlungstechnischen Fragestellungen
Finanzierung: Berlin - Forschung
Leitung: Prof. Dr. U. Lehmkuhl,
PD Dr. J.M. Fegert
Mitarbeiterinnen: Dipl.-Psych. C. Thurn, Dipl.-Psych. E. Wils
Laufzeit: 1994 - 1997
Kurzdarstellung
Der Fachdiskurs über den therapeutischen Umgang mit sexuell
missbrauchten Kindern findet nur allmählich auch in den etablierten
Therapierichtungen statt. Zahlreiche praktische Erfahrungen von BeraterInnen und
TherapeutInnen bestehen jedoch seit Jahren und sollen im Rahmen des
Forschungsprojektes zugänglich gemacht werden.
Ziel ist es zu untersuchen, auf welche Heurismen HelferInnen in ihrer konkreten
Arbeit zurück greifen und welche Modifikationen sie in ihrem therapeutischen
Handeln vornehmen. Es wird der Versuch unternommen, in einer schulenübergreifend
konzipierten Darstellung Spezifika dieses Arbeitsfeldes sowie
Handlungsstrategien, die diesen Besonderheiten Rechnung tragen, aufzuzeigen.
Methodisch greifen wir auf das Vorgehen nach der Grounded Theory
(Glaser & Strauss 1967, Strauss 1991) zurück . Es wurden Gruppendiskussionen mit
erfahrenen BeraterInnen und TherapeutInnen durchgeführt, die derzeit mit
qualitativen Verfahren ausgewertet werden.
Veröffentlichungen
Thurn, C.; Wils, E.: Psychotherapie mit sexuell missbrauchten
Kindern. Ergebnisse einer Befragung erfahrener Beraterinnen und Therapeutinnen.
Kindheit und Entwicklung, (4), 1995, 218-226.
Thurn, C.; Wils, E.: Bericht aus der laufenden Forschungsarbeit I,
internes Papier, Forschungsgruppe Kinder und Jugendliche, Virchow-Klinikum der
Humboldt-Universität zu Berlin, 1995.
Thurn, C.; Wils, E.: Psychotherapie und Beratung von sexuell
missbrauchten Kindern. Schlussfolgerungen aus einem Workshop. In: Hentschel, G.
(Hrsg.): Skandal und Alltag. Sexueller Missbrauch und Gegenstrategien; Orlanda,
Berlin, 1996, 290-299.
Thurn, C.; Wils, E.: Bericht aus der laufenden Forschungsarbeit II,
internes Papier, Forschungsgruppe Kinder und Jugendliche, Virchow-Klinikum der
Humboldt-Universität zu Berlin, 1996.
Last Updated: Thursday,
December 12th, 1996
© 1996. C. Thurn. Virchow-Klinikum der Humboldt-Universität zu Berlin.
Forschungsgruppe Kinder und Jugendliche. Abteilung Für Psychiatrie, Neurologie
und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. „Schwesternhaus“. Spandauer
Damm 130, 14050 Berlin. Tel: 030/3035-3664. Fax: 030/3035-3781.
URL:
http://www.rz.charite.hu-berlin.de/rv/kpsych/thuwils.html
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InformationsbroschÜre
"Kindeswohl versus Elternrecht?!
Welche Bedeutung hat das Wohl des Kindes in
familiengerichtlichen Verfahren bei Verdacht auf Sexuellen Missbrauch?"
Diese empfehlenswerte Broschüre stellt die
Dokumentation einer Fachtagung in Hamburg dar, die vom "Initiativen-Treffen
der Hamburger Beratungsstellen und Einrichtungen gegen sexuelle Gewalt an
Kindern und Jugendlichen" organisiert wurde. Sie kann Für 2,50 Euro zzgl.
1,50 Euro (Porto) angefordert werden bei: Allerleirauh e.V., Menckesallee
13, 22089 Hamburg, Tel.:040-29834483, Fax 040-29834484,
allerleirauh@bigfood.de
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Mechthild Gründer, Rosa Kleiner, Hartmut Nagel
Wie man mit Kindern
darüber reden kann
Ein Leitfaden zur Aufdeckung sexueller Misshandlung. Votum 1997 |
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Aus dem Klappentext: "Viele Kinder - Mädchen
und Jungen - sind von sexueller Misshandlung betroffen. Sowohl
diejenigen, die beruflich mit Kindern zu tun haben, als auch Eltern
wissen häufig nicht, wie sie reagieren sollen, wenn sie einen Verdacht
haben. Da sexuell misshandelte Kinder häufig in sehr enger Beziehung zum
Misshandler oder zur Misshandlerin stehen, fällt es ihnen besonders
schwer, über das, was ihnen passiert ist, zu reden. Kinder werden zudem
in den meisten Fällen eingeschüchtert und
entwickeln Schuldgefühle. Sie schämen sich, weil
sie genau wissen, dass das, was mit ihnen geschieht, nicht sein darf.
Also schweigen sie zunächst oder leugnen oder bagatellisieren.
Gleichzeitig machen sie Erwachsene auf ihre Situation aufmerksam, indem
sie Signale
geben und Symptome zeigen, da der Versuch, sich
mitzuteilen, Für sie häufig mit großen Ängsten verbunden ist.
Ganz
behutsam nur kann ein Kind zum Sprechen gebracht werden, kann das, was
geschehen ist, aufgedeckt werden. Wesentlich dabei ist, die Gefühle der
Kinder zu respektieren und ihre Ängste ernst zu nehmen. Denn oft ist die
ganze Familie in das Misshandlungs-Geschehen verwoben und das Kind fühlt
sich Für das, was nun an Dynamik entsteht, verantwortlich.
Die Autorinnen und der Autor dieses Buches
arbeiten seit langen Jahren mit sexuell misshandelten Kindern und führen
Erziehende in das Gespräch mit den betroffenen Kindern ein. So soll
dieses Buch ganz konkret helfen, sexuelle Misshandlung aufzudecken und
Kindern Hilfe anzubieten."
Es werden wichtige
Vorüberlegungen und Rahmenbedingungen Für Fälle dargestellt, in denen
bei einem Kind sexualisierte Gewalt vermutet wird. Es werden konkrete
Hinweise gegeben, wie bei einer vagen Vermutung gezielte Maßnahmen der
HelferInnen dazu beitragen können, dass diese sich erhärten lässt bzw.
sich als falsch erweist. Hierzu werden Teilschritte aufgezeigt, die
helfen, die Maßnahmen zu strukturieren. Ferner wird der inhaltliche und
methodische Aufbau von Gesprächen mit Kindern erläutert und auf die
Gefahren der Suggestibilität hingewiesen. Abschließend werden fünf
Gesprächsbeispiele mit Kindern aufgezeigt, die typische Problemlagen in
so genannten "Aufdeckungsgesprächen" deutlich
werden lassen. Das Buch ist knapp und verständlich geschrieben und
bietet sicherlich einen geeigneten ersten Einstieg in das Thema
Gesprächsführung mit Kindern. Die
Gesprächsbeispiele sind jedoch m. E. nach nicht unbedingt
nachahmenswert, da sie teilweise kompliziert im Satzaufbau sind und eine
ganze Reihe Suggestivfragen beinhalten, die ja tunlichst vermieden
werden sollten. (Angela May) |
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Kindesmissbrauch erkennen, helfen, vorbeugen
GÜnther
Deegener. Kindesmißbrauch erkennen, helfen, vorbeugen. Beltz. 1998
GÜnther
Deegener, vielen bekannt vor allem durch sein sehr informatives Buch:
Sexueller Missbrauch. Die Täter. Hier nun legt er ein eher allgemein
gehaltenes Buch zum Sexuellen Missbrauch vor (schließlich wollen alle
Verlage mindestens ein allgemeines Buch zum Thema haben – so auch Beltz!).
Problematisch ist es jedoch immer, wenn Verlage Bücher veröffentlichen, ohne
Inhalte auf sachliche/fachliche Richtigkeit prüfen zu können... |
| Deegener hat hier nun ein Buch veröffentlicht und ist
dabei weit unter sein bisheriges Niveau gesunken, denn er hat versucht,
einen fachlichen "Rundumschlag" zu vollziehen – und ist dabei gescheitert!
Die Zielgruppe und das Niveau der Veröffentlichung schwankt zwischen
Elternratgeber (Kapitel 19), pädagogischem Leitfaden (Kapitel 20) und
wissenschaftlicher Publikation (Kapitel 7). Bei letzterem sind die
Quellenangaben so ungenau und schlecht, dass sie nicht einmal diesem
Anspruch genügen. Chancen und Grenzen schulischer Prävention werden auf
eineinhalb Seiten abgehandelt, aber in einem eigenständigen Kapitel 20
"aufgebläht". Die Kapitel 13 und 15 stehen sich inhaltlich auch noch
diametral gegenüber, heben sich auf bzw. negieren sich. Die Schaubilder sind
sicherlich in Farbe konzipiert, erscheinen hier aber nur in schwarz-weiß und
sind deshalb teilweise kaum erkennbar. Schade! Ein Buch, das sich einreiht
in die unnötigen Publikationen zum Thema. (Angela May). |
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Institut Für soziale Arbeit e.V. (Hg.)
Soziale Praxis: Luise Hartwig / Monika Weber
"Sexuelle Gewalt und
Jugendhilfe"
Bedarfssituation und Angebote der Jugendhilfe Für
Mädchen und Jungen mit sexuellen Gewalterfahrungen |
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Die vorliegende
Expertise beschreibt Probleme, Schwierigkeiten aber auch Möglichkeiten und
Ressourcen der Jugendhilfe im Umgang mit Mädchen und Jungen, die sexuelle
Gewalterfahrungen haben. Die aufgezeigten Ergebnisse beschreiben das
Jugendhilfeangebot der Stadt Köln.
Einleitend werden zwei Fallbeispiele
geschildert, die auf Schwierigkeiten der Jugendhilfe im Umgang mit sexueller
Gewalt aufmerksam machen. Problematisch hierbei ist immer noch, dass
Hilferufe nicht frühzeitig verstanden werden. Durch eine Vielzahl von
Verwaltungsgängen, wenn es dann zur Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs
kommt, wird eine Verunsicherung der Kinder und Jugendlichen noch
unterstützt. Kinder und Jugendliche müssen viel zu sehr unter dem Druck der Befragungen
leiden oder durchlaufen sämtliche Institutionen, werden abgeschoben, da ein
professionelles Auffangen oft noch Schwierigkeiten bereitet. Im folgenden
geht die Expertise auf die allgemeinen Probleme des sexuellen Missbrauchs an
Mädchen und Jungen ein. Die Dimensionen der sexuellen Gewalt und ihre Folgen
Für die Betroffenen werden dargestellt. Aufmerksam wird darauf gemacht, dass
die Warnung vor dem "fremden Mann im Park" die Problematik des Sexuellen
Missbrauchs verschleiert, da der Täter zum größten Teil aus dem Nahraum des
Kindes kommt und das Kind den Täter kennt. Nach dem allgemeinen
Problemaufriss wird ein Modell eines qualifizierten Hilfesystems Für Mädchen
und Jungen mit sexuellen Gewalterfahrungen aufgezeigt, bevor auf die
Angebotsstrukturen der Jugendhilfe in Köln eingegangen wird. Hier verweist
die Expertise auf Schwierigkeiten des KJHG, da eine Antragstellung auf Hilfe
zur Erziehung vom Erziehungssorgeberechtigten ausgeht und nicht vom
betroffenen Kind oder Jugendlichen. Die Problematik wird offensichtlich. Die
Verweildauer der betroffenen Kinder und Jugendlichen in den Familien könnte
dadurch verlängert werden.
Im Kapitel 4 gehen die Autoren auf die Hilfeangebote der
Jugendhilfe in Köln ein. Verschiedene Einrichtungen werden in ihrer Struktur
vorgestellt. Eingegangen wird auf die Kapazität der jeweiligen Einrichtung,
auf deren Angebote, aber auch auf Mitarbeiterzahlen und –strukturen. So
stellt sich heraus, dass der Bedarf, gerade auch an stationären
Einrichtungen, noch längst nicht gedeckt ist, aber auch, dass eine weitere
Qualifizierung der MitarbeiterInnen Für das Thema "Sexuelle Gewalt gegen
Kinder und Jugendliche" unablässig ist. Abschließend werden Empfehlungen Für
die Weiterentwicklung des Jugendhilfeangebots in Köln gegeben.
Diese Expertise stellt ein schönes Beispiel dafür
dar, wie wichtig es ist, mit dem Thema sexualisierte Gewalt an die
Öffentlichkeit zu gehen, wie unabdingbar eine qualifizierte Arbeit der
MitarbeiterInnen ist, um Spätfolgen der Betroffenen weit
gehend zu vermeiden und vor welchen
strukturellen Schwierigkeiten die Jugendhilfe in Köln (aber auch allgemein)
steht. Sie spricht sich daFür aus, dass eine Kooperation der Institutionen
untereinander zu fördern ist. Ein gutes praxisnahes Heft, was vor allem Für
Personen helfender Berufe empfehlenswert ist. (Carola Bartsch) |
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Claudia
Marquardt/Jutta Lossen
Sexuell missbrauchte Kinder in
Gerichtsverfahren
Votum Verlag MÜnster, 1999, 16,50 Euro
ISBN 3-930405-43-1 |
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Gesetzestexte sind
bekanntlich trocken und schwer verständlich, Kommentare sind es in der Regel
nicht minder. Um so erfreulicher, wenn es davon Ausnahmen gibt wie das von
Claudia Marquardt und Jutta Lossen "Sexuell missbrauchte Kinder in
Gerichtsverfahren".
Claudia Marquardt, selbst Mutter
zweier Kinder, Rechtsanwältin in einer Kölner Gemeinschaftskanzlei, vertritt
seit 11 Jahren kindliche Opfer sexueller Gewalt in Zivil- und
Strafverfahren. Jutta Lossen, gleichfalls Anwältin, hat Erfahrung mit
Nebenklagevertretungen, ist seit 1997 Mitglied in der Strafrechtskommission
des deutschen Juristinnenbundes. Damit das Buch nicht zu einer rein
feministischen Darstellung gerät, wurden sie von Steffen Sieferts,
Rechtsreferendar, und Eberhard Reinecke, Rechtsanwalt und Vater zweier
Kinder, unterstÜtzt.
Die AutorInnen haben sich kein
leichtes Feld ausgesucht. Ein beliebtes schon gar nicht, wovon viele
rechtsanwaltlichen Beistand suchende Opfer ein leidvolles Lied singen
können. Strafrecht macht viel Arbeit, fordert Gefühle heraus und bringt weit
weniger ein als Verkehrsangelegenheiten.
Für alle, die mit kindlichen
Opfern sexualisierter Gewalt zu tun haben, stellt sich bei Bekanntwerden von
Verdachtsmomenten immer die gleiche Frage: Wie können die Kinder vor
weiteren übergriffen, sollten sich die Vermutungen als Tatsachen
verifizieren, am wirkungsvollsten geschützt werden? Sind Strafanzeigen das
geeignete Mittel, oder reichen zivilrechtliche Maßnahmen aus, sind sie
womöglich sinnvoller? Welche Konsequenzen hat ein Verfahren Für das
betroffene Kind? Aber auch: wie haben sich diejenigen zu verhalten, denen
ein sexualisierte Gewalt offenbart wird?
Verständlich und mit ungewöhnlich
leichter Feder gelingt es den AutorInnen des Buches, diese Fragen zu
beantworten. Immer unter der Maxime: die Interessen des Kindes sind
vorrangig, alles andere hat sich diesen unterzuordnen, Parteilichkeit Für
das Kind als oberstes Handlungsgebot. Objektivität schließt das nicht aus,
im Gegenteil: Nur wer alle Möglichkeiten des deutschen Rechtswesens kennt
und vor Augen hat, kann in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen den
umfassenden, kindgerechten Schutz vor weiteren übergriffen gewährleisten und
dem Kind zur Durchsetzung seiner Rechte verhelfen.
Auffallend an dem Buch ist nicht
nur die immer wieder sachlich vorgetragene, berechtigte Kritik an der Aus-
und Fortbildung von Richtern und Richterinnen, KollegInnen des eigenen
Berufsstandes, sondern auch an PsychologInnen. Geschildert wird hier, dass
RechtanwältInnen gegenüber Tatzusammenhänge geschildert werden, von denen
die TherapeutInnen nichts wissen. Hieran zeigt sich mal wieder, dass Kinder
ein sehr gutes GespÜr daFür haben, wen sie mit ihren Schilderungen
konfrontieren können und wen nicht.
Die AutorInnen haben es geschafft,
unter BerÜcksichtigung neuer Forschungsergebnisse, auch der
Kinderpsychologie und Pädiatrie, einen verständlichen sowie umfassenden
überblick zu bieten über das Zivil- und Strafrecht mit seinen Nebengesetzen,
einschließlich der neuesten Rechtsprechung und Gesetzgebungsstandes bis
1998. Fallbeispiele verdeutlichen die Rechtspositionen des Kindes und
anderer Verfahrensbeteiligter, ermöglichen dem Lesenden eine Vorverortung
des jeweiligen Falles
Das dreihundert Seiten starke Buch
schließt eine seit langem bestehende LÜcke auf dem Gebiet der juristischen
Fachliteratur zum Thema "sexueller Kindesmissbrauch". Als "Anwalt des
Kindes" ein Muss Für alle im Kinder- und Jugendschutz Tätigen, auch oder
gerade Für Juristen. |
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