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Hadley
Irwin
Liebste Abby
Beltz & Gelberg
ISBN 3 407 806671 |
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Auf den ersten Blick wirkt die
Erzählung von Chip und Abby wie eine ganz normale Liebesgeschichte. Chip ist
13, Abby 12, sie treffen sich auf einem Spielplatz, und als Chip in ihre
Augen sieht, weiß er, dass er sie liebt. So einfach ist das ganze also. Oder
so kompliziert, denn als sich die zwei anfreunden und näher kennen lernen,
merkt Chip: Abby ist nicht nur Abby Morris, sie ist zugleich auch die
Schöpfung ihrer Phantasie: Mildred Fillmore.
Doch warum ist Abby Mildred und Mildred
Abby? Weil Abby ein grausiges Geheimnis hütet. Nur als Mildred kann sie
dieses ein wenig verdrängen und die unabhängige und starke Frau sein, die
sie gerne wäre. Mit Chip kann sie sich von der alten Abby mit den schlimmen
Erinnerungen lösen und Mildred sein. Doch die Realität holt Abby all zu
schnell ein: Ihr dominanter Vater beobachtet sie mit Argusaugen und gönnt
ihr keine Freiheiten. Die sich anbahnende Beziehung zwischen Chip und Abby
missfällt ihm, denn er scheint zu ahnen, dass Abby sich Chip anvertrauen und
ihr Geheimnis lüften wird, das Geheimnis, dass zu viele Mädchen und Frauen
mit ihr teilen: Abby wurde von ihrem Vater sexuell missbraucht.
Der Roman ‘liebste Abby’ schildert ein
heikles Thema auf sensible Weise aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive.
Statt der Betroffenen (Abby) erzählt ein anfangs außen
stehender (Chip) die Begebenheiten. Chip berichtet vom ersten Treffen
mit ihr, über seine allmählich immer stärker werdende Gewissheit, dass mit
Abby etwas nicht stimmt, bis hin zu dem Punkt ihrer Offenbarung. So tastet
sich der Leser langsam an ein Tabuthema, welches einfühlsam geschildert
wird. Auch andere Probleme werden erwähnt; so muss sich Chip zum Beispiel
damit auseinandersetzen, dass sein Vater verschollen ist.
Der vorsichtigen Einleitung ist es zu
verdanken, dass auch Jüngere (ab 12) das Buch gut lesen können. Allzu
schreckliche Details werden von ‘Abby’ nicht erläutert, das Buch schildert
nur ihre Art, mit dem Verbrechen fertig zu werden: Die Flucht in eine andere
Persönlichkeit, eine andere Welt. Dank Chip und dem Halt, den er ihr gibt,
gelingt es ihr jedoch schließlich, sich nicht nur ihm sondern auch einem
Berater anzuvertrauen und sich mit der Situation auseinander zusetzen.
Das Buch zeigt, dass es nötig ist, sich
jemandem mitzuteilen und Hilfe zu suchen, leider jedoch fehlt zum Beispiel
eine Adressenliste am Ende des Buches, die Interessierten und Betroffenen
weiterhelfen könnte. Das ganze Ausmaß eines solchen Vergehens Für die Opfer
wird jedoch meiner Meinung nach nicht deutlich, nicht alle psychischen und
physischen Probleme einer sexuell missbrauchten Person werden angesprochen.
Wahrscheinlich ist es jedoch gerade aus diesem Grund Für Jugendliche gut
geeignet, da es nicht leicht ist, authentische Schilderungen einer
Vergewaltigung zu verkraften.
Allenfalls ist ‘Liebste Abby’ nicht nur
Für Mädchen und Frauen lesenswert. (Stefanie Stahlhofen 17 Jahre, Bad Ems) |
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Thierry Lenain:
Das Mädchen am Kanal
Fischer Schatzinsel
Frankfurt/Main 1999, 10 Euro |
| "... ist die Geschichte eines
Mädchens, das durch ihren Zeichenlehrer aus ihrer jugendlichen Welt
herausgerissen wird. In ihrer Verzweiflung flüchtet sich Sarah immer öfter
in Gedanken auf die "andere Seite" des gefrorenen Kanals, "wo die Sonne
wieder scheint." Leider kann Sarah sich ihrer
Familie nicht anvertrauen, weil ihr Vater keine Beziehung zu seiner Tochter
aufbauen kann und unter seiner eigenen Vergangenheit leidet. Die Mutter hat
wenig Verständnis Für Sarah, auch als ihre Leistungen in der Schule sinken,
reagiert ihre Mutter nur mit Strenge. Erst als die Lehrerin bemerkt, dass
mit Sarah etwas nicht stimmt, und als sie sich an ihre eigene Vergangenheit
erinnert und ihr Sarahs Symptome von Missbrauch nur allzu bekannt vorkommen,
versucht sie Sarah zu helfen und kämpft gegen die Erinnerungen der eigenen
Vergangenheit an. Als Sarah sich der Lehrerin öffne möchte, ist es fast zu
spät; sie will gerade ans Meer fahren. Sarah läuft weg und geht zu ihrem
Zeichenunterricht. Erst als die Lehrerin Sarahs Aufsatz noch einmal liest,
wird ihr klar, was sie damit meinte und geht deshalb in das Zeichenatelier
und erwischt und erwischt den Zeichenlehrer auf frischer Tat, der Sarah
solange gequält hatte. Jetzt, nachdem sie Sarahs schreckliches Schicksal
beenden konnte, kann sie auch endlich ihre eigene verdrängte Vergangenheit
hinter sich ruhen lassen.
Ich finde, dass die Geschichte von Sarah spannend zu
lesen ist, weil das Buch nicht direkt auf die Misshandlungen eingeht, denn
das ist nur der Auslöser eines gemeinsamen Kampfes zweier "Frauen". (Sonja Eichmann, 15 Jahre, Berlin) |
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Nina Weinstein
Keine Geheimnisse mehr
dtv, 6,50 Euro
Das Buch handelt von der 16-jährigen
Mandy, die als achtjährige sexuell missbraucht wurde. Die Mutter, die ihr
nicht geholfen hat, blockt, wenn Mandy mit ihr darüber reden will, total ab,
so dass sie das Gefühl bekommt, sie sei daran Schuld, weil "sie sich hätte
wehren sollen" oder weil "sie ihn angemacht" hat. |
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Mandy leidet auch sehr darunter, dass
das Verhältnis der Familie nicht so eng ist, wie z.B. bei ihrer Freundin
Steffi und deren Mutter, von der sie sich manchmal geliebter fühlt , als von
der eigenen. Der Roman ist sehr präzise und gut geschrieben. Man versteht
Mandy und ihre Probleme sehr gut und kann sich gut in sie hineinversetzen.
Das Buch ist allgemein relativ einfach zu verstehen, obwohl die Gefühle der
Mutter bis zum Ende schwer einzuschätzen sind. Das Buch ist aber leider
nicht besonders mitreißend und fesselnd geschrieben. (Elise Müller, genannt
Alice. Berlin. 15 Jahre). |
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Birgitte Blobel
Herzsprung"
Arena-Taschenbuch, 1998 Aarau, 5,50 Euro
ISBN 3-7260-0349-5 |
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Das Buch handelt von der 14jährigen
Nina, die ab ihrem 8. Lebensjahr von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht
wird. Die Missbrauchsdynamik wird in diesem Taschenbuch sehr anschaulich
geschildert. Doch mit 11 Jahren nimmt Nina ihren ganzen Mut zusammen und
erzählt ihrer Lehrerin Frau Hellwege von den übergriffen. Doch diese glaubt
ihr nicht, obwohl einige Symptome von Nina zu hinterfragen gewesen wären,
wie der plötzliche Leistungsabfall, die Wesensveränderung von Nina oder ihr
Hautausschlag. Ninas Leidensweg wird erst durch die Liebe zu Flo
unterbrochen, da sie ihm vom Missbrauch erzählt. Als sie von zu Hause
wegläuft, findet sie bei der Mutter einer Freundin eine Unterkunft und den
Rat, sich an eine Jugendbehörde zu wenden.
Zum Beginn des Buches wird die kleine
Nina aus der Sicht des Erzählers beschrieben, doch als Flo vom Missbrauch
erfährt, wechselt die Erzählperspektive zur Ich-Form - die kleine Nina
erzählt. Dadurch wird Ninas Sicht vom Leser noch intensiver miterlebt. Das
Buch erscheint mir Für die Schule geeignet, weil es über den sexuellen
Missbrauch hinaus eine Vielzahl von Problemfeldern anspricht wie z.B. die
"erste Liebe", der Umgang mit Behinderungen oder das Thema "Freundschaft"
und damit viel Gesprächs– und Diskussionsstoff bietet. Mit dem Buch können
sich sowohl Mädchen als auch Jungen identifizieren, da beide Personen etwa
den gleichen Anteil einnehmen. Mir gefällt die Rollenaufteilung im Buch sehr
gut. Es werden keine "typischen" Jungencharaktere herausgearbeitet, sondern
die des verständnisvollen, sensiblen und geduldigen Jungen, der mit dem
Leben zurechtkommt.
Aus dem Klappentext: "Ninas Geschichte
kann Betroffenen Mut machen, ihr Schweigen zu brechen und Hilfe in Anspruch
zu nehmen. Im Idealfall bringen Jugendbücher wie "Herzsprung" Gespräche in
Gang, die zur Enttabuisierung des Themas beitragen können." (Kathrin
Spengler) |
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Norma Mazer
Eigentlich ist
gar nichts passiert
Verlag Sauerländer |
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Eigentlich ist doch gar nichts
passiert, das denken die drei Freunde Rolle, Brig und Candy, nachdem sie
Valerie ein "bisschen rumgeschubst" haben. Das war jedoch wohl eher eine
"sexuelle Belästigung". Das denkt auch der Direktor der Schule, der "das
Problem" so leise wie möglich unter den Teppich kehren möchte. Durch dieses
Buch wird den Außenstehenden wieder ein Stückt mehr bewusst, wie sich jemand
fühlt , dessen Problem nur das "Problem" ist, es zu vertuschen. Es wird
bewusst, dass solche Fälle auch
"nebenan" vorkommen und man sie sieht, aber nicht merkt, weil das ja "keine
große Sache ist", um die man "so ein Gedöns" machen sollte, wie Rollo sagt.
Dieses Buch ist ein wichtiges zum
Fortschritt gegen die Diskriminierung des eigenen Körpers und der eigenen
Gefühle, vor allem Für Mädchen. Auch, dass die Peiniger nicht nur die großen
Schläger, sondern die "netten, braven Jungs" aus reichem Elternhaus und
sogar der Schulsprecher mit Ehrenmitgliedstitel sein können, wird durch
dieses Buch bewusst. (Elise Müller, Berlin, 15 Jahre)
Katholische Sozialethische Arbeitsstelle
und Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.
und Arbeitsgruppe "Soziale Arbeit" der Universität GH Essen (Hg.)

Ich bin ich
Bestelladresse: Hoheneck-Verlag, Ostenallee
80, 59071 Hamm. Tel. 02381-98020-0, Fax: 02381-98020-99. Preis: DM 19,80
Lebensweltorientierte Ideen und
erlebnispädagogische Maßnahmen zur Stärkung der Selbständigkeit und des
Selbstwertgefühls von Kindern und Jugendlichen
Die CD-ROM ist ein Angebot Für alle
diejenigen die ehrenamtlich oder hauptberuflich in der pädagogischen Arbeit
mit Kindern und Jugendlichen tätig sind. Besonders richtet sie sich an
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit und in der
Erziehungshilfe. Die CD-ROM bietet eine Fülle von Spiel- und Projektideen,
Anregungen und Ideen Für den institutionellen Alltag ,im Bereich der Arbeit
mit Kindern und Jugendlichen eine Reihe von wissenschaftlich-analytischen
Beiträgen ,Materialien zur Arbeit mit Gruppen.
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Die Idee zur CD-ROM:
Der Titel steht Für ein gesundes
Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen. Selbständigkeit und
Selbstwertgefühl sind zentrale Ziele pädagogischen Handelns, so wie wir es
verstehen und praktizieren. Der zentrale Ort pädagogischen Handelns ist
der Alltag, die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Und die zentrale
Methode ist das handlungsorientierte Angebot, die Inszenierung von
Situationen, in denen Kinder und Jugendliche Erfahrungen mit sich und
Anderen machen können; Situationen, die anregen und herausfordern sowie
Gelegenheiten zur Auseinandersetzung bieten.
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Die Geschichte der Idee zur CD-ROM:
Die CD-ROM dokumentiert die Entwicklungen
und die Ergebnisse des Praxisforschungsprojekts: Kaufen tut gut?
Ein Projekt zur Entwicklung, Erprobung und Evaluation pädagogischer
Konzepte angesichts von Kaufsucht und kompensatorischem
Konsumverhalten. Kaufsucht und kompensatorisches Konsumverhalten sind
Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen und ebenso bei Erwachsenen
die in den vergangenen Jahren in ihrem Ausmaß deutlich zugenommen haben.
Wissenschaftliche Untersuchungen legen eine zentrale Ursache nahe: Nach
den Ergebnissen unserer Untersuchungen hat die Selbstwertschwäche die mit
Abstand größte Erklärungsleistung Für die Kaufsucht" (Lange). Angesichts
dieser Problemlage hatte das Projekt das Ziel, in Zusammenarbeit mit
Praktikerinnen und Praktikern pädagogische Konzepte zur Stärkung des
Selbstwertes zu entwickeln diese in der Praxis zu erproben und sie
bezüglich ihrer Wirksamkeit evaluieren zu lassen.
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Die Akteure in der Geschichte der Idee zur
CD-ROM: Am Anfang war die Idee der Verantwortlichen verschiedener
Institutionen, zusammengeschlossen in der Katholischen
Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz. Sie suchten und
fanden zwei wissenschaftliche Begleiter: Prof. Dr. Elmar Lange,
Soziologe an der Universität Bielefeld, und Prof. Dr. Werner Springer,
Soziologe an der Universität-Gesamthochschule Essen. Sie suchten und
fanden mehr als 20 Praxisteams aus den Arbeitsfeldern verbandliche
Kinder- und Jugendarbeit, Offene Jugendarbeit und Erziehungshilfe in
Einrichtungen der Heim- und Heilpädagogik. Und sie suchten und fanden
die Arbeitsgruppe „Soziale Arbeit interaktiv" an der
Universität-GH-Essen, die eine Unmenge von Ideen, Projekterfahrungen.
Interviews, sowie Tipps von haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
gesammelt haben, multimedial aufbereitet und zuletzt diese CD-ROM
realisiert haben.
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Die Mitwirkenden in der CD-ROM:
Projektgruppe „Kaufen tut gut?",
Thomas Becker, kath. Sozialethische Arbeitsstelle, Hamm, Georg Bienemann,
kath. Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW, Münster,
Prof. Dr. Elmar Lange, Bielefeld, Prof. Dr. Werner Springer, Essen,
Wolfgang Heidemann, Bocholt, Hildegard Boesing, Münster, Arbeitsgruppe
„Soziale Arbeit interaktiv" Thomas Ansteeg-Schut - Leitung
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Inhalte der CD-ROM:
Ein zentrales Thema dieser CD-Rom ist die
Stärkung von Selbständigkeit und des Selbstwertgefühls bei Kindern und
Jugendlichen. Wir wollen Ihnen Ideen und Anregungen anbieten, wie Sie im
Alltag der offenen und verbandlichen Jugendarbeit, sowie der Heimerziehung
dazu beitragen können, Angebote zu schaffen, Initiativen zuzulassen, bzw.
Situationen zu inszenieren, in denen sich Kinder und Jugendliche
erfahrungs- und handlungsorientiert mit ihrem Alltag und ihren
Möglichkeiten auseinandersetzen. Wir möchten Sie dazu anregen, Routinen
des Alltags zu überprüfen und kleine Ideen zu realisieren, die zu mehr
Beteiligung und mehr Eigenverantwortlichkeit bei Kindern und Jugendlichen
führen können.
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Eine neue Welt entdecken den Alltag: Hier
finden Sie Spiele und Übungen nach folgenden Themen sortiert: Bewegung &
Aktion Klettern & Konstruktionen Kooperationsaufgaben Parcoure
Sensibilisierung & Vertrauen . Stadtabenteuer & Orientierung Reflexion.
Sie finden jeweils Kurzinformationen zu den Spielen und wenn gewünscht
detaillierte Beschreibungen und Tipps. Informieren Sie sich hier über die
Grundidee des Projektes „Kaufen tut gut?", über die Untersuchung und die
Handlungsmöglichkeiten im Rahmen präventiver Arbeit. Zudem finden Sie hier
einige Materialien zur Arbeit mit Gruppen und zum Einsatz
erlebnisorientierter Medien. Jeder Bereich steht vordergründig Für sich.
Aber so wie Sie hier in der CO-Rom die Möglichkeit haben, zwischen den
Bereichen zu wechseln und sie miteinander zu verknüpfen, so sollten Sie
die Anregungen der CD-Rom auch nutzen. Nur Spiele und erlebnisorientierte
Aktionen zu machen, ohne den Alltag der Institution zu überprüfen, könnte
zu wenig sein. Für eine Veränderung von Alltagsstrukturen wiederum kann
man eine Vielzahl der Spiele und Übungen als Vorbereitung und Begleitung
nutzen. Und als Argumentationshilfe steht in der Bibliothek eine Menge an
Material zur Verfügung. Nutzen Sie die Interaktivität dieser CD-Rom, indem
sie sich anregen lassen, auch im Alltag Ihrer Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen die verschiedenen Ideen und Materialien miteinander zu
verknüpfen. (Text der CD-Beilage)
Die Idee bzw. Ausgangslage der Erarbeitung
dieser CD-Rom ist zwar eine andere, als die Vorbeugung sexualisierter
Gewalt, dennoch sollten wir die Schnittmengen nutzen, die uns andere
Bereiche psychosozialer und pädagogischer Arbeit bieten! Diese CD bringt
vielleicht neuen Schwung in ihre Arbeit, vielleicht sogar völlig neue
Innovation. Sie sollten Sie deshalb unbedingt anschaffen und sich
inspirieren lassen. Bilder und Videosequenzen veranschaulichen die Übungen
und Spiele, die Ihnen hier vorgestellt werden. (AM) |
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Cynthia
Voigt
NEIN!
Verlag Sauerländer 1997 ISBN
3-7941-4265-9 |
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Tisch ist ein
17-jähriges Mädchen, dass von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht wird.
Fast jede Nacht kommt er zu ihr ins Schlafzimmer.
Eines Morgens beschließt sie, sich zu wehren. Sie versucht beim gemeinsamen
Familienfrühstück Andeutungen zu machen, was ihr Stiefvater, Tonnie, immer
nachts mit ihr macht. Dabei legt sie zu ihrer eigenen Unterstützung und, um
Tonnie Angst zu machen, ein Fahrtenmesser auf den Tisch. Doch Tonnie macht
sich über sie lustig, hänselt sie, ärgert sie, droht ihr, sie wegen
Verleumdung anzuzeigen. Von ihrer Mutter erfährt sie auch keine Hilfe. Die
hält zu ihrem Mann: „Was wären wir nur ohne ihn?" Weiß sie Bescheid?
Kurz zuvor hatte sich
eine Klassenkameradin von ihr, die auch von ihrem Vater sexuell missbraucht
wurde, nackt am Baum aufgehängt. Dies Ereignis ist natürlich in der Schule
Gesprächsstoff. Tisch hat das Gefühl , ihre Freundin ständig verteidigen zu
müssen. Auf dem Weg zur Schule steckt Tisch das
Messer in ihren Stiefelschaft. Sie braucht das Messer, sie will sich wehren
können. Ständig ist die Angst vor diesem Tonnie präsent.
Im Sportunterricht traut
sich Tisch nicht, ihre Stiefel auszuziehen. Was würden sie zu dem Messer
sagen? Die Lehrerin versucht, ihr mit Gewalt die Stiefel zu öffnen. Dabei
bekommt Tisch einen Schreikrampf. Sie wird zum Direktor zitiert, der schon
ihren Stiefvater benachrichtigt hat. Der soll sie gleich abholen. Doch Tisch
kann fliehen. Völlig verzweifelt läuft sie durch die Stadt, überlegt, wie es
wohl wäre sich vor ein Auto zu werfen, hat ständig die Angst vor ihrem
Stiefvater im Nacken.
Da fällt ihr der Vater einer Freundin
ein. Er ist Rechtsanwalt. Ihre Freundin hat schon viel von ihm erzählt.
Auch, dass er schon öfter missbrauchte Kinder verteidigt hat. Sie sucht ihn
auf. Will ihm einfach nur ein paar Fragen stellen, will, dass er ihr zuhört.
Er gewinnt ihr Vertrauen. Gemeinsam entwickeln sie
eine Strategie wie Tisch sich wehren kann. Gestärkt und mit dem Wissen, sich
wehren zu können, kehrt Tisch ins Elternhaus zurück .
„Ich will mir nicht mein ganzes Leben vorwerfen müssen, dass ich zu viel
Angst vor ihm hatte, um selber etwas gegen ihn zu unternehmen."
Beim Lesen dieses Buches fühlt e ich
mich in meine eigene Kinderwelt zurück versetzt. Ein Leben voller Angst,
Misstrauen, Ohnmacht und Verletzungen. Die Gefühle der jungen Tisch kommen
sehr gut rüber. Man spürt die Verletzungen des nicht Ernstgenommenwerdens,
durch das Ausgelachtwerden, durch das Verratenwerden, ausgeliefert zu sein,
man spürt die Angst vor den Erwachsenen, ja, vor der ganzen Umwelt.
Aber am Ende macht es
Mut, weil Tisch jemanden findet, dem sie sich anvertrauen kann, der ihr
glaubt, der sie ernst nimmt. Sie entwickelt Mut und
Kraft nach Hause zu gehen, sich ihrem Stiefvater zu stellen. Sie weiß, sie
kann sich wehren und steht nicht alleine da. „...
Tisch versuchte sich klarzumachen, was Für einen winzigen Fleck Tonnies Haus
auf diesem riesigen Globus darstellte. Und nirgendwo auf dem ganzen
Planeten, mit Ausnahme dieses winzigen Fleckchens, hatte Tonnie irgendwelche
Macht.
... Tisch dachte ganz
fest an die Größe der Welt jenseits der paar Quadratmeter, auf denen Tonnies
Haus stand. Mit diesem Gedanken im Kopf fühlt e sie sich sicherer, als wenn
sie ihr Messer in der Hand gehalten hätte."
Einerseits kann ich dieses Buch jedem Erwachsenen empfehlen, der sich in die
Gefühle und Ängste eines jungen missbrauchten Mädchens hineinversetzen
möchte.
Andererseits ist dieses
Buch auch Für betroffene Jugendliche, im Alter zwischen zwölf und sechzehn.
Sie können sehen, dass sie nicht alleine mit ihren Ängsten dastehen. Und es
gibt Wege sich zur Wehr zu setzen; aber man muss selber handeln! (Stefanie
Guttstadt) |
Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Sexueller
Missbrauch
Aktion Jugendschutz Stuttgart: Jenny sagt nein.
Stuttgart 1989.
ALIKI. Gefühle sind wie Farben. (5. Aufl.) Weinheim:
Beltz, 1992.
Bain, Ouainé/Sanders, Maureen: Wege aus dem Labyrinth.
Fragen von Jugendlichen zu sexuellem Missbrauch. Berlin 1992.
Bell, R.: Wie wir werden, was wir fühlen. Ein Handbuch
Für Jugendliche über Körper, Sexualität und Beziehungen. Rowohlt, Reinbek, 1991
Boldt, R. u.a.: Das Rowohlt Lesebuch Für Mädchen.
Rowohlt, Reinbek, 1986
Bolte, M. u.a. :Total verknallt. Ein Liebeslesebuch.
Rowohlt (Rotfuchs), Reinbek, 1990
Brandt, H.: Wie ein Vogel im Käfig. Beltz & Gelberg,
Weinheim, 1992
Enders. U. u.a.: Schön & blöd. Volksblatt Verlag,
Köln. 1991. Siehe Seite 36.
Fülscher, S.: Schattenmonster. Verlag Cornelia Riedel,
Bad Homburg, 1991.
Glade-Hassenmüller, Heidi: Gute Nacht Zuckerpüppchen.
Reinbek. 1989.
Howert, A.: Lilians Geheimnis. Ueberreuter, 1988.
Irwing, H.: Liebste Abby. Beltz & Gelberg, 1990.
KEHOE, P.: Wenn ich darüber reden könnte. Eine
Geschichte um sexuellen Missbrauch. Donna Vita, Berlin,1987.
KÜhn, F.: Es fing ganz harmlos an. Herder, 1990 (auch
als Taschenbuch bei dtv)
LINDGREN, M./GUSTAVSSON, U.: Das kleine
Drachenmädchen. Donna Vita Verlag, 1993.
Marcus, M.: Das Himmelbett, Geschichten über Liebe,
Lust und Sexualität. Rowohlt, (Panther) 1982
Angela May: Let’s talk about Sex. Ein Jungenbuch über
das Thema: Pubertät und Entdecken der Sexualität. und
„Ich bin doch kein Kind mehr....!" Ein Mädchenbuch
über das Thema: Pubertät und Entdecken der Sexualität. Berlin, 1997. Je Band ca.
70 Seiten.
Die Bücher sind in schwarz-weiß oder in Farbe, einzeln
oder als „Doppelpack" erhältlich. Der Einzelpreis beträgt in schwarz-weiß: 10
Euro als Doppelpack in schwarz-weiß 17,50 Euro Sie können sie bestellen unter:
E-Mail: bag_prae_pro@gmx.de
MEBES, M. & SANDROCK, L.: Kein KÜßchen auf Kommando.
(2.Aufl.). Berlin: Donna-Vita-Verlag, 1992.
Miklowitz, G.: Hast du schon gehört, was mit Andrea
passiert ist? Bastei-LÜbbe, 1987
Millhage, S.: Gefühle kann man nicht kaufen. Rowohlt,
Panther, 1986
MUNSCH, R. & NYNCKE. Die TÜtenprinzessin. (2. Aufl.)
Odenburg: Lappan, 1992
Provoost, A.: Tränen sind Für die Augen, was der
Regenbogen Für den Himmel ist. Kevelaer, 1992
Riedel,C.: Macht den Mund auf! (Hrsg). Verlag Cornelia
Riedel, Bad Homburg, 1991.
Ruck-Pauquet, G.: Wie in einer Seifenblase,
Emanzipationsgeschichten. Bletz&Gelberg, vergriffen.
Schaffrin, I. u.a.: Auf den Spuren starker Mädchen.
Volksblatt Verlag, Köln, 1993.
Schweighoffer, N.: Ich war 12. Bastei-LÜbbe, Bergisch
Gladbach, 1992
Snunit, Michal: Der Seelenvogel. Hamburg. 1991.
Steenfatt, Margret: Nele. Reinbek. 1986.
Stoppard, M.: Mädchen, Mädchen. Alles, was ihr über
euch wissen müsst. Bastei-LÜbbe, DÜsseldorf, 1992.
Talbert Marc: Das Messer aus Papier. Kevelaer. 1989.
Tschirner, U.: Mädchenlust, Mädchenfrust. Junge Frauen
in der Pubertät. Beltz Verlag, 1987
Wachter, O.: Heimlich ist mir unheimlich. Donna Vita,
Berlin, 1991.
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