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Gabi Lummas

Verschlossene Seele

Erfahrungen mit Selbstverletzungen

Alleinvertrieb "die Jonglerie"


Ulrich Sachsse

Selbstverletzendes Verhalten

Vandenhoeck & Ruprecht, 2002, ISBN: 3525457715, € 20,90

Meist sind es junge Mädchen und Frauen, die sich offensichtlich selbst verletzen (Ritzen und Schneiden der Haut, Verbrennen durch Zigaretten und Feuerzeuge, Verbrühungen u.ä.). Ihre Zahl steigt; in allen psychotherapeutischen und psychiatrischen Kliniken sind sie ausgesprochene Problempatientinnen.

Die Ursachen und die Psychodynamik dieses - gezielt - entsetzlichen Verhaltens sind so eigentümlich, dass selbstverletzendes Verhalten (SVV) als eigenes Krankheitsbild angesehen werden muss. Der Autor hat das Phänomen in 15jähriger psychiatrischer und psychotherapeutischer Arbeit erforscht. In diesem Buch entwickelt er an einer Vielzahl klinischer Beispiele eines psychoanalytische Therapiestrategie zu Anamnese, Psychodynamik, Struktur und Diagnose und zu spezifischen Problemen in der stationären psychiatrischen und psychotherapeutischen und in der ambulanten Langzeit-Psyhotherapie.


Steven Levenkron

Der Schmerz sitzt tiefer.

Selbstverletzung verstehen und überwinden. Kösel-Verlag, MÜnchen,2001, ISBN: 3466305446, € 19,95

Warum sich so viele Menschen selbst verletzen Anhand anschaulicher Fallbeispiele skizziert der amerikanische Psychotherapeut Steven Levenkron das immer häufiger zu beobachtende Phänomen der Selbstverletzung. Vorwiegend Frauen leiden oft im Stillen und richten wie bei der Magersucht oder Bulimie bestehende Aggressionen in zerstörerischer Weise gegen sich selbst. Die einzige Möglichkeit, sich selbst zu spüren und seelischen Schmerz vergessen zu können, sehen die Betroffenen darin, sich willentlich mit Messern, Scherben, Rasierklingen oder brennenden Zigaretten zu verletzen. Einfühlsam und verständlich beschreibt Steven Levenkron die Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen, die Merkmale, Hintergründe und Wege der Bewältigung dieses zunächst rätselhaft erscheinenden Verhaltens.


Mike Smith

Hilfen für Menschen mit selbstverletzendem Verhalten

Arbeitsbuch

Psychiatrie-Verlag, 2000, ISBN: 3884142569, € 12,90

Dies war sicher keine leichte Aufgabe, dieses so nahe gehende Phänomen der Selbstverletzung auch noch in einem Arbeitsbuch zu thematisieren.

Dieses noch nicht einmal 50 Seiten umfassende Heft wirkt stellenweise recht steif und mutet sehr nach Arbeit. Die vielen freien Linien, die Betroffene mit ihren Erfahrungen beschreiben sollen, wirken eher entmutigend, ebenso wie die wenig einladende graphische Gestaltung.

Abgesehen von diesem nicht so ansprechenden äußeren Rahmen gelingt es aber Mike Smith, die vielseitigen Facetten, die im Zusammenhang mit Selbstverletzung gesehen werden müssen, tiefgehend zu beleuchten. Sowohl biographische als auch körperliche und soziale Bereiche spart der Autor nicht aus. Schließlich führt er einfühlsam die betroffenen Menschen aus dem Gefangensein von der Selbstverletzung heraus und lädt sie zu einem geduldigen und beständigen Umgang ein, der stetig zu einem unverletzteren Leben führen kann. Dieses Buch kann auch eine gute Unterstützung für professionell Helfende sein, sich besser in die Erlebenswelt sich selbstverletzender Personen hineinzuversetzen.

Aber dieses Buch kann nur eine Begleitung und kein Ersatz für vertrauensvolle und ermutigende Hilfestellung durch andere Menschen sein. Es wäre zu wünschen , dass es dem Psychiatrie-Verlag gelingt, ein ähnliches Arbeitsbuch für Jugendliche herauszugeben, das in adäquaterer Form auf die spezielle Lage der jungen Menschen eingeht.


Kristin Teuber

Ich blute, also bin ich

Selbstverletzung der Haut von Mädchen und jungen Frauen

Centaurus, 1998, ISBN: 382550090X, € 20,35

Die sozialpsychologische Untersuchung von Selbstverletzungen der Haut, die sich Mädchen und junge Frauen zufügen, basiert auf Interviews mit Expertinnen, die in der beruflichen Praxis mit betroffenen Personen Kontakt haben. Das Phänomen 'Ritzen' wird hinsichtlich verschiedener Aspekte ausführlich beschrieben und damit veranschaulicht. Die Funktion und die Dynamik selbst zugefügter Hautverletzungen werden auf individueller Ebene erläutert. Dabei zeigt sich, dass die aktive Autoaggression selbstfürsorgliche Elemente beinhaltet. Weiterhin macht die Reflexion gesellschaftlicher Enstehungszusammenhänge deutlich, wie die Begrenzung aggressiver Ausdrucksformen für Frauen die Entwicklung autoaggressiven Verhaltens begünstigt. Aus geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen wird abgeleitet, inwiefern 'Ritzen' vor allem als weibliches Verhalten auftritt. Zudem werden symbolische Bedeutungen von Blut und Haut entschlüsselt und deren Bedeutung für die Selbstdestruktion herausgearbeitet.

Die Autorin stellt Mädchen und Frauen als Subjekte ins Zentrum der Auseinandersetzung. Dadurch eröffnet das Buch einen Zugang zur psychischen Not, in der sich ritzende Mädchen befinden und vermittelt Verständnis für deren Verhalten. Es hilft, selbstverletzendes Verhalten, das im beruflichen Alltag oft schockierend, beängstigend und verunsichernd wirkt, realistisch einzuschätzen.
Das Buch richtet sich vor allem an MitarbeiterInnen der stationären Jugendhilfe, Beratungsstellen und Kinder- und Jugendpsychiatrie.


Ulrich Rohmann, Ulrich Elbin

Selbstverletzendes Verhalten

Überlegungen, Fragen und Antworten

Verlag Modernes Lernen, 1998, ISBN: 3808004045, € 20,40

Die Autoren dieses Buches haben ein Arbeitsbuch verfasst für diejenigen, die bereit sind, das Verhalten des selbstverletzenden Menschen und das seiner Kommunikationspartnerinnen und Kommunikationspartner m jeweiligen Umfeld zu analysieren und mit dieser Analyse selbst schon erste Änderungsprozesse bei allen Beteiligten zu initiieren. Das Buch ist praxisbezogen und realitätsorientiert, dabei umfassend und anspruchsvoll. das Ziel der Arbeit mit Menschen, die sich selbst verletzen sollte realistischerweise nicht das völlige Verschwinden des selbstverletzendes Verhalten sein. Es ist bereits eine große Aufgabe, die Häufigkeit dieses Verhaltens soweit zu reduzieren, dass Weiterentwicklung und größere Lebenszufriedenheit aller betroffenen Menschen wieder möglich werden. Gleichzeitig aber wird der Anspruch erhoben, das Symptom als Impuls zu wichtigen Änderungsprozessen auf anderen Ebenen zu nutzen und damit neue Lebenschancen zu eröffnen.


Ackermann, Stefanie

Selbstverletzung als Bewältigungshandeln junger Frauen

Mabuse-Verlag, 2002, ISBN: 3935964048, € 17,00

Dieses Buch ist ein hervorragender Beitrag in der Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstverletzung bzw. "Ritzen". Es gibt nur wenige Bücher zu dem Thema und da tut es gut, dass sich jemand in so hervorragender Art und Weise damit beschäftigt hat.

Frau Ackermann zeigt die diversen Hintergründe auf, ohne sich in Details zu verzetteln. Sie zeigt Zusammenhänge zu Missbrauchserfahrungen und Essstörungen auf und macht deutlich, welchen Stellenwert Weiblichkeit in unserer Gesellschaft hat und warum gerade auch deshalb junge Frauen sich selbst verletzen. Dieses Buch ist weniger für Betroffene geeignet, da es sehr stark sozialpädagogische Elemente einbezieht. Dafür kann es aber professionellen Helfern/-innen Handlungsstrategien aufzeigen, wie sie mit dem Phänomen des Selbstverletzens umgehen können. Nicht zuletzt die einfühlsame Sprache und die sehr gute Recherche machen das Buch zu einer Pflichtlektüre für jede/n, wer Menschen professionell und adäquat helfen möchte.


Ulrich Sachsse, Ibrahim Özkan, Annette Streeck-Fischer (Hrsg.)

Traumatherapie - Was ist erfolgreich?

Vandenhoeck & Ruprecht 2002, ISBN: 3525458924, € 25,00

Hilfe für schwer traumatisierte Menschen Die neuesten Ergebnisse aus Forschung und Praxis zur Traumatherapie unter Einbeziehung verschiedener psychotherapeutischer Methoden und Techniken. Seit gut einem Jahrzehnt werden Verständnismodelle und Psychotherapiestrategien für posttraumatische Belastungsstörungen entwickelt. Nun wird eine erste Bilanz vorgelegt zu den zentralen Fragen: Was ist erfolgreich? Was hat sich bewährt? Sind Therapeuten unterschiedlicher Orientierung zu vergleichbaren Resultaten gelangt?

Das Buch bietet einen reichhaltigen Einblick in verschiedenste Ansätze und Methoden der Traumatherapie: ambulante und stationäre Behandlung, Gestalttherapie, EMDR (eine Kurzbehandlungstechnik mit Hilfe von Augenbewegungen), Gestalttherapie, Bioenergetik, Hypnotherapie, Neurolinguistisches Programmieren.

Schulenübergreifend zeigt sich, dass stabilisierende Ressourcenorientierung und vorsichtig gesteuerte Begegnung mit den traumatischen Erfahrungen therapeutisch erfolgreich sind und den betroffenen Patienten eine neue Lebensqualität geben können. Mit Beiträgen von Lutz Besser, Veronika Engl, Dorothea Fuckert, Katrin Hille, Iris Kepper, Friedhelm Lamprecht, Ulrike Lehmann, Bettina Overkamp, Ibrahim Özkan, Ulrich Sachsse, Helga Schrader-Mosbach, Silke Schröder, Michael Shelliem, Annette Streeck-Fischer, Visal Tumani, Christina Vogel.


Gunther Klosinski

Wenn Kinder Hand an sich legen

C.H.Beck, 1999, ISBN: 3406420834, € 8,90

Erleben und begreifen müssen, dass sich ein Kind absichtlich und dauerhaft leichte oder schwere Verletzungen zufügt oder gar versucht, sich selbst zu töten, schockiert Eltern, Freunde und Pädagogen zutiefst. Dies um so mehr, als sie sehr schnell erkennen müssen, dass ohne äußere Hilfe dieses zunächst so unverständliche wie emotional äußerst belastende Verhalten kaum dauerhaft zu beenden ist.

Gunther Klosinski gibt einem differenzierten überblick über die Ursachen, Motive und Erscheinungsformen selbstverletzenden und selbstzerstörerischen Verhaltens und erläutert die wichtigsten Therapieschritte. Er bietet eine erste Hilfestellung, selbstzerstörerisches Verhalten von Kindern und Jugendlichen zu verstehen und sich ihm nicht mehr hilflos ausgesetzt zu fühlen.


Annegret Eckhardt

Im Krieg mit dem Körper

über selbstverletztes Verhalten

Hamburg, 1994, ISBN: 3499195089

Selbstverletzendes Verhalten kennt jeder: Schönheitsoperationen oder exzessives Bodybuilding zum Beispiel sind gesellschaftlich akzeptierte Formen der Selbstbeschädigung. Der Übergang zu krankhafter Autoaggression, so wie im Zusammenhang mit Essstörungen, ist fließend. Was treibt Menschen dazu, sich selbst zum Teil schwere, lebensbedrohliche Verletzungen beizubringen oder willentlich beibringen zu lassen? Warum sind so häufig Frauen betroffen? Wie kann die Umgebung reagieren? Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? Anhand zahlreicher Fallbeispiele, auch aus ihrer eigenen Praxis, nähert sich die Autorin diesem heiklen und hochaktuellen Thema.


Karin Jäckel

Furcht vor dem Leben

Wenn Jugendliche den Tod als einzigen Ausweg sehen

Lübbe, 1998, ISBN: 3404604520

Selbstmordversuche sind Ausdruck tiefster persönlicher Krisen - ein alarmierendes Zeichen, dass die Zahl der Suizidversuche vor allem bei Jugendlichen steigt. Authentische Berichte von und über Jugendliche, die nur noch den Tod als Ausweg sehen - und die doch eigentlich auf der Suche nach dem Leben sind.


Camilla Gibb

Worüber niemand spricht

Berliner Taschenbuchverlag, 2001, ISBN: 3442760038, € 8,90

Thelmas beste Freundinnen heißen Heroin, Ginniger und Janawee - Gestalten ihrer kindlichen Fantasie, die ihr Trost und Zuflucht bieten. Denn Thelma hat es nicht leicht: Ihre Eltern streiten sich ständig, sie muss sich nach dem Umzug aus England an ein neues Zuhause in Kanada gewöhnen und ihr Vater spielt merkwürdige Spiele mit ihr. Als Thelma ihrer Mutter davon erzählt, gibt es furchtbaren Ärger und ihr Vater verschwindet. Thelma durchlebt eine Jugend voller Imagination und Befremden. Erst im Laufe der Zeit kann sie über alles sprechen, und mit den Worten findet sie auch zu sich zurück .

Thelma durchlebt eine traumatische Kindheit und Jugend, der sie zu entfliehen versucht, indem sie sich geistig und emotional in Phantasie- oder besser Parallelwelten bewegt. Sie träumt davon, dass andere sie adoptieren (befreien) mögen, aber sie findet niemanden, der sie überhaupt nur verstehen kann oder will. Thelmas ist anders als die anderen Menschen in ihrer Umgebung. Thelma hungert, um keine Frau werden zu müssen, sie fügt sich Verletzungen zu, weil der innere Schmerz zu groß ist, sie rettet sich immer wieder in ihre eigene Welt, der sie oftmals jedoch hilflos ausgeliefert ist... Lesenswert!


Marie-Luise Knopp, Klaus Napp (Hrsg.)

Wenn die Seele überläuft

Kinder und Jugendliche erleben die Psychiatrie

Psychiatrie-Verlag, 2002. ISBN: 3884141627, €12,90

Das Buch lässt die Nöte sich allein und unverstanden fühlender Jugendlicher erahnen. Die unterschiedlichen Problematiken werden zum individuellen Ausdruck einer Ohnmacht, eines Hilferufs. Das Buch bezieht keine Stellung und genau darin liegt seine Stärke, denn die Berichte sprechen ihre eigene beeindruckende Sprache. Und bei allem schimmert das Ausmaß an Mut und Hoffnung der Jugendlichen durch. Die klaren Darstellungen in der Sprache der betroffenen Jugendlichen bilden eine gute Ergänzung zu den diagnostischen Falldarstellung in Lehrbüchern der Kinder- und Jugendpsychiatrie und können den in diesem Bereich Tätigen zu mehr Verständnis für die Probleme ihrer Patienten verhelfen.


Marie-Luise Knopp, Barbara Heubach (Hrsg'in)

Irrwege, eigene Wege

Junge Menschen erzählen von ihrem Leben nach der Psychiatrie

Psychiatrie-Verlag , 2001, ISBN: 3884142380, € 12,90

Dieses Buch knüpft an "Wenn die Seele überläuft" an: Mit der Entlassung aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie hat eine persönliche Krise ein Ende gefunden, aber wie geht es nun weiter? Das alte Leben kann man in der Regel nicht wieder aufnehmen: Jugendliche müssen entscheiden, ob sie wieder zu den Eltern ziehen wollen, ob sie den Mitschülern, und Freunden von ihren Erfahrungen berichten, welchen Berufsweg sie einschlagen wollen, und sie müssen lernen, mit Rückfällen zu leben.

Mit dem zeitlichen Abstand zum Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie erscheint die Station häufiger als Schonraum denn als Schutzraum, der, wenn er plötzlich wegfällt, das Zurechtfinden im "normalen" Alltag erschwert. Wie bewältigt man Probleme, wenn nicht gleich eine Therapeutin zur Seite steht? Wie stellt man sich den Anforderungen einer normalen Schule? Geht man offen mit seiner Psychiatrie-Erfahrung um, schlägt einem übertriebene Vorsicht oder Zurückweisung entgegen. Gerade für den beruflichen Einstieg ist Schweigen viel zu oft die bessere Alternative.

Die Erfahrungen der Autoren zeigen Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie die Behandlungswünsche ihrer Klienten und bieten Ansatzpunkte für eine bessere Entlassungsvorbereitung und Begleitung in der Zeit nach der Krise. Geschwister, Freunden und Eltern eröffnet dieses Buch einen Zugang zum Verständnis der jungen Menschen.


Bücher die Gabi Lummas empfiehlt:

Vornweg möchte ich ein Zitat von Franz Kafka schreiben, woran ich immer wieder erinnert wurde, als ich mich durch diverse fachliche Literatur "wühlte" und las. "Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind, und was weiß ich von Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich (...) stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle."

Bei dem ganzem Lesen ist mir aufgefallen, was für ein großer Unterschied darin liegt, über "Etwas" zu schreiben und der Sicht als Betroffene... Daher werde ich Literatur angeben die mich als Mensch, als Opfer oder Betroffene sehr angesprochen hat.

Alice Miller: ‚Abbruch der Schweigemauer‘. ‚Das verbannte Wissen‘, ‚Der gemiedene Schlüssel‘, ‚Du sollst nicht merken‘, ‚Das Drama des begabten Kindes‘. (Alice Miller gab ihre Praxis und Lehrtätigkeit als Psychoanalytikerin auf, um die Kindheit systematisch zu erforschen. Sie machte selber eine Therapie bei Konrad Stettbacher, (Wenn Leiden einen Sinn hat) durch und dann folgten diese ganzen Bücher...). Ein kleinen Einblick aus dem Buch:
‚Abbruch der Schweigemauer‘: „Damit die Taten der Eltern nicht aufgedeckt werden, darf der Patient nicht herausfinden, wie es zu seinen selbstzerstörerischen Verhaltensmustern gekommen ist, warum er zum Beispiel süchtig ist, Unfälle verursacht oder sich überflüssigen medizinischen Operationen unterziehen muss. Doch ohne die Konfrontation mit der Kindheit wird er diese Muster nie auflösen können“.


Lenore Terr

Schreckliches Vergessen, heilsames Erinnern

Traumatische Erfahrungen drängen ans Licht

Kindler, 1995, ISBN: 3463402556#

Die Autorin hat einen Lehrstuhl für klinische Psychiatrie an der University of California, San Francisco. Sie ist eine der führenden Autoritäten auf dem Forschungsgebiet "Trauma und Gedächtnis". Ein kleinen Einblick aus ihrem Buch: „Jemand, der stark dissoziiert, kann Gedanken, Verhalten und Gefühle nicht miteinander verbinden. Häufig liegt ein veränderter Bewusstseinszustand vor. Solche Menschen können beispielsweise Schmerzen vergessen oder ignorieren. Sie können ihre eigne persönliche Geschichte vergessen oder ignorieren. Ja, sie können sich selbst völlig vergessen oder ignorieren.“


Judith Lewis Hermann

Die Narben der Gewalt.

Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden. 

Junfermann, 2003, ISBN: 387387525X, € 25,00


Ursula Wirtz

Seelenmord

Kreuz-Verlag, 2001, ISBN: 3783119634, € 22,00


Smith-Cox-Saradjian:

Selbstverletzung

Damit ich den Schmerz nicht spüre.

Kreuz-Verlag, 2001, ISBN: 3783119677, € 14,90


Irene Stratenwerth

WAHN & SINN.

Verrückte Lebenswege von Frauen

I. Klein Vlg., Hamburg , 1997, ISBN: 3895210390


Ich könnte noch viele Bücher aufzählen, aber ich denke mir dass jeder Mensch, seine ganz eigene, individuelle Geschichte in sich verbirgt, wenn er es doch nur wagen würde, sich diese anzuschauen!!


Jugendbücher zum Thema:

Brigitte Blobel

Rote Linien.

Arena -LIFE, ISBN 3-401-04899-6, € 7,90

Aus dem Klappentext:

Eigentlich war Kitty immer eine gute Schülerin. Der Schulstoff fiel ihr nur so zu. Alle haben sie bewundert und Kitty war der Liebling der Klasse. Aber seit ein paar Monaten ist das anders. Plötzlich kommt sie nicht mehr mit. Die Schule, die Lehrer, all das macht ihr auf einmal schreckliche Angst. Sven ist der einzige, der merkt, dass Kitty wirklich Hilfe braucht. Professionelle Hilfe. Aber da ist es fast schon zu spät.


Johanna Nilsson

Und raus bist du

Dtv, ISBN: 3423620641, € 7,50

Hanna ist anders. Das kann manchmal Glückt sein. Bei Hanna ist es aber der Beginn eines großen Unglücks, das für sie eines Tages in der Psychiatrie enden wird. Hanna und ihre Freundin Karin stellen Listen über die Jungens auf. Diese Listen werden zum wichtigsten Maßstab. Doch Hanna will eigentlich von alldem nichts wissen. Sie fühlt sich in ihrer Familie wohl, hat keine Lust auf Parties, mag sich nicht schminken und Knutschen findet sie völlig bescheuert. Ganz plötzlich gehört sie nicht mehr dazu, und doch wäre sie gerne dabei. Während ihre Freundinnen mit Jungen ins Kino gehen, sondert sich Hanna ab. Trost sucht sie bei ihrem Großvater. Als Hanna endlich auf eine Party eingeladen wird, geht sie hin. Ausgerechnet der Schwarm aller Mädchen, Olle, fordert sie zum Tanzen auf. Doch zu spät bemerkt Hanna, das es ein abgekartetes Spiel war, sie ist zu einer Lachnummer geworden. Als der Großvater stirbt, fühlt sich Hanna ganz allein. Sie möchte so sorglos wie ihre kleine Schwester sein, die massenhaft Freundinnen hat. Damit ihre Eltern sich nicht noch mehr um sie sorgen, fängt Hanna an, in einem Tischtennisverein zu spielen. Dort ist sie erfolgreich, gewinnt jedes Turnier. Sie ist so verbissen und donnert die Bälle über die Platte, bis keiner mehr mit ihr trainieren will. Zu groß ist die Distanz von Hanna zur Außenwelt geworden. Es wird einige Zeit dauern, bis Hanna wieder Zutrauen findet. Ganz langsam bemerkt sie während ihres Klinikaufenthalts, dass sie sich immer mehr auf einen jungen Pfleger freut...


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