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Einige kurze Informationen, die wir in einem
guten Faltblatt fanden.
So genannte "Sekten"
Konfliktträchtige Gruppen versprechen
viel...
Was ist der Preis?
Diese Informationen entstammen einem
Faltblatt der Senatsverwaltung Für Schule, Jugend und Sport Berlin. Beuthstr.
6-8, 10117 Berlin
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Wer bin ich? Woher
komme ich?
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Wohin gehe ich nach
meinem Tod?
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Was ist der Sinn
meines Lebens?
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Was ist ein glückliches Leben?
Das sind Grundfragen unseres Seins. Sie
begleiten uns durch unser Leben. Ständig klopfen sie an. Und immer wieder suchen
wir in verschiedenen Lebensphasen nach Antworten darauf.
Das erste Mal bewusster stellen wir uns
solche Fragen während der Pubertät. Die Anschauungen, Werte und Antworten, die
uns die Eltern mehr oder weniger bewusst in unseren Rucksack Für das Leben
gelegt haben, werden ausgepackt und prüfend näher betrachtet. Was taugt davon
Für meine Lebensreise? Wer will schon leben wie seine Eltern? Mancherlei also
verwerfen wir kurzerhand und begeben uns mit leichterem Gepäck auf die Suche
nach dem eigenen Weg.
Nun beginnt ein spannendes Abenteuer! Ein
Gewirr von Wegen bietet sich dar: Easy-Rider-Highways, glänzende Promenaden,
schnelle Autobahnen, glatte Haupt- und interessant düstere Nebenstraßen,
holprige Feld- und blumige Wiesenwege, geheimnisvoll verschlungene Trampelpfade,
manche Einbahnstraße und Sackgasse.
Welcher Weg ist der richtige Für mich? Gibt
es mehrere richtige? Orientierung ist schwierig! Dafür bieten sich viele
religiöse, weltanschauliche und spirituelle Gemeinschaften, Psychogruppen,
esoterische und okkultistische Zirkel an. Ein riesiger Markt hat sich
entwickelt. In Berlin ist die Auswahl besonders groß. Alle meinen sie, Antworten
auf die Grundfragen unseres Lebens zu haben. Doch Vorsicht!
1. Nicht Für jeden ist dasselbe gut.
Wovon mein bester Freund überzeugt ist, das muss nicht unbedingt mir
entsprechen.
2. Und mancher vermeintlich erleuchtete
Führer ist gar ein Scharlatan und Wegelagerer, der mich
in eine Sackgasse führt und psychisch und finanziell ausplündert. Manche Gruppe
verspricht mir Freiheit, führt mich aber in totale Abhängigkeit, verspricht mir
Selbstfindung und bewirkt in Wirklichkeit, dass ich mich selbst verliere.
Deshalb: Vor Eintritt in eine Gruppe gut
informieren!
Dennoch: Auf der Suche nach meinem eigenen
Weg kann ich mich verirren, mir zuviel zumuten oder unter meinen Möglichkeiten
bleiben, ich kann mir kräftige Beulen holen und zuweilen auf die Nase fallen.
All das ist normal und in Ordnung. Denn ich kann immer wieder neu anfangen. Und
es gibt Menschen die mir dabei helfen.
Mein Freund/ Partner/Angehöriger ist in
letzter Zeit so »komisch«. Ich vermute, dass er in eine konfliktträchtige Gruppe
geraten ist.
Wie kann ich Betroffenen helfen?
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Bewahren Sie Ruhe. Panik blockiert.
Handeln Sie dennoch umgehend, weil ein Anhänger in der Einstiegsphase Für
Argumente und kritische Anmerkungen in der Regel noch weitaus offener ist.
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Sammeln Sie so viele Informationen wie
möglich, um herauszufinden, um welche Gruppe es sich genau handelt, Wie heißt
die Gruppe, wie deren Führet? Welche Bücher liest der Angehörige etc. Scheuen
Sie sich auch nicht, ihn direkt anzusprechen und interessiert zu fragen.
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Wenden Sie sich dann an eine staatliche
oder andere kompetente Informationsstelle, die Ihnen i.d.R. mit neutralen und
kritischen Informationen weiterhelfen kann, sollte es sich wirklich um eine
konfliktträchtige Gruppe handeln.
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Bilden Sie sich an Hand dessen, was Sie
von Ihrem Angehörigen erfahren haben und anhand kritischen Materials eine
eigene Meinung.
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Verabreden Sie mit Ihrem Angehörigen ein
„ritualisiertes" Gespräch, Für das Sie konkrete Absprachen treffen: Jeder
lässt den anderen aussprechen und versucht vorbehaltlos zuzuhören. Sorgen Sie
Für eine ungestörte und vor allem sachliche Atmosphäre.
A. Lassen Sie Ihren Angehörigen zuerst sprechen. Bitten
Sie ihn um seine Darstellung, was er in der Gruppe an Positivem gefunden hat.
Sie werden dabei erfahren, was ihm in seinem bisherigen Leben gefehlt hat.(2)
Können Sie an dieser Stelle Hilfe und Alternativen bieten?
B. Erzählen Sie Ihrem Angehörigen, wie irritiert sie von
seiner Veränderung sind. Berichten Sie von den kritischen Informationen, die
Sie inzwischen erhalten haben und bieten Sie ihm diese an. Erläutern Sie ihm,
dass es Für eine mündige Meinungsbildung nicht ausreicht, nur eine Seite (die
der Gruppe) allein wahrzunehmen.
C. Sagen Sie, dass Sie besorgt sind und benennen Sie die
Risiken, die Sie sehen. Versichern Sie Ihrem Angehörigen, dass Sie seine
Entscheidung zwar nicht verstehen, aber akzeptieren.
D. Eröffnen Sie Perspektiven: Sichern Sie ihm zu, dass
sie ihm bei einem Ausstieg jederzeit helfen werden, und zwar ohne dann den
Zeigefinger zu erheben im Sinne von ,,Das hab ich Dir doch damals schon
gesagt... Bedenken Sie, wie schwer es Für jeden ist, einen Irrtum
einzugestehen. Erheben Sie ihren eigenen Lebensentwurf nicht zum Maßstab.
- Sprechen Sie das Thema von sich aus künftig nicht
ständig an. Andernfalls verstärken Sie die Verteidigungshaltung Ihres
Artgehörigen. Möglicherweise rechtfertigt er dann eine Sache, an der er
bereits selbst zweifelt.
- Stärken Sie das Gemeinsame. Halten Sie weiterhin Kontakt
mit Ihrem Angehörigen, auch wenn die gemeinsamen Interessen Ihrer Beziehung
schwinden. (3) Unterstützen Sie auch seine anderen Sozialkontakte
außerhalb der Gruppe. Ein Ausstieg aus einer vereinnahmenden Gruppe fällt umso
schwerer, wenn der Aussteigende keine anderen sozialen Kontakte mehr hat und
der Ausstieg in eine Einsamkeit führt.
- Mit der vereinnahmenden Gruppe wird Ihrem Angehörigen
eine neue Identität übergestülpt. Sein altes Selbst ist weiterhin mehr oder
weniger verschüttet vorhanden. Sorgen Sie dafür , dass diese alte Identität
wach bleibt. Sie kennen Ihren Angehörigen am besten; es bietet sich eine Fülle
von Möglichkeiten.(4) Ein Zugang zur bisherigen Identität ist
wichtig Für einen Ausstieg aus der Gruppe.
- Werden Sie nicht mutlos, und erwarten Sie nicht
unbedingt schnelle Erfolge. Konzentrieren Sie nicht Ihrerseits Ihr Leben auf
dieses Problem. Bedenken Sie, dass die Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe
häufig nur eine Phase im Leben des einzelnen ist.
Erklärungen:
(1) Bedenken Sie dabei, dass Veränderung zum Leben gehört.
Sie kann auch andere Ursachen haben. Nicht jede starke Veränderung eines
Menschen deutet auf eine Sektenmitgliedschaft hin oder muss negativ gesehen
werden.
(2) Partnerschaft? Freunde? Bestätigung?
Antworten auf Sinn und Existenzfragen.
(3) Ziehen Sie aber rechtzeitig eine Grenze, wenn Sie
feststellen, dass es Sie psychisch zu sehr belastet. Es hilft Ihrem Angehörigen
nichts, wenn Sie Sich psychisch über die Maßen belasten. Schützen Sie sich und
suchen Sie professionelle Hilfsangebote auf, wenn Sie es selbst nicht mehr
vermögen oder im Zweifel darüber sind.
(4) z.B. ein Geschenk zum Geburtstag das an etwas erinnert,
oder eine gemeinsame Unternehmung i.S. ,,Wir sind doch immer gern gesegelt, las
uns doch am Sonntag wieder einmal hinausfahren..."
Checkliste Für unbekannte Gruppen:
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Bei der Gruppe findest du exakt das, was
du bisher vergeblich gesucht hast. Sie weiß erstaunlich genau, was dir fehlt.
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Schon der erste Kontakt eröffnet dir eine
völlig neue Sicht der Dinge.
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Das Weltbild der Gruppe ist verblüffend
einfach und erklärt jedes Problem.
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Es ist schwer, sich ein genaues Bild von
der Gruppe zu machen. Du sollst nicht nachdenken und prüfen. Deine neuen
Freunde sagen: „Das kann man nicht erklären, das musst du erleben - kommt doch
gleich mit in unserer Zentrum."
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Die Gruppe hat einen Meister, ein Medium,
einen Führet oder Guru, der allein im Besitz der ganzen Wahrheit ist.
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Die Lehre der Gruppe gilt als einzig
echtes, ewig wahrendes Wissen. Die etablierte Wissenschaft, das rationale
Denken, der Verstand werden als Verkopfung, als negativ, satanisch oder
unerleuchtet abgelehnt.
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Kritik durch Außenstehende wird als
Beweis erachtet, dass die Gruppe Recht hat.
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Die Welt treibt auf eine Katastrophe zu,
und nur die Gruppe weiß, wie man die Welt retten kann.
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Deine Gruppe ist die Elite und die Übrige
Menschheit ist krank und verloren - solange sie nicht mitmacht beziehungsweise
sich retten lässt.
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Du sollst sofort Mitglied werden.
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Die Gruppe grenzt sich von der Übrigen
Welt ab, etwa durch Kleidung, Ernährungsvorschriften, eine eigenen Sprache,
strenge Reglementierung zwischenmenschlicher Beziehungen.
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Die Gruppe will, dass du alle „alten"
Beziehungen abbrichst, weil sie deine Entwicklung behindern.
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Dein Sexualverhalten wird dir exakt
vorgeschrieben, etwa Partnerwahl durch die Leitung, Gruppensex oder auch
totale Enthaltsamkeit.
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Die Gruppe füllt Deine gesamte Zeit mit
Aufgaben: Verkauf von Büchern oder Zeitungen, Werben neuer Mitglieder, Besuch
von Kursen, Meditation...
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Es ist schwer allein zu sein - jemand aus
der Gruppe ist immer dabei.
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Wenn du zweifelst, wenn sich der
versprochene Erfolg nicht einstellt, bist du „selber Schuld", weil du Dich
angeblich nicht genug einsetzt oder weil du nicht stark genug glaubst.
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Die Gruppe verlangte strikte Befolgung
ihrer Regeln und Disziplin - als einzigen Weg zur Rettung.
Schon bei einem „JA" VORSICHT!
Wo gibt es Information und Beratung? (in Berlin)
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Staatliche Stellen:
Senatsverwaltung Für Schule, Jugend und Sport, V
F 3/Frau Rühle/Frau Seyffert, Beuthstraße 6-810117
Berlin Telefon: 030-90 26-5574
Weltanschaulich geprägte Stellen:
Selbsthilfegruppen:
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INTERIM Hilfe Für Menschen in religiösen
Lebenskrisen e.V. c/o Mathias Krase. GrÜne Tritt 23.12557 Berlin Telefon:
(030) 651 4599
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EBI gegen psychische Abhängigkeit Für
geistige Freiheit e.V., Heimat 27, 14165 Berlin. Telefon: (030)8183211
Impressum/Herausgeber:
Senatsverwaltung Für Schule, Jugend und Sport. Beuthstraße 6-8, 10117 Berlin
Text. A. Rünle,
Checkliste Flyer des Freistaates Sachsen.
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