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Ist denen ?erhaupt zu helfen?M?lichkeiten der T?ERTHERAPIEIm Folgenden wollen wir Ihnen ein Konzept zur Behandlung von T?ern vorstellen, dass von Ruud Bullens (Niederlande) entwickelt und erprobt wurde. Wir verf?en ?er keine eigenen Erfahrungen mit T?erarbeit. Dieser Text wurde von uns im Internet gefunden unter diese Seite liegt unter http://www.ppt.dtpnet.de.de/html/beitraege.htm und wird hier zur Vervollst?digung der T?erdiskussion wider gegeben. Sexualisierte Gewalt -T?erbehandlung nach einem Skript von Dr. Ruud Bullens, Ambulant Bureau Deugdwelzijnszorg Die Behandlung von T?ern von sexualisierter Gewalt ist keine neue Entwicklung. Es besteht eine l?gere Tradition von station?e Behandlung, wobei es meistens um schwerere Delikte geht. In der Regel betrifft dies eine Verwahrung. In Folgendem wird von ambulanter Behandlung von T?ern sexualisierter Gewalt (von Kindern) berichtet. Die T?erbehandlung erh?t Ihre haupts?hlichste Legitimation in der Verhinderung von erneutem Missbrauch. Selbstverst?dlich kann eine Fortsetzung bzw. Wiederholung des Missbrauchs auch dadurch verhindert werden, dass der T?er aus der Gesellschaft herausgenommen und ins Gef?gnis gebracht wird, oder dadurch dass das Opfer sich der Missbrauchssituation aktiv entzieht, indem es wegl?ft. Dadurch ist ein R?kfall de facto - sicher am Anfang - F? dieses Opfer unm?lich geworden. Der T?er kommt jedoch im ersten Fall nach einiger Zeit wieder aus dem Gef?gnis heraus, und im zweiten Fall, nach dem Weglaufen des M?chens, kam er seine Missbrauchs-Aufmerksamkeit auf andere Kinder verschieben (wenn nicht auf Kinder innerhalb der Familie, dann auf solche au?rhalb). Die Quintessenz des oben erw?nten ist, dass sich eine T?erbehandlung nicht allein auf eine zeitlich begrenzte Verhinderung eines R?kfalls richten muss, sondern auf eine bleibende Verhinderung. 1. Wie kommen T?er zu sexuellem Missbrauchsverhalten? Was motiviert T?er zu sexuellem Missbrauch?Eine der brennendsten Fragen F? diejenigen, die sich mit der T?erbehandlung besch?tigen, ist die nach den Motiven der T?er, die schlie?ich zu sexualisierter Gewalt gef?rt haben. Nicht nur Therapeuten stellen diese Frage. Auch T?er kommen im Verlauf der Behandlung oft an den Punkt, dass sie eine Antwort auf diese wichtige Frage haben wollen. Von verschiedenen Richtungen wurde versucht, eine Erkl?ung f? das warum von sexualisierter Gewalt zu formulieren. So betrachtet die Regierungs-Nota "Bek?pfung von sexueller Gewalt gegen Frauen und M?chen" (1984) dem sexualisierte Gewalt als eine ??rungsform der ungleichen Machtverh?tnisse zwischen M?ner und Frauen. Sexueller Missbrauch/Gewalt betrifft in dieser Sichtweise deshalb ein Problem der Macht. Da jedes Problemverhalten mehrfach festgelegt ist bzw. auf verschiedenen Erkl?ungsmodellen ruht und auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann, k?nte man - neben der genannten feministisch-soziologischen Sichtweise - sexualisierte Gewalt auch von einer psychologischen Perspektive her erkl?en. Ordnungshalber muss man bei diesem Punkt erw?nen, dass Erkl?ungen F? ein bestimmtes Verhalten wie eine (implizite) Billigung desselben bedeuten. Als psychologische Erkl?ungen k?nen u. a.. genannt werden:
Daneben sind Faktoren Seiten des Kindes zu nennen: ein einmal sexuell missbrauchtes Kind geht beispielsweise ein erh?tes Risiko ein, erneut Opfer zu werden aufgrund von (gelerntem) so genannten Werbungs-Verhalten. Bekannt sind ferner Faktoren, wie sie durch Finkelhor (1984) beschrieben wurden, wobei der Non Offending Parent (Beispielsweise die Mutter) wegen Krankheit, Arbeit oder Tod nicht (oder ungen?end) verf?bar ist, um das Kind gegen die sexualisierte Gewalt zu sch?zen. Auch hinsichtlich dieser Faktoren muss ausdr?klich erw?nt werden, dass die Mutter, auch wenn Sie anwesend beziehungsweise nicht verf?bar war, nicht F? den Missbrauch verantwortlich gemacht werden darf, den der T?er begangen hat. Dies gilt selbstverst?dlich nicht, wenn sie eine nachweisbar aktive und oder passiv duldende Rolle bez?lich des Missbrauchs gespielt hat. Allen diese Faktoren h?gen einzeln oder in Kombination untereinander mit dem Missbrauch zusammen, k?nen aber nicht als eindeutige Erkl?ungen im Sinne einer Ursache-Wirkungs-Kette betrachtet werden. Coulborn Faller (1990) Sagt, dass die genannten Faktoren zur M?lichkeit eines sexuellen Missbrauchs beitragen. Im ung?stigsten Fall wirken sie wie ein roter Faden, der zu sexualisierter Gewalt f?ren kann, ihn aber nicht notwendig bestimmt. Notwendige Faktoren sind jedoch das Denken an bzw. Phantasieren ?er Sex mit Kindern. T?er, die angeben, dass es ?er sie gekommen ist, dass es zwischen Ihnen und dem Kind gewachsen ist, blenden aus, dass - schlummernd oder explizit - schon eine Orientierung im Hinblick auf Sex mit Kindern gestanden haben muss. Diese Orientierung muss jedoch abgetrennt werden von der Fixiertheit, wie bei P?ophilen/-sexuellen vorhanden ist. Ein Interesse an Sex mit Kindern schlie? eine befriedigende Sexualit? mit Erwachsenen keineswegs aus. Untersuchungen unter einzelnen m?nlichen Studenten haben gezeigt, dass 21% von ihnen schon mal ?er Sex mit Kindern nachgedacht/phantasiert haben. Coulborn Faller (1990) nennt dies die erste Ebene der notwendigen Faktoren Als zweiten Ebene nennen sie das Tun, das Ausagieren der Phantasien/Gedanken ?er Sex mit Kindern. In der Untersuchung von Briere und Runtz wird es jedoch als h?hst unwahrscheinlich beachtet, dass ein F?ftel der m?nlichen Population (21 Prozent) tats?hlich in Missbrauchsverhalten umsetzen w?den Aufgrund unserer Praxis w?den wir zwischen dieser Denk- und Tun-Ebene noch ein weiteres Niveau hinzuf?en: das Denken/Phantasieren ?er Sex mit Kindern in Wollen umsetzen. Unsere ?/span>berzeugung nach ist damit eine Alarmphase (drohende Aus?/span>bung) ausgebrochen, die an sich noch nicht zu einem Tun (Delikt) f?ren muss, aber alle Voraussetzungen in sich hat (z.B. Steigende Spannung, die entladen werden muss), die zu einem sexuellen Missbrauch f?ren k?nen. Zusammenfassend k?nen beitragende und notwendige Faktoren unterschieden werden. An sich braucht keiner der weit reichenden Faktoren zu einem sexuellen Missbrauch f?ren. Wohl k?nen Sie als wichtige Vorbereiter oder als Warnung dienen. Wenn auf eine Person eine oder mehrere dieser Faktoren zutreffen, aber die schlummernde oder explizite Orientierung (prim? im Denken/Phantasieren) in Richtung auf Sex mit Kindern fehlt, ist die M?lichkeit, dass der betreffende tats?hlich zu sexuellen Missbrauch ?ergehen wird, als gering einzustufen. Denken/Phantasieren ?er Sex mit Kindern ist dagegen eine notwendige Voraussetzung F? den sexuellen Missbrauch. Wenn die Grenze zum Wollen und danach zum Tun ?erschritten wird, ist damit die Tat, das Delikt eine Tatsache. Vor allem P?ophile geben an, dass Ihre p?ophilen Phantasien beim Denken an Sex mit Kindern zustande kommen. Damit kennzeichnet aber das reine Denken an Sex mit Kindern zugleich auch die Grenze dessen, was noch nicht notwendig als sexueller Missbrauch bezeichnet werden muss. Innerhalb der Behandlung ist es notwendig, das Denken/Wollen bereits in die Gefahrenzone zu platzieren, w?rend das Tun eine nicht zuzulassende definitive Grenz?erschreitung bedeutet (ein Delikt im Sinne des Gesetzes). 2. Was beinhaltet die Behandlung Einleitung Eines der gro?n Missverst?dnisse, dass sich bei der Behandlung von T?ern ergeben kann, ist gerade das, was man unter Behandlung versteht. Eigentlich ist dieser Begriff in Beziehung zu T?ern nicht korrekt, sondern hat einzig einen N?/span>tzlichkeitswert. Der Begriff Behandlung weckt Assoziationen mit den Formen von Psychotherapie, die durch den Klienten aufgrund eines subjektiv erlebten Leidensdruck aufgesucht werden zur Minderung des psychischen Schmerzes man ist dabei von innen heraus zu einer Behandlung motiviert.. Bei T?ern von sexuellem Missbrauch geht es in der Regel nicht so sehr um eine eigene Motivation F? eine Behandlung, sondern es ist externer Druck n?ig, um sie zu einer Ver?derung im Denken, F?len und Handeln bez?/span>glich sexuellen Missbrauch zu bringen. Subjektiver Leidensdruck wird bei T?ern durchgehend nicht wahrgenommen, h?hstens manchmal Erleichterung, wenn der Missbrauch ans Licht kommt. Wenn von Motivation gesprochen werden kann, so liegt diese vornehmlich beim Therapeuten, der seinerseits versuchen muss, beim T?er die Motivierbarkeit F? eine Behandlung einzusch?zen. Erst nach einiger Zeit - und manchmal auch nie - kann ein St?k eigener Motivation beim T?er entstehen. Die Behandlung von T?ern erfordert deshalb einen ganz anderen Ausgangspunkt von dem aus gearbeitet werden muss, als innerhalb einer regul?en Behandlungspraxis meistens der Fall ist. Neben den notwendigen Kenntnissen und F?igkeiten bildet die richtige Haltung des Behandeltes den Dreh- und Angelpunkt, um dem es bei der Behandlung von T?ern geht. Der Begriff Behandlung k?nte ferner mit Heilen verkn?/span>pft werden, was im Fall der T?erbehandlung jedoch nicht als eines der Endziele formuliert werden darf. Ja, die Behandlung der T?er ist nicht auf Heilung ausgerichtet (wenn dies auch m?lich sein sollte), sondern darauf, F? den Rest seines Lebens seine Impulse bez?/span>glich eines erneuten Mi?rauchs unter Kontrolle halten zu lernen. Der T?er wird also in der Behandlung dazu verpflichtet, sich F? Behandlungsziele einzusetzen, die - jedenfalls zun?hst - extern festgelegt wurden. Das Vorgehen lautet: "No cure, but control" (Laws, 1989, van Beek und Mulder 1991). Aus dem Besagten wird deutlich, dass der Begriff Behandlung sich an einer methodisch-therapeutischen Beeinflussung des Denkens, F?lens und Handelns des T?ers orientiert, wobei die - zun?hst von au?n formulierte - Zielsetzung eine bleibende Verhinderung von R?kf?len zum Inhalt hat. Wenn man die oben genannten Einschr?kungen bez?lich der Motivation, der Motivierbarkeit und der Verpflichtung, sich einzusetzen macht, sowie die Zielsetzung der lebenslangen Kontrolle ber?/span>cksichtigt, dann ist die Wahl des Begriffs Behandlung akzeptierbar. Ganz kurz wird im folgenden Abschnitt auf eine Anzahl Behandlungsziele eingegangen. Diese Ziele werden der deutlichkeitshalber getrennt behandelt. Innerhalb eines Behandlungsprogramms (zum Beispiel Inzest-T?er -Behandlungs-Projekt Rotterdam, 1989; Frenken und van Stolk) k?nen Sie selbstverst?dlich in seine (psycho-) logische Reihenfolge gesetzt werden. 2.1 Das Delikt-Szenarium Einer der Eckpfeiler der T?erbehandlung ist die Rekonstruktion des so genannten Deliktszenarium. Dieser Rekonstruktionsproze? das hei? wie ein Missbrauch geplant und ausgef?rt wurde, und welche begleitenden Gedanken und Gef?le des T?ers dabei keine Rolle spielten, muss in einem fr?en Stadium der Behandlung stattfinden. Dies ist eine M?lichkeit, dem T?er den durchgehend verleugneten sexuellen Missbrauch bewusst zu machen. Denn seine Sichtweise, die er von dem Missbrauch entwickelt hat, hat F? ihn nicht allein den Vorteil, den sexuellen Missbrauch bagatellisieren, rationalisieren und verdr?gen zu k?nen, sondern auch die Verantwortung F? den Missbrauch wird wo anders deponiert, solange das Doppelleben des T?ers auf irgendeine Weise intakt bleiben kann. In der Behandlung wird dem T?er klargemacht, dass der Behandlungsproze?in Verzug geraten kann, wenn er den Missbrauchskreislauf nicht oder nicht gen?end einbringt: solange er n?lich seinen eigenen Anteil nicht sehen kann, solange er nicht lernt, mit den vorangegangenen Faktoren wie Gef?len von ?ger, Wut, Verzweiflung, Panik und Angst (zusammenballt als anonyme Spannung) in effektiver Weise umzugehen, so lange kann er sich selbst auch nicht vollst?dig unter Kontrolle halten. Dadurch bleibt die M?lichkeit, dass er erneut zum Missbrauch kommt, st?dig vorhanden. Das Handhaben des Deliktszenario, mit anderen Worten die Einsicht wie er selbst als Autor dass Missbrauchsskript exakt formulieren kann, wie er die Regie der Inszenierung des Missbrauchs auf sich genommen hat und wie er schlie?ich darin auch noch als Schauspieler die Hauptrolle ?ernimmt ist eine erste Voraussetzung, um Kontrolle ?er die Gedanken, Gef?le und das Verhalten, die zum Missbrauch gef?rt haben, ?ernehmen zu lernen. Wenn das Deliktszenarium, die Missbrauchskette vom T?er vollst?dig erkannt und begriffen wird, ist der Weg geebnet Verantwortung tragen zu k?nen. 2. 2 Das Lernen, Verantwortung zu ?ernehmen Das Lernen, Verantwortung zu ?ernehmen, wird in der Literatur allgemein als eines der Hauptziele betrachtet, die innerhalb der T?erbehandlung erreicht werden m?sen. Das ?ernehmen von Verantwortung ist eine Sache, die manchmal schon fr? in der Behandlung stattfindet, aber oft nur ein papierenes, emotional ungen?/span>gend gest?/span>tztes Eingest?dnis gegen?er dem Opfer zu enthalten scheint. Man wird dann auf die folgende Aussage: nat?lich trage ich als Erwachsener alle Verantwortung, aber... und dann folgt eine Rationalisierung, die diese Verantwortung den bez?lich des T?ers, des Opfers, der Mutter, der Umst?de, der eigenen Jugend usw. verd?nt. Eine Praxisbeispiel daf? im so genannten Entschuldigungsbrief des T?ers an das Opfer finden. In einem solchen Brief muss zum Ausdruck kommen, dass der T?er und er allein F? den Missbrauch verantwortlich ist. Vorschnelle Entschuldigungsbriefe enthalten jedoch in Wirklichkeit oft verdeckte Beschuldigungen an die Adresse des Opfers oder Erpressungsversuche mit der Absicht (erneut Kontrolle ?er) die alte Situation wieder herzustellen. Es verlangt vom Therapeuten viel R?ksprache mit den anderen Fachleuten, um den richtigen Weg mit den richtigen Worte im richtigen Moment im Prinzip versandbereit zu haben. Innerhalb des Rahmens der Behandlung kann das Feilen an einem solchen Brief oft anderthalb bis zwei Jahre dauern. Kriterien, die bei der Beurteilung eines solchen Briefes angelegt werden (wenn dieser F? die Versendung in Betracht kommen soll), werden aus der so genannten Gib-Nimm-Bilanz gesch?ft. Einer der Ausgangspunkte dabei ist, dass der T?er gegen?er dem Opfer in der Vergangenheit oft substantiell mehr genommen als gegeben hat. Dem Brief, den ein T?er im Anfangsstadium der Behandlung schreibt, wird zu diesem Zeitpunkt noch eine durchgehende Widerspiegelung des Nimm-Bonus von seiner Existenz bilden. Darum ist es schwierig und gef?rlich, solche Briefe in einem zu fr?en Stadium tats?hlich abzuschicken. R?ksprache (wenn m?lich) zwischen dem Therapeuten des Opfers und des T?ers ist in einem solchen Fall dringend w?schenswert, um zu verhindern, dass durch einen solchen Brief die Grenzen des Opfers erneut ?erschritten werden. Das Kriterium F? die tats?hliche Verwendung des Briefes liegt in der Erkl?ung, das Opfer zur Annahme bereit ist. Neben diesem Brief sind noch einige andere Techniken zu nennen, mit denen darauf hin gearbeitet werden kann, Verantwortung ?ernehmen zu lernen. 2. 3. Durch die Augen des anderen schauen lernen. Wenn man mit T?ern von
sexuellem Missbrauch zu tun bekommt (u.a. Inzest-T?er, P?osexuelle), f?lt
auf, dass T?er dem kindeigenen Entwicklungsgang ihres (ihrer) Opfer (s) keine
Rechnung tragen. P?osexuelle behaupten zwar, den kind-eigenen spezifischen Entwicklungsaspekten Rechnung tragen k?nen, aber auch hier lehrt die n?ere Analyse, dass doch nur um die Bed?fnisse des T?ers geht (ich f?le mich nun einmal zu den 5 bis 6 j?rigen Knaben hingezogen; ich mache alles F? 11-12-j?rige M?chen, danach werden sie wirkliche Frauen, und dann sagt mir das nichts mehr). T?er, die sagen, dass Sie immer viel Liebe F? das Kind empfunden haben, verschweigen damit tats?hlich egozentrische orientierte Eigenliebe. P?osexuelle wiederum k?ne sagen, dass es gerade die normative Einstellung der Gesellschaft ist, die das Kind in eine verwirrende Situation bringen kann; dass es die Gesellschaft ist, die offensichtlich die Gef?le der Sexualit? bei Kindern verleugnet. Tatsache bleibt jedoch, dass sich die Sexualit? von Kindern stark von der von Erwachsenen unterscheidet und dass es dabei nicht nur um einen graduellen, sondern um einen grunds?zlichen Unterschied geht. Zur?kkommend auf die Thematik dieses Abschnittes ist es von gro?r Wichtigkeit, dass der T?er die die wirklichen Gef?le, Gedanken und das Verhalten (zum Beispiel die Bedeutung von Werbungsverhalten) des Opfers ber?ksichtigen lernt. Innerhalb der Behandlung nimmt das Lernen, einen Einblick F? die Opferperspektive zu bekommen, denn auch eine sehr wesentliche Rolle ein. Wenn der T?er nicht sensibel F? die oft zerst?erische Auswirkungen des sexuellen Missbrauchs auf die Entwicklung des Kindes werden, ist eine R?kfall nicht ausschlie?n. Das der T?er die (potentiellen) Folgen des Missbrauchs F? das Opfer durchlebt hat, bildet damit einen der Pfeiler der T?erbehandlung. Empathie F? den anderen haben beinhaltet, dass auch in der pers?lichen Entwicklung des T?ers ein emanzipatorischer Sprung nach vorn gemacht wird, von kindlich-egozentischen Bed?fnisse n zur R?ksichtnahme auf die Bed?fnisse der anderen.. Unseres Erachtens bedeutet Erwachsen sein, dass auf Basis der Gleichg?tigkeit sowohl die eigenen Bed?fnisse , wie die der anderen, wahrgenommen werden in der Interaktion miteinander. In diesem Sinne kann die Behandlung der T?er als eine Form der Nach-Erziehung gesehen werden. 2.4 Einsicht in den Unterschied zwischen der Sexualit? von Kindern und Erwachsenen vermitteln. Auffallend ist, dass T?er oft angeben, dass selbst erst in ihrem 10.,12.,14. oder sogar in ihrem 16. Lebensjahr genau gewusst haben, was Sexualit? im Sinne des Geschlechtsverkehrs genau beinhaltet. Die Kernfragen, die in diesem Teil der Behandlung gestellt werden, lauten etwas wie folgt: Wie alt waren sie, als sie bei sich selbst zum ersten Mal Gef?le wahrgenommen haben, die mit Sexualit? im weitesten Sinne des Wortes zu tun haben? In welchem Alter wussten sie, was Geschlechtsverkehr bedeutet? Wie alt waren sie, als sie F? sich selbst klar feststellten, dass auch ihre Eltern miteinander Geschlechtsverkehr (gehabt) haben? Um so auffallender ist ferner, dass derselbe T?er, der mit zw?f Jahren zum ersten Mal davon erfuhr, trotzdem die Initiative F? den sexuellen Missbrauch vollst?dig dem dreij?rigen Sohn, dem zehnj?rigen T?hterchen oder dem dreizehnj?rigen Neffen zur Last legt: er/sie wollten es selbst; er/sie gab selbst Anlass dazu. Rationalisierung dabei: die Kinder heutzutage wisse mehr als fr?er; ich wollte es selbst nicht, aber sie dr?gten mich etc. Was man aufgrund dieser Sch?rederei feststellen kann, ist, dass das Kind durch den Erwachsenen auf sein (pseudo-) erwachsenen Erlebnisniveau wieder zugef?rt, und dass damit eine Ebenb?tigkeit in der Beziehung hinein interpretiert wird, die aus entwicklungspsychologischer Sicht absolut nicht vorhanden sein kann. Selbstverst?dlich, ein Kind hat bestimmte sexuellen Gef?le, sowie auch ein Erwachsener bestimmte sexuelle Gef?le hat Die kindliche Sexualit? ist jedoch von ganz anderer als die Erwachsenen Sexualit?. Es ist beispielsweise wie bei einem vierj?riges Kind, das die Zahlung drei und vier reproduzieren kann, einem sechsj?rigen Kind, das die Zahlen drei und vier zusammenz?len und einem 8 j?rigen Kind, das die Zahlen drei und vier multiplizieren kann auf der einen Seite, und die bei dem Erwachsenen auf der anderen Seite, der mit all seinen mathematischen Kenntnissen und Erfahrungen hoch stehende algebraische Kunstst?ke ausf?ren kann, durch eine Quadratgleichung mit den Zahlen drei und vier darin und mehreren Unbekannten. Sowohl das Kind wie der Erwachsene machen von denselben Zahlen Gebrauch, aber damit endet der Vergleich. Jedoch nicht F? den T?er des sexuellen Missbrauchs, der auf dem Gebiet der Sexualit? dem Kind Gef?le, Gedanken und Verhalten unterschiebt, die das Kind noch nicht verstehen, ganz zu schweigen von integrieren in die eigene Erlebniswelt. Die wortlose Verwirrung, der das Kind dadurch ausgesetzt ist, der Mangel an Urteilsverm?en, was es mit diesen nicht altersgem?en sexuellen Erfahrungen machen soll und wodurch es sich - isoliert von der Umgebung, wegen des nicht zu handhaben Geheimnisses - oft noch st?ker auf den T?er ausgerichtet, wird durch den T?er oft als eine (implizite) Zustimmung mit den sexuellen Handlungen gesehen. Das Kind sagt nie "Nein", und wenn es das dann trotzdem sagte und der T?er es respektiert, dann w?de gerade dieses "Nein-Sagen" als ausdr?kliches Zeichen der Gleichwertigkeit gesehen. F? Kinder ist eine Konfrontation mit der Erwachsenen-Sexualit? oft ??rst verwirrend. So erz?lte ein 17 j?riger Jugendlicher, der mit zehn Jahren sexuelle Kontakte mit einem P?osexuellen gepflegt hatte, dass die Verwirrung in der Tatsache begr?det lag, dass der betreffende Mann auch gew?nliche, angenehmen Dinge mit ihm machte: Er sagte, dass er mein Freund sei und darum akzeptierte ich das andere (gleich Sexualit?), was ich nicht angenehm fand. Erst im nachhinein ist mir bewusst geworden, was ich nicht angenehmen dabei fand: er hat mir das Recht genommen, meine eigene Sexualit? in meinem Tempo entwickeln zu k?nen. So klein wie ich auch war, hat er mir seine Erwachsenen-Sexualit? auferlegt, erkl?te dieser zehnj?riger Jugendliche. Aus dem oben genannten wird deutlich geworden sein, dass die Behauptungen der P?ophilenlobby, die Gesellschaft w?de der Tatsache keine Rechnung tragen, dass Kinder auch sexuelle Gef?le haben nicht stichhaltig ist. Niemand wird leugnen, dass Kinder sexuelle Gef?le haben, nur ist die Art und Qualit? dieser Gef?le bei dem Kind-in-Entwicklung noch vollkommen anders. Das Vorrecht eines jeden Kindes ist, dass es in seinem eigenen Tempo und in Sicherheit sich selbst auf diesem Gebiet entdeckten und entwickeln kann. Die Tatsache, dass jeder sexualisierte Kontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Kind eine potentiell sch?ingenden Faktor F? den weiteren Entwicklung Prozess des Kindes darstellt, legitimieren die normative Behauptung, dass "das Kind gern habe" (was P?ophile F? sich beanspruchen), nie eine sexuelle oder sexualisierte Kontaktaufnahme mit einem Kind einschlie?n kann. 2. 5 Lernen von sozialen F?igkeit In der Behandlungspraxis von T?ern sexueller Delikte f?lt auf, wie sehr bei Ihnen von einem Mangel an sozialen F?igkeiten gesprochen werden kann. Dies scheint eng mit der Pathologie der T?er zusammenzuh?gen. Sie geben n?lich oft an, dass sie in ihrer Jugend erlebt haben, abgelehnt worden zu sein. Dies bringt sie dazu, sich ihr selbst fortw?rend beweisen zu m?sen, jedenfalls erleben sie so. Dies, sich ihrerseits beweisen zu m?sen, kommt regelm?ig als Gespr?hsthema in der Behandlung vor. Die pers?liche Ohnmacht, die der T?er erlebt, wird umgesetzt beziehungsweise durch das Mittel der Macht umgekehrt, wobei sich dies in der Aus?ung von Kontrolle ?er andere ??rst. Dieses letzte Ph?omen findet man in zwei Richtungen vor: Im einem Fall sprechen wir von einem autorit?en (Macht) Auftreten (dies gilt sicher innerhalb der famili?en Situation; au?rhalb kann er sich selbst sehr unterworfen verhalten). Dabei macht der T?er mit dem notwendigen Zwang/Drang das Opfer zum Objekt, eigentlich zu einem Ding. Im anderen Fall sprechen wir von einem kindlichen Auftreten. Es kann dann von einem unter geordneten Verhalten in dem Sinn gesprochen werden, dass er den Kontakt mit Erwachsenen vermeidet. Der T?er zieht sich daraufhin in der Kontaktaufnahme mit dem Kind zur?k und macht dies auf einem emotionale kongruenten kindlichen Niveau. Auch bei dieser Art von Kontakt kann ?rigens von Zwang/Drang gesprochen werden, aber er wird weniger manifest, mehr subtil ausge?t. In beiden F?len geht es um Verhalten, in welchem die selbstbewusste Komponente fehlt. Der gleichwertige Umgang mit einem Partner, der m?dig genug ist, seine/ihre eigenen W?sche /Bed?fnisse deutlich zu machen und gleichzeitig imstande ist, Grenzen zu setzen, fehlt im Verhaltensrepertoire des T?ers. Grenzkl?ungen in Bezug auf sich selbst, wie gegen?er anderen, sind in ihrer Art diffus und/oder elastisch. Es wird deutlich sein, dass das Lernen von klaren Grenzziehungen (sowohl im Bezug auf sich selbst, wie gegen?er anderen) ein wichtiges Ziel in der Behandlung des T?ers bildet. W?sche und Bed?fnisse m?sen ge??rte werden. Die F?igkeiten (die Gleichwertigkeit) des anderen m?sen erkannt und ber?ksichtigt werden. Einfach gesagt: von einem siebenj?rigen Kind das nicht erwartet werden, dass sich selbstbewusst gegen Ann?erungsversuche eines (potentiellen) T?ers abgrenzt. Innerhalb der Behandlung wird deshalb fiel am Umgang mit Grenzen gearbeitet. Dies geschieht durch das Vermitteln von sozialen F?igkeiten, wobei der T?er lernt, mit Spannungen nicht auf eine unterdr?kende, sondern auf eine selbstbewusste Art Weise umzugehen. T?er werden aufgefordert, Verhaltensgebiete zu besprechen, wo sie laufend versagen. In der Behandlung werden Verhaltensalternativen geboten, wodurch das Verhaltensrepertoire zunehmen kann. 2. 6 Behandlungssetting Im Vorausgehenden wurde ausf?rlich auf eine Anzahl Behandlungsziele eingegangenen. Diese Ziele k?nten verschiedenen Behandlungssettings. erreicht werden, wovon wir einige dargestellt werden. 2.6.1 Individuelle Behandlung In Holland wurde im Vergleich zu angels?hischen L?dern noch wenig Erfahrung mit einem gruppenorientiertem. Behandlungsansatz gemacht. Zur Hauptsache finden die Behandlungen innerhalb der Zweier-Situation statt. Vor allem seit sich die RIAGG´S sich mehr und mehr auf eine ambulante Behandlung vor allem von Inzest-T?ern festgelegt haben, ist in Holland das individuelle Setting das meistverbreitete. Als wichtiger Vorteil der individuellen Vorgehensweise kann das phasenweise und zielorientierte Vorgehen innerhalb des therapeutischen Prozesses genannt werden: unter Ber?ksichtigung einer gewissen Marge kann eine fokale Therapiemethode mit einem klar umrissenen Etappenplan absolviert werden, worin die erw?nten Behandlungsziele nacheinander angegangen werde. Wegen des ITB-Projektes von Rotterdam, welches im September 1981 begann, wurde ein solcher Etappenplan detailliert ausgearbeitet. Anhand von Evaluationskriterien kann gepr?t werden, ob ein T?er eine bestimmte Behandlungsphase mit Erfolg durchlaufen hat, und ob er F? die Vorgehensweise in Frage kommt. Die Verpflichtung zur aktiven Teilnahme kann per Phase gleichsam abgehakt werden. Schlie?ich kann nach Verlauf von ungef?r anderthalb bis zweieinhalb Jahren die Behandlung gem? einem solchen Etappenplan abgeschlossen sein. Danach kann - aufgrund einer entsprechenden Indikation - eventuell noch eine Paartherapie und/oder eine Familientherapie angeschlossen werden. 2.6.2 Gruppen-Behandlung In Leiden (Ambulantes B?/span>ro F? Jugendwohlfahrt, Leiden) wurde im September 1989 mit einer gruppenorientierten Behandlung begonnen. Jede Gruppe hat acht Mitglieder mit zwei bis drei Therapeuten. Ein wichtiger Vorteil der Gruppenbehandlung ist die Homogenit? der Problematik (diese Feststellung gilt ungeachtet der spezifischen T?erkategorie zu der die einzelnen Gruppenmitglieder geh?en: Exhibitionisten, P?ophile, Inzest-T?er, Vergewaltiger). Wegen dieser Homogenit? ist es m?lich, dass der T?er, der aufgrund seiner spezifischen Problematik den Missbrauch zun?hst hartn?kig leugnet, gerade deswegen in die ?fentlichkeit kommen darf/kann. Alle T?er haben sich selbst als solche durch die Teilnahme an der T?er Gruppe definiert. Ein weiterer Vorteil einer offenen Gruppe ist, dass T?er sich in verschiedenen Stadien der Behandlung befinden. Diejenigen, die schon geraume Zeit in der Gruppe sind, k?nen oft pr?nanter der als die Therapeuten konfrontierend mit den Verleugnungsmechanismen von neue(re)n Gruppenmitgliedern umgehen. Die Tatsache, dass sich als T?er alle Erfahrungs-Fachleute sind, macht die Bemerkung eines Gruppenmitgliedes ?er die Rationalisierung eines anderen weniger verd?htigt, als wenn es die Therapeuten tun w?de. Gruppenmitglieder sp?en unbeirrbar die Verleugnung der anderen. Die Ver?derungsm?lichkeiten sind innerhalb eines Gruppensettings oft viel gr?er als innerhalb eines individuellen Settings, gerade wegen der Tatsache, dass man unter seines gleichen ist. Als einen Nachteil einer offenen Gruppenbehandlung k?nte man den weniger fokalen Charakter nennen: es geht nicht um eine ununterbrochenes Konzept, bei dem man im voraus eine Selektion der Themen trifft, die in einer bestimmten Abfolge an die Reihe kommen. In einer offenen Gruppe k?nen im Prinzip alle Themen an die Reihe kommen, die durch den T?er eingebracht werden. Selbstverst?dlich m?sen diese Themen bez?lich der oben genannten Behandlungsziele relevant sein. Von Wichtigkeit ist deswegen, F? jeden T?er einzelnen festzuhalten, inwieweit er in der Gruppenbehandlung die verschiedenen Behandlungsziele absolviert bzw. durchgearbeitet hat. Vorsichtig gesch?zt, k?nte die Gruppenbehandlung als Setting aus Gr?den der Effizienz (sowohl behandlungstechnisch wie auch in finanzieller Hinsicht) in der Zukunft einmal ein wichtiger Platz einnehmen als die individuelle Behandlung. F? beide Settings gilt selbstverst?dlich, dass aus eine sorgf?tige Indikation gestellt werden muss. 2. 6. 3. familienorientierte Vorgehensweise Zu Beginn der achtziger Jahre, als in Holland das Schweigen ?er den sexuellen Missbrauch durchbrochen wurde, hatte man sich mehrheitlich F? eine systematische Vorgehensweise entschieden: Inzest wurde dabei vor allem als ein Familienproblem gesehen: die betroffenen Familienmitglieder hatten gleichsam gew?lt und waren dadurch auch verantwortlich F? die Hom?stase, die diese Familie mit ihren einzelnen Mitgliedern erreicht hatte. Allerdings wurde nicht gen?end erkannt dass nicht alle Familienmitglieder gleich m?htig oder m?dig sind. Es wurde damals - sicher in der Behandlung-Praxis - noch kaum in Richtung Macht und Ohnmacht gedacht. Dadurch wurde zu wenig erkannt, dass innerhalb eines familienorientierten Vorgehens auf subtile Weise dieselben Machtprozesse eine Rolle spielen k?nen, die auch innerhalb der Familie Beifall fanden.. F? das Auge schien es allemal eine offene Kommunikation: der T?er bekennt sich schuldig, fasst gute Vors?ze, dass Familien-Problem lag nun doch auf dem Tisch usw.. Aber nur allzu oft machte der T?er einfach wie bisher mit seinem T?erverhalten weiter, manipulierte sogar Familienmitglieder, um w?rend den Familiensitzungen den Schein zu wahren. Heute wird sexueller Missbrauch nicht mehr als ein Familienproblem angesehen, bei dem alle Beteiligten ihren Beitrag geleistet haben, sondern vor allem als ein Problem F? das nur der T?er Verantwortung tr?t. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Missbrauch keinen Ernstes Problem F? alle Beteiligten innerhalb der Familie bildet. Um es deutlich zu machen: es ist zwar legitim, Prozesse, die sich innerhalb einer Familie abspielen, aufgrund eines sytemischen Denkmuster zu erkl?en. Sexueller Missbrauch (Inzest) ist jedoch keine Diagnose eines Problems, sondern ein Delikt, F? das das Opfer - als ungleichwertiger Partner - nie mit verantwortlich sein kann. Darum ist eine Intervention aus einer systemischen Sichtweise nicht indiziert, wenn es um die Verhinderung eines R?kfalles geht. In der Regel wird heute denn auch ein Mehrspuren-Modell gew?lt, dass die Familienmitglieder getrennt in Ihrem eigenen Prozess, den jeder sich durchmachen muss, behandelt:
Dieses Mehrspuren-Modell unterstreicht die eigenen Verantwortung eines jeden Familienmitglieds. Dies bedeutet nicht, dass sich nicht zwischen den verschiedenen Subsystemen allerlei Prozesse systemischer Art abspielen. Dann ist es klug, F? ein Fall-Management zu sorgen, mit dessen Hilfe ein so genanntes Systems Mehrspuren-Modell entwickelt werden kann: neben den individuellen Prozessen werden auch die Unterschiede im Behandlungstempo der verschiedenen Individuen und deren Wirkung auf sie in Betracht gezogen. In regelm?igen Sitzungen zwischen den betroffenen Therapeuten und Fall-Manager k?nen auf diese Weise die verschiedenen Behandlungen aufeinander abgestimmt werden. Zusammenfassend k?nte sagen, dass die Art der Problematik systemische Interventionen - wie wenn es um einen Familienproblem ginge, bei der alle Familienmitglieder Ihren Beitrag liefern - am Anfang ungeeignet erscheinen l?t. Nach einer individuellen Behandlung der betroffenen Familienmitglieder (F? den T?er kann dies, wie erw?nt, individuelle und/oder Gruppentherapie beinhalten) - und nach einer sorgf?tigen ?erpr?/span>fung der Indikation kann dann aber zu einer mehr familienorientierte Vorgehensweise ?ergegangen werden. Bedingung ist, dass die betroffenen Familienmitglieder gen?/span>gend individualisiert sind, um - eventuell mit Unterst?zung des eigenen Therapeuten - eine gleichwertige Position einnehmen zu k?nen. 3. Behandlungskontext: freiwillig oder innerhalb eines gesetzlichen Rahmens Die Frage, ob die Behandlung des T?ers am besten auf freiwilliger Basis oder innerhalb eines gesetzlichen Rahmens stattfinden soll, ist eher praktisch als ideologisch zu beantworten. Der Kontext innerhalb dessen eine derartige Behandlung Gestalt annehmen kann, h?gt immer eng mit der Frage zusammen, ob das Opfer eine Anzeige gemacht hat oder nicht. Wenn das Opfer, aus welchen Gr?den auch immer, beschlossen haben sollte, (vorl?fig) keine Anzeige zu machen, ist eine Behandlung innerhalb eines gesetzlichen Rahmens nicht m?lich. Es muss in diesem Fall nach Behandlungsm?lichkeiten auf freiwilliger Basis gesucht werden. Sofern jedoch eine Anzeige gemacht wurde, steht die M?lichkeit der Behandlung innerhalb eines verpflichtenden Rahmens offen (P. S. Aufgrund des Grundgesetzes in Holland ist eine erzwungene Behandlung ausgeschlossen; bei der Behandlung innerhalb eines verpflichtenden Rahmens kann von einer Wahlm?lichkeit F? den T?er gesprochen werden: akzeptieren des Behandlungsangebotes oder Konsequenzen weitere strafrechtliche Ma?ahmen. In Holland kennen wir die M?lichkeit der Zwangs-Aufnahmen. Der Vorteil der Behandlung innerhalb eines verpflichtenden Rahmens ist, dass damit ein externer, motivierender Faktor eingebaut ist. Dies ist wichtig, um den T?er langfristig in Behandlung behalten zu k?nen. Einfach gesagt, geht es um die Drohung, die notwendig ist, um ein vorzeitiges Abbrechen durch den T?er zu verhindern. T?er haben ohnehin nie ein direkter Interesse an einer Behandlung. Ihr Interesse, wie sie es erleben, liegt darin, sich in eine sichere Position zubringen und ihre Doppelleben durch das kontinuierliche Verleugnen, Bagatellisieren und Rationalisieren aufrecht zu erhalten. Das Erkennen der begangenen Delikte und das allm?lich zu lernende Erkennen der Verluste und Sch?en, die das Opfer davon getragen hat, sind durchaus keine Dinge, die F? die ein T?er zug?glich und aufgrund innere Werte motiviert ist. Die Erfahrung zeigt denn auch, dass T?er sehr schnell mit der Behandlung aufh?en k?nen, wenn im freiwilligen Rahmen nicht auf eine Beziehungsabbruch oder eine gesetzliche Drohung zur?k gegriffen werden kann: wenn der T?er sich nicht behandeln l?st, wird die Ehepartnerin entscheiden, ob sie ihn verlassen will; ob das Opfer doch eine Anzeige erstatten wird usw.. Freiwilligen Hilfe F? den T?er steht oder f?lt mit der Faust, die man gegen die Macht des T?ers machen kann, wie sie im Missbrauchsverhalten zum Vorschein gekommen ist. Als allgemeine Regel kann gelten, dass der Behandlung von T?ern von sexuellen Missbrauch innerhalb eines verpflichtenden Rahmens arbeiten den gegen?er einer freiwilligen Behandlung der Vorzug gegeben werden muss. Ob diese Behandlung innerhalb eines verpflichtende Rahmens dann ambulant oder station?, kombiniert mit oder ohne einer gewissen Freiheitsstrafe stattfindet, h?gt wieder eng mit der Art und Schwere des erfolgten Deliktes zusammen. Das Fordern bzw. Bestimmen der Art und des Ausma?s der Strafe und/oder einer Behandlung liegt selbstverst?dlich in Kompetenz des Richters. Zusammenfassend k?nte man sagen, dass Opfer und/oder der nicht-missbrauchende Elternteil/Betreuer in hohem Ma? mitbestimmen k?nen, ob der T?er in eine freiwillige oder verpflichtende Behandlung kommt. Im Falle einer freiwilligen Behandlung scheinen ein Behandlungskontrakt, der dem Therapeuten ?nliche M?lichkeit bietet wie in einem gesetzlichen Rahmen, wichtig um dann n?igenfalls als Drohung eingesetzt werde zu k?nen. 4. Effekte von Behandeln versus nicht Behandeln Eine der schwierigsten Fragen bei der T?erbehandlung ist diejenige nach ihrem Effekt: Hilft Behandlung gen?end um eine R?kfall zu verhindern? Amerikanische Untersuchungen zeigen, dass ohne eine Behandlung, abh?gig von der T?erkategorie 36 bis 80 Prozent der T?er r?kf?lig werden, w?rend mit Behandlung, wiederum abh?gig von der T?erkategorie, 0 bis 18 Prozent der T?er r?kf?lig werden. Der R?kfall wird ?erall als einzige strengsten Kriterien F? erfolgreiche oder gescheiterte Therapie gesehen. Es bleibt dabei ein Problem, dass der T?er nicht gesund wird, sondern dass er lernt Kontrolle ?er sein Missbrauchsverhalten, -gedanken und - gef?/span>hle zu bekommen. Es geht hier um eine lebenslange Kontrolle, wobei Hochrisiko-Situationen vermieden werden m?sen oder durch den betroffenen T?er unter seinen Beherrschung gebracht wurden. So gesehen, k?nte man aufgrund der Erfahrungsresultate behaupten, dass die Behandlung hilft. Die beschriebenen Techniken/Behandlungsziele scheinen eine starke r?/span>ckfallsverhindernde Wirkung auf die T?er zu haben. Ja, wenn das Einf?/span>hlungsverm?en in den anderen geweckt und gewachsen ist, wird der erneute Beginn von Missbrauchsverhalten unm?lich. Von T?ern, die Behandlung gewesen sind, wird vor allem dieser Aspekt, sowie die Einsicht in das Deliktszenario (?ernehmen von Verantwortung!) Als der wichtigste Kernpunkt betrachtet, der zur Verhinderung einer Wiederholung des sexuellen Missbrauchs beitr?t In Kombination mit Programm F? die so genannte R?kfall-Pr?ention wird so die Basis F? eine bleibende Kontrolle ?er unerw?schte Verhaltensweisen/ Gedanken/ Gef?le geschaffen. Wichtig ist - sicher in der Anfangsphase einer Behandlung in einem individuelle Setting - nicht zur n?hsten Phase ?er zugehen, bevor der T?er eine Reihe deutlich umschriebener Evaluationskriterien erf?lt hat. Wenn er auf diese Weise den ?ergang zu einer n?hsten Phase gewisserma?n verdienen kann, wird die Behandlung allm?lich auch mehr als seine eigene Sache anstatt durch andere auferlegt erlebt . W?rend einer Behandlung sieht man oft, dass der Kontrollpunkt von einem mehr extern bestimmten, zu einem mehr internen verschobenen wird. Mit der Verschiebung des Kontrollpunktes findet gleichzeitig eine Verschiebung des Evaluationspunkt statt: der T?er selbst beginnt immer mehr als Gradmesser seines eigenen Verhaltens, seiner Gedanken und Gef?le zu fungieren. Neben der ?ernahme von Verantwortung spricht er gleichsam ein Werturteil ?er sich selbst aus. An sich kann dies wieder einen weiteren R?kfall verhindernde Wirkung auf den T?er haben, was in seinem ganzen Auftreten zum Vorschein kommen wird. Diese ?erlegungen schlie?ich, rund um die Frage, ob eine Behandlung hilft, sind selbstverst?dlich sehr n?zlich/wertvoll, aber ermutigen gleichfalls zu einer langfristigen Untersuchung, um die behauptete Effekte weiter zu validieren. 5. NachsorgeEine relativ unbearbeiteten so Gebiet in der T?er Behandlung ist das wenige der Nachsorge. Wie bereits erw?nt, geht es in der Behandlung vor allem um eine bleibende Selbstkontrolle. Wo T?er durchgehend sehr kontrollierten Personen sind, ist es eine Aufgabe, ihre Kontrolle von externen Faktoren - man denke dabei u.a. an das aufrechterhalten des Doppelleben! - in eine Kontrolle des Selbst zu ?dern. Nachsorge kann z.B. bedeuten, dass Zusammenk?fte nach Beendigung der Behandlung organisiert werden, und das au?rdem M?lichkeiten geschaffen werden, um bei einem drohenden Kontrollverlust direkt mit dem Therapeuten und/oder Alt-Gruppen-Mitgliedern Kontakt aufzunehmen. Im Rotterdammer Inzest T?er Behandlungsprojekt wird in der letzten Phase der Behandlung dem Mitleid und der Rehabilitation viel Aufmerksamkeit geschenkt. Der dahinter liegende Gedanken ist, dass T?er, die ihr Selbstwertgef?/span>hl verbessert haben, ihre Gef?le der Ohnmacht weniger in sexualisierte Macht/Kontrolle umsetzen m?sen. Im Rahmen der Nachsorge pers?liche Best?igung zu bekommen, die Sicherheit zu haben , dass man eventuell auf Unterst?zung rechnen kann, um die Selbstkontrolle zu behalten, diese Dinge k?nen auch als neue, stark wirksame R?kfall verhinderungstechniken betrachtet werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass nach der Aufmerksamkeit F? die Behandlung an sich heute die R?/span>ckfall-Pr?ention mehr im Mittelpunkt steht. In der Zukunft werden Nachsorge-Techniken als Beitrag zur R?kfall-Pr?ention weiter herausgearbeitet werden m?sen. Aufgrund der schon vorhanden Praxiserfahrung ist der Gedanke aktuell, dass einer gro?n Anzahl T?er nach Beendigung der Behandlung hierf? offen ist. bearbeitet von Dipl-Psychologe Hans J?gen Wevers Copyright 1997 Psychologie-Pers?lich. All rights reserve Kontakt ?er:
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