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Wer sind die Täter und wie werden sie dazu?In der Öffentlichkeit besteht eine weit verbreitete, aber falsche Vorstellung vom so genannten ‘Sexualstraftäter’ oder 'Triebtäter’. Oft werden sie als unattraktiv, pervers oder krank wahrgenommen und/oder dargestellt. Viele glauben, Missbraucher könnten ihre (gesteigerten) Sexualtriebe nicht unter Kontrolle bringen und seien diesen Affekten hilflos ausgeliefert oder aber sie seien einfach psychisch ‘krank’. Dieser Auffassung stehen Untersuchungen entgegen, die belegen, dass Missbrauchstäter ganz normale Männer sind, ohne psychisch krankhafte Befunde, die sehr genau wissen, was sie tun. Denn sie planen ihre sexuell motivierten Gewalttaten sorgfältig, um nicht "erwischt" zu werden. Missbraucher werden deshalb selten in Verbindung gebracht mit Erfolg, Ansehen und Beliebtheit und sind deshalb auch nicht im eigenen Bekanntenkreis oder in der Verwandtschaft anzutreffen. Dennoch wird immer wieder versucht, sie als "krank" darzustellen. Diese Versuche zeigen nur das Bestreben, das "Schreckliche" zu verleugnen und sich selbst davon zu distanzieren. Die immer noch weit verbreitete Annahme, die Täter seien ‘böse, fremde Männer’, die die Kinder bedrohen und gefährden, ist falsch, denn die Bedrohung geht ja gerade meist von Vertrauenspersonen aus. In den letzten Jahren wurde bekannt, dass auch Frauen sexualisierte Gewalt verüben, manchmal auch gemeinsam mit dem Partner. Ca. 90% der Täter sind jedoch Männer und ca. 10% Frauen. Sowohl bei Sexuellem Missbrauch innerhalb der Familie als auch außerhalb werden Strategien angewendet. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass sich innerhalb der Familie nahezu ständig Situationen Für den Täter ‘ergeben’ oder herbeiführen lassen. Hier kann er seine sexuellen übergriffe vornehmen, da das Kind seiner Verfügungsgewalt untersteht. Hier kann er gezielt planen, da die Tages- und Lebensabläufe bekannt sind. Täter, die außerhalb der Familie sexuell missbrauchen sind gezwungen, weitreichendere Strategien anzuwenden, um an die Opfer heranzukommen und sie an sich zu binden. Bei der Auswahl der Opfer gehen sie nach dem Prinzip des geringsten Aufdeckungsrisikos vor, d.h. es werden entweder die eigenen Kinder missbraucht oder fremde Kinder, die ‘unauffällig’ oder sozial und emotional ‘vernachlässigt erscheinen, schüchtern und vielleicht isoliert erscheinen. Diese Kinder haben aufgrund ihrer Situationen häufig weniger Widerstandsmöglichkeiten. Opfer werden allerdings auch Kinder, die als offen, freundlich und vertrauensvoll beschrieben werden. Vor allem Fremdtäter suchen erste Kontakte, indem sie sich z.B. als Pfarrer oder Polizist verkleiden, um ‘Nachrichten’ zu überbringen. So versuchen sie, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, um sie dann später zu missbrauchen. Mit Hilfe von Schmeicheleien, ‘Zuwendung’ und Geschenken gewinnen sie die Freundschaft des Kindes und nehmen gern die ‘väterliche’ Rolle oder die eines Ratgebers ein. Allmählich erfolgt die Umwandlung dieser ‘Freundschaft’ in eine sexuelle Beziehung, die zunächst mit sozial gebilligten, später mit sexuell doppeldeutigen Berührungen beginnt. Allmählich werden vom Täter immer mehr sexuelle Momente in die Beziehung eingebracht, und er verwickelt das Mädchen oder den Jungen sukzessive in sexuelle Handlungen. Manchmal werden auch die Eltern in die Beziehung einbezogen, mit dem Ziel, die Eltern in Sicherheit zu wiegen. Mit deren Genehmigung treffen sie das Opfer, die Eltern ahnen nichts, weil sie den Täter Für ‘kinderlieb’ halten. Vor allem Pädosexuelle suchen gezielt Beschäftigung in der Jugendarbeit: Jugendhilfeorganisationen, Jugendverbände und Beratungsstellen, Kirche, Schule, Therapieeinrichtungen. Täter verschaffen sich gezielt Kontakte zu allein stehenden Frauen mit Kindern, schaffen ökonomische und. Emotionale Abhängigkeiten, manchmal sogar durch Heirat. Die anschließende gesellschaftliche Isolierung der Frauen erleichtert das Vorhaben der Täter. Der Täter erreicht durch seine emotionale Zuwendung, dass das Kind die sexuellen Handlungen über sich ergehen lässt, sie duldet. Widersetzt sich das Kind, wird Gewalt angewendet. Oder der Täter versucht, die ‘wunden Punkte’ des Kindes herauszubekommen und diese Für seine Interessen auszunutzen, so dass gar kein offener Zwang oder Gewalt nötig sind. Diese Tatsache ermöglicht es dem Täter, sich und dem Kind vorzumachen, es mache ‘freiwillig’ mit. Auch die natürliche Neugier und die altersbedingte Unwissenheit der Mädchen (Jungen) werden gezielt ausgenutzt. Durch Geschenke wird Abhängigkeit erzeugt oder verstärkt. Einige "typische" Merkmale von Tätern
In den letzten Jahren wurde bekannt, dass 1/3 der Täter Jugendliche (teilweise bis 21 Jahre) sind, 2/3 sind Erwachsene. über die Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter gibt es sehr unterschiedliche Darstellungen. Ging man bis vor einigen Jahren noch davon aus, dass die Täter "Fremde" sind, so ist im Gegensatz hierzu heute bekannt, dass sich Täter und Opfer kennen, ja sogar Verwandt sind. Etwa die Hälfte aller Täter kommt aus der direkten Familie (Vater[-figuren], Bruder, Großvater, Mutter, Schwester, Großmutter). Nur etwa 6% aller Täter sind dem Opfer vorher völlig unbekannt.
Hier finden Sie einen Beitrag zur Diskussion um Lügendetektoren |
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